Erneut wird eine Kreisstraße für den Verkehr bis auf weiteres dicht gemacht. Betroffen dürften neben Pendlern auch viele Ausflügler und Wanderer der Region sein: Die gesperrte Straße liegt an der Wutachmühle.
Rot-weiß gestrichelte Warnbaken stehen an der Mittellinie der Kreisstraße K6512/K5743 und weisen auf das Problem hin: Straßenschäden.
Doch das, was hier zu sehen ist, ist weit mehr als ein tiefes Schlagloch.
Akute Unfallgefahr
Mehrere tiefe Risse im Asphalt, der nach rechts wegknickt. Eine Bruchkante ist deutlich zu sehen, der Absatz mehrere Zentimeter tief. Wer hier mit seinem Auto bei hoher Geschwindigkeit langfährt, droht mit dem Fahrzeug dagegenzudonnern. Schlimme Unfälle könnten die Folge sein.
Das sah man offenbar auch beim Straßenbauamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar so, denn: „Die Kreisstraße K 6512 / K 5743 ist im Bereich der Wutachmühle – Aselfingen bis auf weiteres gesperrt“, teilte die Behörde am Freitag mit. Eine Umleitung sei ausgeschildert.
Umfangreiche Maßnahme
Wie das Straßenbauamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis mitteilt, wurde die Sperrung erforderlich, weil die Kreisstraße 6512 in einem Abschnitt im Landkreis Waldshut, von der Wutachmühle kommend, abgerutscht sei. „Dabei ist auf der Straße ein Absatz entstanden, der mittlerweile zu groß ist und nicht mehr ohne weiteres saniert werden kann. Eine umfangreiche Sanierung ist geplant und soll zeitnah umgesetzt werden“, heißt es in der weiteren Begründung und auch, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet sei.
Lehrreiche Vergangenheit
Eine Situation, die man in der Gegend bereits kennt. Unweit von der Wutachschlucht – an der Kreisstraße K 5742 zwischen Achdorf und Eschach war es beispielsweise 2018 bereits zu großen Problemen gekommen. Nach starken Regenfällen ist der Hang zwischen Aselfingen und dem Wanderparkplatz bei der Wutachmühle abgerutscht. An seine Stelle trat damals ein tiefes Loch.
Eine Gegend, in der Hangrutschungen offenbar Geschichte haben. Geschichtlich überliefert ist beispielsweise eine Hangrutsch in der Nacht auf den 7. Januar 1966 – „die Auslösung der Rutschung erfolgte nach dem besonders niederschlagsreichen Jahr 1965, in dem an der etwa 7 Kilometer östlich gelegenen meteorologischen Station Riedöschingen insgesamt 1400, 7 Millimeter Niederschlag (entspricht etwa 144 % des langjährigen Mittelwerts von 976 mm/a) ermittelt wurden“, heißt es in Dokumentation des Landesjugendrings Baden-Württemberg etwa. Zerstört wurde damals die Kreisstraße K 21 – heute ist das die auch jetzt wieder betroffene Kreisstraße K 5742 – zwischen Achdorf und Eschach auf etwa 500 Metern Länge.
Helfen Bäume?
1995 gab es einen großen Erdrutsch am Gampen – mehr als ein Jahr lang war die Kreisstraße von Blumberg über Achdorf nach Bonndorf im Anschluss gesperrt. 2010 ist ein Hangrutsch auf der anderen Seite des Schleifenbachs im Bereich des Abwassersammlers nah Achdorf dokumentiert. Zurückgeführt wurde dieser auf den Opalinuston im Untergrund – in Kombination mit Wasser soll sich daraus eine schmierige, rutschige Masse ergeben, die dann kein solides Fundament mehr darstellt. Hoffnung ruhte auf der Pflanzung diverser Bäume, die ein intensives Wurzelsystem bilden.
Schon wieder ein Vorfall
Nun kämpft man erneut mit solchen Naturereignissen – und in der Folge mit teuren und langwierigen Arbeiten. Das Straßenbauamt sah sich zum Handeln gezwungen: „Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer hat höchste Priorität. Deshalb wurde die Straße zwischen Wutachmühle und Aselfingen unverzüglich und für unbestimmte Zeit gesperrt.“
Überrascht hat das offenbar in den Amtsstuben niemanden mehr. Die Wutachschlucht sei bekannt für ihre geologischen Besonderheiten, wird erklärt. Die instabilen Gesteinsschichten und steilen Hänge führen regelmäßig zu Hangrutschungen, besonders nach starken Regenfällen. Diese Rutschungen können schnell und unvorhersehbar auftreten und stellen im Straßenbereich eine erhebliche Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer dar.