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Statistik Freiburg bleibt kriminellste Stadt

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Die Freiburger Polizei hat bei der Analyse der Kriminalitätszahlen des vergangenen Jahres einen besonders scharfen Blick auf die Themen Ausländer- und Flüchtlingskriminalität geworfen. Foto: dpa

Freiburg - Die Zahlen sagen mehr als virtuelle Gerüchte oder Polemik vom rechten Rand des Parteienspektrums: Die Freiburger Polizei hat bei der Analyse der Kriminalitätszahlen des vergangenen Jahres einen besonders scharfen Blick auf die Themen Ausländer- und Flüchtlingskriminalität geworfen. Die Ergebnisse "korrespondieren nicht annähernd mit dem, was in der Bevölkerung teilweise kolportiert wird", sagte Polizeipräsident Bernhard Rotzinger gestern.

So lag im vergangenen Jahr der Anteil tatverdächtiger Flüchtlinge bei den Sexualstraftätern in der Region um Freiburg bei genau einem Prozent der Fälle. Eine Zahl, die sich ziemlich genau mit dem derzeitigen Anteil der Geflüchteten an der Gesamtbevölkerung deckt. Die Befürchtung, dass durch die Einwanderung von Flüchtlingen ein sprunghafter Anstieg der Sexualdelikte zu erwarten sei, habe sich also "in keiner Weise bestätigt", so der Freiburger Kripo-Chef Peter Egetemeier.

Gleichwohl spielt das Thema Kriminalität in und um Freiburg weiterhin eine große Rolle: So ist Freiburg mit einer Fallzahl von rund 13.300 Straftaten je 100,000 Einwohner nach wie vor die "kriminellste" Stadt im Südwesten. Gegenüber 2014 stieg die Zahl der Straftaten in der Stadt zuletzt sogar um 4,1 Prozent auf knapp 77.000. Die Zahl liege knapp über dem Zehnjahresschnitt und sei zudem etwas verzerrt, so Polizeivizepräsident Alfred Oschwald, da sie auch die als Straftaten gewerteten Grenzübertritte von Flüchtlingen umfasst. "Rechnet man diese als illegal gewertete Einwanderung aus der Statistik heraus, so lag der Anstieg bei 1,7 Prozent", so Oschwald.

Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist deutlich gestiegen

Mit einer Aufklärungsquote von 61,2 Prozent legten die Freiburger Ermittler in der Stadt und im Umland ein leicht besseres Ergebnis als im Landesschnitt vor. Während im Freiburger Stadtgebiet die Zahlen der Schwerstverbrechen wie Mord, Totschlag oder Vergewaltigungen, aber auch die Einbruchszahlen im Jahresvergleich zum Teil zweistellig sanken, gingen vor allem die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie die Rauschgiftkriminalität deutlich nach oben. Der Anstieg der registrierten Rauschgiftdelikte habe auch etwas mit dem erhöhten Fahndungsdruck zu tun gehabt: "Wer mehr sucht, der findet auch mehr", so Bernhard Rotzinger. Bei den Fälschungs- und Vermögensdelikten spielten auch die zahlreichen erwischten Schwarzfahrer im ÖPNV eine Rolle.

Über alle Deliktarten hinweg lag der Anteil der Ausländer an den ermittelten Tatverdächtigen in Freiburg bei rund 43 Prozent. Bei mehr als der Hälfte der rund 1000 Gewaltdelikte in der Freiburger Altstadt im vergangenen Jahr war Alkohol im Spiel, so Freiburgs Leitender Polizeidirektor Berthold Fingerlin.

Im Freiburger Umland machte sich vor allem der seit Anfang 2015 erhöhte Polizeiaufwand bei der Prävention und den Ermittlungen im Zusammenhang mit Einbrüchen positiv bemerkbar: Die Zahl der Einbrüche sank im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald im Jahr 2015 um knapp 42 Prozent auf 226 Fälle. Die Aufklärungsquote erreichte weit überdurchschnittliche 33,2 Prozent. Für Bernhard Rotzinger ein Beweis, dass man mit erhöhtem Polizeieinsatz auch viel bewegen kann.

Entsprechend klar sieht die Forderung des Freiburger Polizeipräsidenten an die neue Landesregierung aus: Mehr Geld und mehr Personal müssen her. "Alleine um jedes Revier im Bereich des Präsidium Freiburg mit einer zusätzlichen Streife auszustatten, bräuchten wir 180 neue Stellen", so der Polizeipräsident. Zehn Prozent mehr Personal wären ein Anfang – auch mit Blick auf die 130 000 Überstunden, die die 2000 Beschäftigten bei der Polizei im Raum Freiburg derzeit vor sich herschieben.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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