Ob ein Teil der Ernte des Apfelguts Hopfau noch gerettet werden kann, ist ungewiss. Foto: Martina Meuth

Der verregnete Frühling vermiest nicht nur die Laune, sondern gefährdet auch die Ernte. Bernd Neuner-Duttenhofer aus Hopfau erklärt, warum das schlechte Wetter die Äpfel vermiest.

Im vergangenen Jahr hatten Trockenheit und Hitze den Landwirten zu schaffen gemacht. Das scheint in diesem Jahr kein Problem zu sein. Doch auch starke Regenfälle führen zu Missernten, erklärt Bernd Neuner-Duttenhofer unserer Redaktion auf Nachfrage. Mit seiner Frau Martina Meuth betreibt Neuner-Duttenhofer ein Apfelgut in Hopfau. Der Gutsbesitzer ist auch als Autor und Journalist tätig und hat mit seiner Frau bis Ende 2021 die WDR-Sendung „Kochen mit Martina und Moritz“ moderiert.

 

Staunässe, das Anstauen von Wasser an der Oberfläche, sei nach den Regengüssen nicht das Problem, berichtet Neuner-Duttenhofer. Im Gegenteil, der Boden sei nach unten noch nicht sehr gut getränkt. Da sei noch viel Raum für Wasser.

Grundlagen für ungute Reaktionen gelegt

Schwierigkeiten gebe es aber durch die Hanglagen auf dem Gut. Diese seien zurzeit nicht mit dem Traktor befahrbar, was das Mulchen verhindere. Dabei wird Gras zerhäckselt und als Nährstoffspender auf dem Boden zurückgelassen. Dies könne momentan aber nur in der Ebene erfolgen, berichtet Neuner-Duttenhofer. In der Hanglage sei der Boden zu schwer, zu rutschig und zu nass, um befahren zu werden. Auch Spritzmaßnahmen gegen Pilzkrankheiten verhindern die Regenfälle. Die seien aber in der Tallage des Apfelguts unbedingt notwendig. „Da kommen wir nicht ohne aus“, teilt der 79-Jährige mit.

Wie sich der Schorfbefall entwickle, sei noch nicht vorherzusagen. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der Äpfel und Birnen befällt und sich durch Regenfälle und langanhaltende Blattfeuchte besonders schnell ausbreitet. Für ungute Reaktionen seien alle Grundlagen gelegt, sagt Neuner-Duttenhofer. Sie müssten Glück haben, wenn sie einigermaßen davonkämen. Bei starkem Schorfbefall könnten sie die Äpfel nicht vermarkten.

Befruchtung könnte ausbleiben

Zudem führen Nässe und Kälte dazu, dass teilweise die Blüten verkleben und nicht von den Bienen befruchtet werden können. Hinzu komme, dass die Bienen bei Kälte gar nicht ausfliegen.

Bereits 2017 sei die Ernte schlecht ausgefallen, weil es während der Blütezeit zu stark geregnet hatte. „Kühl und nass können wir während der Blüte eigentlich nicht brauchen“, stellt der Gutsbesitzer klar. Ernteausfälle befürchte er entsprechend auch in diesem Jahr.

Trockene Tage wären hilfreich

Dabei könne es vor der Blütezeit durchaus ordentlich regnen, erklärt der 79-Jährige. Doch sollte das Wetter während der Blüte optimalerweise schön, aber nicht zu heiß sein und keine Fröste haben – andererseits sollte das Thermometer aber nicht über 24 Grad steigen. Frost zur Blütezeit sei in dieses Jahr glücklicherweise ausgeblieben.

Ob die vergangenen trockenen Tage die Ernte retten können, hält der Gutsbesitzer für ungewiss. „Vielleicht reicht es noch, vielleicht auch nicht.“ Einbußen werde es auf jeden Fall geben. Ein paar trockene Tage könnten aber noch hilfreich sein. „Es braucht jetzt wirklich nicht mehr zu regnen und sollte ein bisschen stabiler werden“, hofft Neuner-Duttenhofer.