Steht im Zentrum vieler Vorwürfe: AfD-Spitzenkandidat Maximilian Krah. Foto: dpa/Jean-Francois Badias

Ihre Distanz zur parlamentarischen Demokratie macht die AfD zum natürlichen Ansprechpartner für autoritäre Regime, meint Norbert Wallet.

Die AfD-Führung hat beschlossen, ihren peinlichen Spitzenkandidaten für die Europawahl vorerst kaltzustellen. Beim Wahlkampfauftakt am Samstag wird Maximilian Krah gar nicht dabei sein. Das ist eine Reaktion auf die Inhaftierung eines engen Krah-Mitarbeiters, dem Spionage für China vorgeworfen wird. Es hätte aber zahlreiche andere Gründe gegeben, Krah aus dem Verkehr zu ziehen. Die Palette reicht von seiner rassistisch unterlegten Haltung gegenüber Migranten über sein voraufklärerisches Rollenbild der Geschlechter bis hin zu seiner Geschichtsvergessenheit.

 

Verschwindet die Nummer eins, wird die Nummer zwei umso sichtbarer

Das Problem für die in die Defensive geratene AfD: Krah kann man verstecken, die Partei nicht. Wenn sich die Nummer eins der Europaliste zurücknimmt, wird die Nummer zwei umso sichtbarer. Das ist Petr Bystron. Von dem gibt es Tonbandaufnahmen des tschechischen Nachrichtendiensts, die seine Nähe zu einem prorussischen Propaganda-Portal dokumentieren. Der Vorwurf von Geldzahlungen steht im Raum.

Nähe zu China und Russland ist kein Zufall

Diese seltsame Nähe zu China und Russland ist alles andere als Zufall. Die AfD hat sich längst aus dem demokratischen Spektrum in Richtung Rechtsradikalität bewegt. Und wer dem demokratischen Gemeinwesen mit Verachtung gegenübersteht, ist nicht nur ganz automatisch ein Ansprechpartner autoritärer Regime, sondern hat auch selbst jeden Sensor dafür verloren, welche Linien Demokraten nie überschreiten dürfen.