Ein Konzept präsentierte die Isele Planbau GmbH, die das Projekt mit einem Generalunternehmer realisieren will. Vorgesehen ist ein Erstkaufsrecht für Bürger aus Mönchweiler.
Kai Isele, Geschäftsführer der Isele Planbau GmbH, und Architekt Thomas Kistenfeger waren schon recht weit in ihren Planungen, als sie in die Gemeinderatssitzung nach Mönchweiler kamen. Das Projekt: Eine Erweiterung des Betreuten Wohnens neben dem Bestand an der Chabeuilstraße. Der Planungsstand: Die Firma Isele tritt als Bauträger auf und setzt mit einem Generalunternehmer das Projekt um. Der Generalunternehmer steht noch nicht fest.
Die Wohnungen sollen nach Fertigstellung im Einzelverkauf zur Verfügung stehen – also nicht alle an einen Investor gehen. „Wenn alles an einen Investor geht, gibt es anschließend nur Mietwohnungen – es gibt aber auch Menschen, die vom Eigentum wieder in Eigentum wechseln wollen“, erklärte Kistenfeger.
Vorschlag seitens der Planer: Man bewerbe die Wohnungen zunächst nur in Mönchweiler und biete ein Erstkaufsrecht für Mönchweiler Bürger. Danach setze man auf einen offenen Verkauf.
Das Projekt umfasst 34 Wohneinheiten – von der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung mit 59 Quadratmetern bis hin zur großen Vier-Zimmer-Wohnung mit über 120 Quadratmetern. Alle Wohnungen sind – auch für Rollstuhlfahrer – barrierefrei und über Laubengänge und einen Aufzug erreichbar. Außerdem, so das Planer-Duo, sind alle Wohnungen flexibel gestaltbar, sogenannte Flex-Zimmer können in der Bauphase je nach Interesse auch den einzelnen Wohnungen zugeschlagen werden.
Ärztehaus geplant
Dabei setzt das Konzept auf eine räumliche Trennung vom bestehenden Baukörper des WohnParks: Ein Anbau sei aufgrund der unterschiedlichen Bauherren nicht möglich: „Das gäbe sicherlich Probleme bei der Einbeziehung gemeinsam genutzter Räumlichkeiten“, erklärte Isele.
Weiterer Teil der Planung: Ein Ärztehaus. Bürgermeister Rudolf Fluck betonte, wie wichtig ihm diese Projektplanung inklusive Ärztehaus sei. „Ärzte denken heute größer, wollen Gemeinschaftspraxen mit flexiblen Arbeitszeiten.“
David Löttrich, ansässiger Hausarzt und Gemeinderat, zeigte sich von der Idee angetan: „Ich würde da sicherlich gerne mitgehen.“ Fluck sieht es als nächsten Schritt, möglichst viele Ärzte, auch Fachärzte, anzusprechen und für das Projekt zu begeistern. „Wenn wir zukünftig eine gute Patientenversorgung im Ort haben wollen, müssen wir auch in die Zukunft denken“. Vor allem die Ansiedlung eines Kinderarztes hätte für ihn erste Priorität.
Mindestalter oder gravierende körperliche Beeinträchtigung
Damit das Konzept des Betreuten Wohnens auch dauerhaft greift, stellt man sich vertraglich abgesicherte Vorgaben vor. Es müsse gewährleistet sein, dass das Betreute Wohnen auch ein solches bleibt – egal wann oder an wen die Wohnungen eventuell weiterveräußert werden. Schon beim ersten Kauf oder der Vermietung müsse ein Mindestalter oder eine gravierende körperliche Beeinträchtigung vorliegen.
Doch so euphorisch wie Bürgermeister Rudolf Fluck hinter der Planung steht, so kritisch wird das Projekt von den Gemeinderäten beäugt. Während aus Teilen des Gremiums gerne mehr Referenzen und Wissen über die Firma Isele gewünscht wurden, wird die Ausrichtung und Größe des Baus und eine andere, von Rudolf Fluck gewünschte Idee nicht von allen Gemeinderäten als gelungen beurteilt: Fluck möchte für die Gemeinde Mönchweiler im Neubau zwei kleine Einheiten für eine Kurzzeitpflege einrichten.
Intensive Diskussion
Hier stellt sich vor allem die Frage, ob eine solche Einrichtung zum einen wirtschaftlich betrieben werden kann, zum anderen, ob man durch diese Einrichtung – auch wenn sie „unabhängig vom jetzigen Bestand in der Pflegewohngruppe“ eingerichtet werden soll – nicht mit den gesetzlichen Vorgaben kollidiert und man damit in den Bereich eines Pflegeheims kommen würde.
Auch nach der Anwesenheit der Planer wurde am Ratstisch noch intensiv diskutiert: Da ging es beispielsweise um die Fragen, ob die vom Planer angedachten Stellplätze (in Summe mit Ärztehaus 54) ausreichend sind, ob das Projekt, wie von Fluck gewollt, noch mit dem amtierenden Gemeinderat entschieden werden muss oder ob man sich, ohne Vergleichsplanungen, jetzt auf den einen Planer festlegen muss. Auf jeden Fall wurde abschließend betont, dass von der Gemeinde in der Planungsphase viel Knowhow einfließen muss und man hinsichtlich der Umsetzung gerne einen Gang zurückschalten sollte.
Vorgaben der Gemeinde müssen erfüllt sein
Wichtig war den Gemeinderäten – und auch der Verwaltung – dass nach Fertigstellung des Projekts die Gemeinde nicht mehr involviert ist. Man könne und wolle eine Erweiterung im Betreuten Wohnen nicht selbst stemmen, aber wolle im Vorfeld dafür sorgen, dass die Vorgaben der Gemeinde erfüllt werden. „Der Nutzen für die Mönchweiler Bürger ist oberstes Gebot“, stellte Bürgermeister Fluck klar.