Seit einem Vierteljahrhundert Seelsorger: Safi Powath Foto: Safi Powath

Vor 25 Jahren wurde Safi Powath zum Priester geweiht – und seit jeher ist dem nun leitenden Pfarrer der Seelsorgeeinheit Heuberg der Kontakt zu den Menschen wichtig. Sein Jubiläum hat er an mehreren Stätten gefeiert – eine hielt eine Überraschung parat.

Ein besonderes Jubiläum hat Safi Powath von der Seelsorgeeinheit Heuberg im Dezember vergangenen Jahres gefeiert: Seit 25 Jahren ist er als Pfarrer im Dienste Gottes und seiner Gläubigen tätig. Eine Berufung, die ihn damals wie heute erfüllt – und die beinahe weit kürzer ausgefallen wäre: „Ausländische Pfarrvikare müssen nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurückkehren“, erklärt Powath. Wenn aber der „Heimatbischof“ und die Diözese ihre Erlaubnis erteilten, seien auch längere Aufenthalte möglich.

 

Am 28. Dezember 1998 wurde Safi Powath zum Priester geweiht und arbeitete elf Jahre lang in seiner Heimatgemeinde im indischen Kerala. Im Januar 2010 trat er seine erste Stelle in Deutschland an, als Pfarrer in Argental unter Pfarrer Reinhard Hangst, gefolgt von dreieinhalb Jahren in Weissenau in der Seelsorgeeinheit Ravensburg-Süd unter Pfarrer Gunnar Sohl. 2022 bewarb sich Powath um die vakante Stelle des leitenden Pfarrers in der Seelsorgeeinheit Heuberg, die er am 9. Juli 2023 offiziell antrat.

Anderen seine Zeit zu geben, ist ihm das größte Geschenk

Als Ziel nahm er sich vor – und tut es immer noch –, möglichst viele Feste und Veranstaltungen mit den Kirchengemeinden in Meßstetten, Unterdigisheim, Nusplingen und Obernheim zu begehen. „Kirche ist nicht nur beten, sondern auch Begegnung“, sagt Powath. „Das größte Geschenk, dass man anderen Menschen machen kann, ist Zeit. Zeit zum Zuhören, Verstehen und Trost Geben.“ Ein Beispiel hierfür sind seine Besuche zur Advents- und Fastenzeit, die sich aus einem zufälligen Besuch ergaben. „Eine Frau hat sich viele Jahre in der Kirchengemeinde engagiert, konnte aber nicht mehr zu den Gottesdiensten kommen, weil sie krank war und nicht mehr selbst laufen konnte“, erinnert sich Powath.

„Lieber Gott, wann besuchst du mich?“

Dem war die Abwesenheit der Frau nicht entgangen und eines Tages erkundigte er sich telefonisch, ob er sie spontan besuchen und ihr die Kommunion geben dürfe. Sie habe umgehend zugesagt. An jenem Tag habe die Frau laut Powath viel gebetet und gefragt: „Lieber Gott, so viele Jahre habe ich dich besucht – wann kommst du mich einmal besuchen?“ Kurz darauf habe sie der Anruf des Pfarrers erreicht.

Zur Jubiläumsfeier daheim in Kerala waren 25 Priester, ein amtierender und zwei emerierte Bischöfe sowie ein Kollege erschienen. Foto: Safi Powath

Dieser hat mit seiner Jubiläumsfeier beim Weihnachtsfest 2022 in der Marienkapelle in Altötting begonnen. Im Januar 2023 feierte er in dann seiner Heimat Kerala im Süden Indiens. Besiegelt wurde das Priesterjubiläum am 28. Dezember 2023 mit einem Gottesdienstbesuch im bosnischen Medjugorje, das seit einer Marienerscheinung im Juni 1981 als inoffizieller katholischer Wallfahrtsort gilt.

Hauptzelebrant in Medugorjes deutschsprachigem Gottesdienst

Für Powath hielt der Tag jedoch eine Überraschung bereit: Er durfte als Hauptzelebrant den Gottesdienst in deutscher Sprache halten. „Da ging ein Traum für mich in Erfüllung“, schwärmt Powath. Zufälligerweise habe sich eine ähnliche Situation bei seinem Dienstantritt vor vielen Jahren in Altötting zugetragen: Der eigentliche Hauptzelebrant, ein Monsignore, war nicht erschienen, und so war es an Safi Powath, ein paar Worte zu sprechen.