Baden-Württemberg ist nach Bayern das zweite Bundesland, das eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft einrichten wird. Foto: dpa

Bei der Staatsanwaltschaft Freiburg arbeitet bald ein Doping-Ermittler - Südwesten ist Vorreiter.

Stuttgart - Die von der grün-roten Landesregierung angekündigte Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Doping in Freiburg wird aus finanziellen Gründen zunächst nur mit einem Staatsanwalt ausgestattet. „Ich hätte auch lieber zwei oder drei Leute gehabt“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) unserer Zeitung. „Doch eine Stelle ist, gemessen an der Haushaltssituation, schon sehr viel.“

Der neue Doping-Ermittler werde seine Arbeit an der Staatsanwaltschaft Freiburg wahrscheinlich im Februar beginnen, wenn der Haushalt im Landtag verabschiedet sei, so Stickelberger weiter. Er solle sich ausschließlich um Doping kümmern und sich ein entsprechendes Netzwerk erarbeiten. Wenn sich die Arbeit des Staatsanwalts bewähre, werde er sicher eine personelle Aufstockung fordern, sagte Stickelberger.

Dopingfälle im Südwesten nehmen stark zu

Baden-Württemberg ist nach Bayern das zweite Bundesland, das eine derartige Schwerpunktstaatsanwaltschaft einrichten wird. Laut Stickelberger hat die Zahl der Dopingdelikte im Südwesten in den vergangenen Jahren stark zugenommen: 2008 habe es landesweit noch 16 entsprechende Ermittlungsverfahren gegeben, 2010 bereits 235. Bei diesen Fällen gehe es „vielfach um Breitensport, oft gibt es einen Bezug zu Fitnessstudios und zur Szene der Bodybuilder“, so der Minister.“ Wir gehen davon aus, dass hinter Doping oft illegale Netzwerke und organisierte Kriminalität stehen“, sagte Stickelberger.

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