Steve Walker sagt nach der Heimniederlage am Sonntag gegen Straubing: „Wir haben eine Lektion erhalten.“ Foto: Eibner Foto:  

Mit einer positiven Wut im Bauch fahren die Schwenninger nach Straubing. Phil Hungerecker sagt trotzig: „Dann machen wir eben am Donnerstag den Sack zu.“

„Weiter, immer weiter“, dies hat Weltklasse-Torhüter Oliver Kahn einst gesagt, wenn es für seine Mannschaft Rückschläge gab. Der „Oli“ hat in seiner Laufbahn zwar auch manchen Unsinn erzählt, aber an dieser Aussage sollten sich die Wild Wings nach dem Rückschlag in der Play-off-Viertelfinalserie gegen Straubing orientieren. Es ist noch nichts Gravierendes im Duell mit den Tigers passiert. Es steht 2:2.

 

Momentum hin oder her – am Dienstag (19.30 Uhr) werden in Straubing die Karten in Spiel 5 neu gemischt. Die Wild-Wings-Fans können sich jetzt schon freuen: Am Gründonnerstag steigt in der Helios Arena auf jeden Fall noch Spiel 6. Die Tickets für das dritte Heimspiel der Schwenninger waren am Montag nach wenigen Minuten wieder vergriffen.

Straubings Drei-Mann-Wand-Taktik auf der kleineren Fläche

Die Tigers haben in der Viertelfinal-Serie am Sonntag beim 5:1 in Schwenningen ihre bisher beste Leistung gezeigt. „Wir haben taktisch eine Drei-Wand-Mauer jetzt hinten hochgezogen, um besser auf das aggressive Forechecking der Wild Wings auf deren kleineren Eisfläche reagieren zu können“, verriet Straubings Flügelspieler Parker Tuomie.

Für seinen Coach Tom Pokel lag der Erfolgsschlüssel auch darin, „dass wir abgeklärter als in den vergangenen zwei Spielen agiert haben. Vielleicht haben wir da zu viel gewollt.“ Pokel gefällt dieses Viertelfinale auch immer mehr: „Das ist eine richtig gute Serie gegen Schwenningen. Play-offs bedeuten, dass nur das heute und morgen wichtig ist.“

Phil Hungerecker und Daryl Boyle

Die Wild Wings hatten hingegen simple Begründungen für dieses schmerzhafte 1:5. „Wir waren einfach nicht so bereit wie Straubing und haben zu viele Fehler gemacht“, sagten Phil Hungerecker und Daryl Boyle übereinstimmend nach dem Schlusszeichen.

Hungerecker – er kassierte wie Daniel Pfaffengut am Ende des Mitteldrittels eine Zehn-Minuten-Strafe wegen unsportlichen Verhaltens – schüttelte beim Thema „Schiedsrichter“ am Sonntagabend verständnislos den Kopf. „Aber ich werde dazu nichts sagen.“ Der Stürmer fügte trotzig hinzu: „Dann holen wir eben am Dienstag das fünfte Spiel und machen am Donnerstag bei uns den Sack zu.“

Steve Walker spricht von einer „Lektion“

Für Schwenningens Coach Steve Walker war diese Niederlage der nächste Lernprozess für sein Team, gerade auch im Hinblick auf das nächste Duell am Dienstag: „Es war eine Lektion für uns, besonders im emotionalen Bereich. Spielerisch haben wir im ersten Drittel einige schlechte Entscheidungen im Spiel mit der Scheibe getroffen, gaben Straubing insgesamt zu viele Möglichkeiten. Die Tigers haben diese sehr konsequent genutzt.“

Für die Wild Wings heißt es: Mund abwischen, aus den Fehlern lernen und am Dienstag besser machen. Eben ganz nach Oli Kahn: Weiter, immer weiter. Viertelfinal-Serien sind meistens auch so etwas wie ein Marathon.