Typisch für die Wild Wings in dieser Saison: Die Mannschaft von Coach Steve Walker jubelt wieder einmal. Foto: Eibner/Lägler

Noch nie standen die Schwenninger in dieser Hauptrunden-Phase in der DEL mit Platz vier so gut da. Andreas Renz traut der Mannschaft sehr viel zu. Für Matthias Hoppe ist Coach Steve Walker der große Erfolgsgarant.

Der 5:2-Heimsieg der Wild Wings am Sonntag gegen Augsburg hatte etwas Historisches. Noch nie lagen die Wild Wings seit ihrer DEL- Zugehörigkeit in der entscheidenden Phase der Hauptrunde auf einem vierten Platz (Heimrecht in den Play-offs). Vergleichbar sind in etwa nur die beiden jeweils fünften Ränge der Schwenninger in der DEL-Saison 1995/96 und in der Runde 2020/21. Allerdings hatte sich in jenem Frühjahr 2021 der Modus aufgrund der Corona-Krise verändert – die Wild Wings wurden Fünfter in der Gruppe Süd.

 

Vor sechs Jahren in den Pre-Play-offs

In der Saison 2017/18 schafften die Neckarstädter – bisher das einzige Mal seit ihrer DEL-Rückkehr (2013) – die Teilnahme an den K.o.-Spielen. Der zehnte Platz am Ende der Hauptrunde hatte dafür gesorgt, dass die Wild Wings zumindest in den Genuss von zwei Spielen in diesen Pre-Play-offs gegen Wolfsburg kamen.

Nach zwei Niederlagen kam für die Mannschaft um Coach Pat Cortina allerdings schnell das Aus.

Die Hauptgründe für diese erfolgreiche Saison

An erster Stelle steht hier die Heimstärke der Mannschaft von Coach Steve Walker. Mit 50 Punkten führen die Wild Wings aktuell die Heimtabelle in der deutschen Eliteklasse vor München (47) an. In bisher 21 Heimspielen ging Schwenningen 17 Mal als Sieger vom Eis. Das aggressiv-offensive Spiel der Schwenninger begeistert die Fans. Nicht von ungefähr war die Helios Arena in dieser Saison schon oft ausverkauft.

Ein weiterer großer Faktor für den Erfolg am Neckarursprung ist der neue Chefcoach Steve Walker mit seinem Trainerteam. Der Kanadier zählt in Schwenningen – bei einem Blick auf die vergangenen 20 Jahre – jetzt schon zu den Coaches, die sehr viel bewegt haben. Für Walker steht die Entwicklung der Mannschaft und der Spieler an oberster Stelle. Das Team glänzt durch eine hervorragende Einstellung, ist zu einer sehr kompakten Einheit zusammengewachsen. „Wir sind wie eine Familie. Jeder ist für den anderen da. Darauf können wir in Schwenningen stolz sein“, machte Kapitän Thomas Larkin schon vor Wochen deutlich. Der Kader wurde von Sport-Geschäftsführer Stefan Wagner und Steve Walker optimal zusammengestellt.

Ein dritter Aspekt ist die Angriffskraft der Wild Wings. Die Schwenninger stellen aktuell mit 129 Treffern die viertstärkste Offensive der Liga. Die Torausbeute verteilt sich – ganz anders als in den vergangenen Jahren – auf viele Schultern.

Der vierte Grund: Deutsche Spieler wie Alexander Karachun, Daniel Pfaffengut oder Phil Hungerecker – dazu noch der italienische Verteidiger Alex Trivellato – spielen persönlich ihre bisher beste DEL-Saison.

Matthias Hoppe

Für Schwenningens Torhüter-Legende Matthias Hoppe ist Steve Walker ein großer Garant für diese erfolgreiche Saison: „Neben seiner großen Kompetenz ist er sehr fair zu den Spielern. Sein Coaching an der Bande ist top.“

Matthias Hoppe: „Das Forechecking bei unseren Heimspielen ist fast wie aus dem Lehrbuch.“ Foto: Michael Kienzler

Was den Klasse-Keeper von einst noch begeistert: „Das Forechecking bei unseren Heimspielen ist fast wie aus dem Lehrbuch. Jeder Spieler erfüllt dabei seinen Job.“ Matthias Hoppe kann sich nicht erinnern, „dass wir in den vergangenen 20 Jahren in der Tabelle vor Mannheim standen – und jetzt auch noch vor München. Dies spricht für dieses Team.“ Der Schwenninger traut den Wild Wings noch sehr viel zu: „Aber es gilt, weiterhin von Spiel zu Spiel zu denken.“

Andreas Renz

Der frühere Top-Verteidiger schwärmt sogar schon beim Thema Wild Wings.

Andreas Renz: „Mir geht echt das Herz auf, wenn ich den Weg dieser Mannschaft verfolge.“ Foto: Eibner/Feiner

„Mir geht echt das Herz auf, wenn ich den Weg dieser Mannschaft verfolge. Die Fans, das Umfeld, die Sponsoren – sie haben nach vielen enttäuschenden Jahren diese Saison in Schwenningen so verdient. Das Team begeistert mit seiner spielerischen Art. Ich glaube sogar, dass Meister nicht einer der Top-Clubs wird, sondern eher eine Mannschaft wie Bremerhaven, Wolfsburg oder auch die Wild Wings“, sagt das Schwenninger Idol.

Die erste DEL-Phase

1994/95 (erste DEL-Saison nach der Auflösung der 1. Bundesliga): Neunter nach der Hauptrunde (18 Clubs, Maddogs München ziehen zurück)/Aus im Viertelfinale.

1995/96: Fünfter nach der Hauptrunde (18)/Aus im Achtelfinale.

1996/97: Elfter nach der Hauptrunde (16)/Aus in der 1. Runde (Relegation).

1997/98: Neunter nach der Hauptrunde (16)/Aus in der 2. Runde (Relegation). 1998/99: Zehnter nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs. 1999/2000: Elfter nach der Hauptrunde (15)/Keine Play-offs. 2000/01: Zwölfter nach der der Hauptrunde (16)/Keine Play-offs.

2001/02: 16. nach der Hauptrunde (16)/Play-downs.

2002/03: 14. nach der Hauptrunde (14)/Play-downs, Lizenzentzug (Insolvenzverfahren) und damit Zwangsabstieg in die 2. Bundesliga.

2. Bundesliga

2003/04: 2. Bundesliga: Achter nach der Hauptrunde/Viertelfinale.

2004/05: 2. Bundesliga: Vierter nach der Hauptrunde/Viertelfinale. 2005/06: 2. Bundesliga: Sechster nach der Hauptrunde/Halbfinale.

2006/07: 2. Bundesliga: Vierter nach der Hauptrunde/Viertelfinale.

2007/08: 2. Bundesliga: Vierter nach der Hauptrunde/Halbfinale. 2008/09: 2. Bundesliga: Achter nach der Hauptrunde/Achtelfinale.

2009/10: 2. Bundesliga: 1. nach der Hauptrunde/Finale.

2010/11: 2. Bundesliga: 4. nach der Hauptrunde/Finale.

2011/12: 2. Bundesliga: Dritter nach der Hauptrunde/Halbfinale.

2012/13: 2. Bundesliga: Zweiter nach der Hauptrunde/Finale.

Die DEL-Rückkehr

2013/14: Nach dem Kauf der DEL-Lizenz der Hannover Scorpions Rückkehr in die DEL: 13. nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2014/15: 14. nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2015/16: 14. nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2016/17: Zwölfter nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2017/18: Zehnter nach der Hauptrunde (14)/Pre-Play-offs.2018/19: 14. nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2019/20: 14. nach der Hauptrunde (14)/Keine Play-offs.

2020/21: Fünfter der Gruppe Süd (7)/Keine Play-offs.2021/22: 14. nach der Hauptrunde (15)/Keine Play-offs.

2022/23: Zwölfter nach der Hauptrunde (15)/Keine Play-offs.