Die Sanierung der alten Schulturnhalle und die Unterbringung des Musikvereins in der ehemaligen Werkrealschule waren zwei wichtige Themen, die den Ortschaftsrat Stetten zum Jahreswechsel beschäftigt haben.
Konsens ist es, dass die von oben bis unten aus Glasbausteinen bestehende östliche Seitenwand der Schulturnhalle nicht nur von der Stadt alleine, sondern mit der Hilfestellung von örtlichen Vereinen erneuert werden sollen. Aus der Wand ist bekanntlich in der Fasnet vor einem Jahr ein Glasbaustein herausgebrochen und weil inzwischen anfängt, sich nach innen zu neigen, wurde die alte Schulturnhalle aus Sicherheitsgründen gesperrt. Sie kann also nicht genutzt werden.
Wie kann die Wand wieder hergerichtet werden?
Es stehen nun mehrere Optionen im Raum, die Wand wieder herzurichten. Entweder mit Glasbausteinen, also so wie sie war, sie in Holzständerbauweise hochzumauern und nur oben mit einem Lichtband zu versehen oder sie innen und außen mit Matten zuzuhängen.
Unter diesen drei Varianten favorisiert der Ortschaftsrat die Version mit dem Mauerwerk und dem Lichtband. Er ist nur etwas erstaunt darüber, dass der Kostenvoranschlag des Ingenieurbüros Henne/Kleinmann dafür bei 50 000 Euro liegt.
Auch ein zweiter Notausgang muss eingebaut werden
Das müsste doch auch billiger zu machen sein, meinte Ortschaftsrat Robert Lang in der Dezembersitzung. Und er lag mit seiner Vermutung offenbar nicht ganz falsch. Denn bei seiner Recherche ist er für die Lichtband-Fenster auf Kosten mit 18 000 Euro und für die Ytong-Steine auf Kosten von 5000 Euro gekommen, wie Ortsvorsteher Walter Stocker auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte. Das wären also lediglich 23000 Euro. Freilich, so Stocker, müsste man zu diesen Kosten noch das Gerüst dazurechnen. Erforderlich ist in der Wand außerdem die Schaffung eines zweiten Notausganges.
Nutzung der Halle fällt in der Fasnet flach
Nun will man mit dem Ingenieurbüro die Sache nochmals im Detail besprechen. Klar ist für den Stettener Ortschaftsrat, dass man mit der Sanierung der Wand keinen Antrag auf eine Nutzungsänderung des Gebäudes stellt, denn das dürfte die Sache nur unnötig verkomplizieren und in die Länge ziehen.
Die Sanierung soll lediglich als Bauantrag abgewickelt werden. Aber auch dieser dürfte drei Monate in Anspruch nehmen, sodass die Nutzung der Halle in dieser Fasnet ausfällt.
Was die lange debattierte Unterbringung des Musikvereins im früheren Werkrealschulgebäude betrifft, hat man inzwischen eine Lösung gefunden.
Musikverein kommt im Chemiesaal unter
Der Musikverein hatte bekanntlich doppelt Pech: Wegen Brandschutzauflagen kann schon seit Längerem das alte Schulhaus nicht mehr zu Proben nutzen und die Ersatzunterkunft in der Schulturnhalle ist wegen den zuvor geschildert Problemen auch für den Musikverein gesperrt worden. Nachdem sich Vereinsverantwortliche und Ortsvorsteher Stocker die Sache nochmals angesehen hatten, einigte man sich darauf, dass die Musiker und Musikerinnen für ihre Probenarbeit einstweilen den über der Glückaufhalle eingerichteten Chemiesaal nutzen können. Der Verein ist etwa 77 Quadratmeter groß und hat auch zwei Vorbereitungsräume, in denen sperrige Instrumente wie das Schlagzeug verstaut werden könnten. Der Chemiesaal wird zwar von der Freien Schule Zollernalb genutzt, aber eine gemeinsame Nutzung dürfte bei etwas gutem Willen machbar sein.
Die Musiker hatten zunächst einen anderen Raum in der ehemaligen Schule im Visier, er liegt aber einem Raum gegenüber, in dem die Volkshochschule Balingen Hatha-Yoga-Kurs anbietet. Und ob sich Yoga und Blasmusik miteinander vertragen, darüber war man im Ortschaftsrat skeptisch.