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Schramberg Ein langer Weg bis zum grünen Dach

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Die Container der Berneckschule werden begrünt – auch wenn damit nicht alle Gemeinderäte einverstanden waren. Foto: Schreider Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer knappen Mehrheit von zwölf zu zehn Stimmen hat es im Gemeinderat eine Mehrheit für eine gut 65 000 Euro teure Begrünung des Dachs der Berneckschul-Container gegeben. Eine Fotovoltaik-Lösung sei nicht machbar, hieß es seitens der Verwaltung.

Schramberg. Sie war knapp, die Abstimmung über die Frage, ob die provisorischen Schul-Container für die Erweiterung der Berneckschule in der Südstadt lediglich ein Kiesdach oder zusätzlich eine Begrünung erhalten sollen. Hätte sich ein Gemeinderatsmitglied mehr dagegen entschieden, würde das Grün nicht kommen.

Eine von Frank Kuner (Aktive Bürger) und Martin Himmelheber (SPD/Buntspecht) ins Gespräch gebrachte Fotovoltaik-Lösung, die in einer früheren Sitzung auch schon von der Verwaltung ins Gespräch gebracht worden war, sei technisch nicht möglich, sagte der städtische Umwelt- und Technik-Fachbereichsleiter Rudolf Mager. Aber auch dann, so Mager, sei die Grundlage darunter eine extensive Dachbegrünung.

Wichtig für das Klima

Die Dachbegrünung war zwei Wochen zuvor im Verwaltungsausschuss angesprochen worden. Dort hatten die Ratsmitglieder keine Entscheidung getroffen, sondern das Thema auf den Gemeinderat vertagt.

Die Dachbegrünung selbst, bedauerte Mager, sei nicht von vorneherein für die Container geplant gewesen, so dass jetzt erneut die Beratung über die zusätzlichen Kosten von 80 000 Euro erforderlich seien – 65 000 für die Begrünung selbst, 15 000 für eine dafür erforderliche Dachverstärkung.

Kategorisch gegen diese Maßnahme sprach sich Freie-Liste-Sprecher Udo Neudeck aus. Er sei der Überzeugung, dass man "bei einem Provisorium alles pädagogisch wichtige" machen solle. Dabei warnte er aber, nicht aus dem Blick zu verlieren, was die Stadt insgesamt vorhabe. Es gehe jetzt los "um jede Mark", befürchtete er, deswegen werde er gegen die Begrünung stimmen.

"Wir sind unterschiedlicher Auffassung in unserer Fraktion", kündigte Clemens Maurer das Abstimmungsverhalten der CDU an.

"Es gibt nichts, was länger hält, als ein Provisorium", begründete Bernd Richter (ÖDP) die Zustimmung seiner Fraktion. "Wenn man das auf zehn Jahre rechnet, macht es im Jahr 6000 Euro. Die Klimafrage in einer Stadt, die in einem Talkessel liegt, sei wichtig. "Jedes begrünte Dach bringt einen Temperaturunterschied von sechs bis acht Grad drumherum."

Reinhard Günter (SPD/Buntspecht) kündigte an, sich Richter anzuschließen. Er sah generell ein Problem, dass es in der Vergangenheit geheißen habe, dass all das, was ökologisch gemacht werde, an anderer Stelle abgehe.

Thomas Branter (CDU) hielt die Diskussion über das Mikroklima für falsch, dafür sei diese zu klein. Allerdings kündigte er an, zuzustimmen, weil auch er davon ausgehe, dass das "Provisorium weiter hält." Deswegen sei es wichtig, das Klima im Gebäude zu verbessern.

Langes Provisorium?

Hinsichtlich der Laufzeit der Container stimmte ihm Johannes Grimm (Aktive Bürger) zu. "Ich gehe von einer langen Laufzeit aus für das Provisorium. Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation lässt mich nicht zuversichtlich sein, dass wir in zehn Jahr umziehen." Zudem sprach er die Gymnasiums­turnhalle an, die von oben als weißer Fleck wahrgenommen werde. Dies komme, so Hochbau-Abteilungsleiter Andreas Krause, von der zusätzlichen Wärmedämmung. Das Dach habe ohne großen Aufwand nicht verstärkt werden können.

Er wolle die Vorteile, die eine Begrünung optisch biete, nicht absprechen, sagte Emil Rode (Freie Liste). Allerdings müsse man in der Betrachtung zwischen extensiver und intensiver Dachbegrünung unterscheiden. Bei der geplanten extensiven erhalte man gleiche Temperaturwerte wie bei einer Bekiesung. Dazu habe Kies den Vorteil, dass man ihn nach Ende der Nutzungszeit "runter nehmen und verbauen" könne. Auch bei Regen gebe es kaum Unterschiede im Abflussverhalten, betonte Rode.

Rudolf Mager erinnerte darauf an einen Unterschied zwischen einem Schotter- und Grüngarten und sah in der Begrünung einen Mehrwert gegenüber dem Kiesdach.

Jürgen Winter (CDU) gab zu bedenken, dass die erfolgte Abstimmung über den Schulcampus – dass dies die künftigen Finanzmittel extrem stark einschränke – "schnell zum Totschlagargument" werden könne. Das jetzige Sachthema habe "gezeigt, dass es differente Einstellungen gibt." Er halte das Thema Stadtplanung für eminent wichtig. Ein starkes Argument sei, dass das Raumklima verändert werde, begründete er sein Dafür.

Das Thema Folgekosten sprach Jürgen Moosmann (Freie Liste) an. "Wenn man nichts macht, haben wir ein braunes Dach und kein grünes bei einem heißem Sommer", befürchtete er. Eine "nennenswerte Pflege ist nicht zu erwarten", sagte Mager hinsichtlich des Aufwands.

Tennenbronner Bedarf

Oskar Rapp (Freie Liste) vermisste die Ausgewogenheit im städtischen Haushalt in diesem Punkt. Die Resterschließung Tennenbronns solle gestrichen werden. Er nannte einen Bereich, in dem "seit 20 Jahren noch keine Regenentwässerung oder ein Randstein" gebaut worden sei. Bei Starkregen komme ein Starkwasserschwall herunter, deswegen seien jedes Jahr Reinigungsarbeiten erforderlich. "Wir bräuchten das dringender als eine Dachbegrünung."

Für die Begrünung warb Rektor Karsten Krawczyk, der zu bedenken gab, die Schule habe "eine komplette Freifläche, in der der Anbau steht. Sie ist eine Ganztagsschule, die keine Grünanlage mehr hat, der bisherige Grünstreifen ist eine Insel geworden. Wir sind für jede Maßnahme dankbar, die Abhilfe schafft", sagte er.

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