Die Rettungskräfte sind auch am Bahnhof in Oberndorf gefordert. Foto: Maier

Feuerwehr und DRK kümmern sich um Passagiere. THW auf der A  81 im Einsatz.

Die starken Schneefälle haben im Laufe des Donnerstags und Freitags die Rettungskräfte weiter auf Trab gehalten. Bei Oberndorf musste ein Zug wegen eines umgestürzten Baumes vorläufig halten. An der Autobahn wurden bis spät in die Nacht Autos und Lkws freigelegt.

Kreis Rottweil - Aufgrund der Witterungsverhältnisse kam es am Donnerstagabend zu Einschränkungen im Zugverkehr. Die Strecke Oberndorf bis Rottweil musste wegen eines in die Oberleitung gestürzten Baumes ab Donnerstag gegen 15.55 Uhr gesperrt werden, teilt eine Bahnsprecherin am Freitagnachmittag auf Nachfrage mit.

Anfangs kein Ersatzverkehr

"Gegen 20.30 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert", berichtet Feuerwehrkommandant Manuel Suhr im Gespräch mit unserer Zeitung. Etwa eineinhalb Stunden vorher war der Zug mit rund 20 Passagieren im Oberndorfer Bahnhof eingetroffen, so Suhr.

In einer Durchsage wurden die Personen im Zug zunächst aufgefordert, auszusteigen. Aufgrund des starken Schneefalls am Donnerstagabend gab es anfangs keinen Schienenersatzverkehr, erläutert der Kommandant. Deshalb musste alles schnell gehen. "Draußen war es sehr kalt und unter den Passagieren befand sich auch ein Kleinkind", fügt er hinzu. Vermutlich habe dann ein Passant oder ein Passagier die Feuerwehr kontaktiert. Diese war zusammen mit der DRK-Bereitschaft Oberndorf im Einsatz. Vom Bahnhof wurden zunächst alle Personen in Fahrzeugen in die Oberndorfer Neckarhalle gebracht, sagt Suhr. Um die Passagiere aufzuwärmen, habe das DRK heiße Getränke bereit gestellt. "Die neun Personen, die nicht die Möglichkeit hatten, nach Hause zu kommen, wurden für die Nacht in ein Hotel gebracht", erklärt er. Die Kosten dafür trage die Deutsche Bahn.

Am Freitagmorgen ab 6.30 Uhr konnte der Schienenersatzverkehr am Bahnhof dann eingerichtet werden, erzählt Suhr. "Die Hotelgäste wurden dann wieder zurück zum Bahnhof gefahren und konnten mit dem Schienenersatzverkehr wieder in die Heimat", freut sich der Feuerwehrkommandant.

Priorität: Anschlussstellen

Auch auf der A  81 waren unermüdlich Hilfskräfte im Einsatz. Schon seit Donnerstag räumten Autobahnmeisterei, Autobahnpolizei und das Technische Hilfswerk (THW) ordentlich auf. Die Helfer hatten eine gemeinsame Einsatzleitung und ein Räumkonzept erstellt. Priorität hätten die Anschlussstellen, erklärt der THW-Ortsbeauftragte Tobias Wagner. Am Donnerstag wurden bis spät in die Nacht Autos und Lkws freigelegt. Die Nacht arbeitete die Autobahnmeisterei laut des stellvertretenden Leiters Andreas Dittmann komplett durch. Gegen 21 Uhr hatte der beidseitige Rückstau auf der A81 auf der Höhe von Empfingen nachgelassen. Ab 23 Uhr hatten die Helfer "freie Bahn" und konnten ohne liegen gebliebene Fahrzeuge räumen.

Lesen Sie auch: Auf der A  81 geht zeitweise gar nichts mehr

Auch am Freitagmorgen waren die freiwilligen Helfer des THW Rottweil wieder dazugestoßen und schon seit 5 Uhr auf den Beinen: Abfahrten, Parkplätze und Fahrzeuge mussten freigelegt werden, etwas später folgt auch der Standstreifen.

Bis weit in den Vormittag hinein konnten die Fahrzeuge die Aus- und Einfahrt Eschachtal nicht benutzen, zum Teil waren Fahrzeuge ineinander verkeilt. Einige mussten abgeschleppt werden.

Fernfahrer sitzen fest

Dittmann spricht von einem "Großkampftag", denn selten falle in kürzester Zeit so viel Schnee. Da der Schneefall erst gegen 8 Uhr am Freitagmorgen aufhörte, mussten Fernfahrer die Nacht im Lkw verbringen. Dazu fuhren sie freiwillig die nächsten Raststätten an der A 81 an. Sie konnten allerdings von den Hilfskräften nicht betreut werden und so sitzen die Fernfahrer wohl noch einige Zeit fest. Der erste Parkplatz, der geräumt werden soll, befindet sich bei Weigheim.

Acht Fahrzeuge mit Mitarbeitern der Autobahnmeisterei und zehn Männer des THW waren im Einsatz, immer wieder wechselte die Besatzung in Schichten, um unermüdlich weiterzuräumen. Tobias Wagner war am Freitag optimistisch: "Heute könnten die Räumarbeiten erledigt werden." Andreas Dittmann sagt: "Es gab sehr viele freundliche Verkehrsteilnehmer, die mitgeholfen haben."

Allerdings sei es schon ein großes Hindernis, dass keine Räum- und Rettungsgasse auf der Autobahn gebildet wurde, damit die Einsatzfahrzeuge ihr Werk verrichten können. Die Polizei behält sich vor, Kennzeichen zu notieren, erklärt Sandra Kratzer vom Polizeipräsidium Konstanz. Es kann zur Anzeige kommen, wenn eine Rettungsgasse hätte gebildet werden können.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: