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Schiltach Landesbischof bittet um Geduld

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Kirchengemeinderats-Vorsitzende Ursula Buzzi (von links) bedankt sich bei Pfarrer Norbert Großklaus und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh mit Honig aus Schiltach. Fotos: Herzog Foto: Schwarzwälder Bote

Bei der Kirchenjubiläumsfeier hat sich Bischof Jochen Cornelius-Bundschuh von der evangelischen Landeskirche Baden als Fan der Eintracht Frankfurt geoutet. Doch bei der Frage nach einem neuen Pfarrer in Schiltach wich er galant aus.

Schiltach. Im Anschluss an den feierlichen Gottesdienst zum 175-jährigen Bestehen der evangelischen Stadtkirche wurde der hohe Gast aus Karlsruhe im Stadtgarten von Pfarrer Norbert Großklaus aus Offenburg interviewt. Bereits im Vorfeld hatten Gläubige aus der Kirchengemeinde die Möglichkeit, Fragen an Großklaus zuzusenden, um an Pfingstsonntag eine Antwort zu erhalten.

"Ja, heute schon, weil Eintracht Frankfurt die Bayern geschlagen und den DFB-Pokal gewonnen hat", antwortete der Landesbischof auf die Frage, ob er stolz sei, ein Hesse zu sein. Bei allem was er tue und entscheide, werde er von seinem Amt getragen.

In der Predigt sei ihm wichtig gewesen, zu verdeutlichen, dass man in solch einer Funktion nie alleine unterwegs sei. Sondern immer auch im Auftrag von Gott. Und was man auf der Kanzel predige, müsse man selbst vorleben. Klare Stellung bezog Cornelius-Bundschuh zu einem rassistischen Slogan der AfD. "Wenn Christen denken, dass sie polarisieren und andere beschimpfen müssen, gehören sie nicht zu unserem demokratischen System. Ich halte das für unverantwortlich und politisch für Brandstifterei."

Zur Frage von Großklaus, ob es auch in der evangelischen Kirche möglich wäre, wie Papst Franziskus in den Weihnachtsansprache der Kurie die Leviten zu lesen, meinte der Bischof: "Kirchenleitung geschieht miteinander und auf Augenhöhe, aber nicht gegeneinander. In der katholischen Kirche kann nur einer den anderen die Leviten lesen. Das finde ich nicht hilfreich."

Geist der Zeit zählt mehr als Zahlen

Keine klare Aussage machte der Interviewte zur Frage, wann die Schlüsselkinder in Schiltach endlich einen neuen Pfarrer zum Pfarrhaus führen dürften. Er gehe davon aus, dass die Kirchengemeinde ab Herbst eine bessere Vakanz-Vertretung haben werde. Bewerbungen habe er nicht zu entscheiden. Es sei eine Frage der Bewertung. In Schiltach gebe es eine schöne Kirche und ein renoviertes Pfarrhaus. Aber die Kirchengemeinde habe auch Standortnachteile. Er bitte um etwas Geduld, im Oberkirchenrat sei man an diesem Thema dran.

Die Frage zur Zunahme von Kirchenaustritten und fast leeren Kirchen bei Gottesdiensten beantwortete Cornelius-Bundschuh detailliert. Das stimme einerseits, andererseits aber auch nicht. Zu den Sonntagsgottesdiensten kämen zwar weniger Besucher als noch vor einigen Jahren. Doch bei Gottesdiensten mit Programmen und anderen kirchlichen Veranstaltungen seien die Gotteshäuser voll.

Man solle jedoch nicht so sehr auf die Zahlen schauen, sondern auf den Geist der Zeit. Als 2015 die Flüchtlinge gekommen seien, seien viele Menschen zu ihm gekommen und hätten gesagt, sich jetzt wieder als Christen zu erkennen. Als Kirche müsse man auch um die Mitgliedschaft von Menschen werben. Ohne dieses Tun könne kein Vorstand einen Verein führen, übte der Bischof Selbstkritik.

Kirchengemeinderats-Vorsitzende Ursula Buzzi bedankte sich bei Cornelius-Bundschuh mit Schiltacher Honig für das Interview und das Kommen zum Kirchenfest. Sie wurde vom Bischof zuvor im Gottesdienst ebenso wie Roswitha Bühler mit der silbernen Ehrennadel für 25-jährigen Bläserdienst ausgezeichnet. Die bronzene Ehrennadel erhielt Jürgen Nähr für zehn Jahre Musizieren im Posaunenchor.

 
 

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