Prozessauftakt am Dienstagmorgen am Landgericht Rottweil: TV-Anwalt   Ingo Lenßen ist einer der Verteidiger der insgesamt neun Angeklagten. Foto: Ralf Graner Photodesign

Hohe Sicherheitsvorkehrungen zum heutigen Prozessauftakt gegen gefährliche Drogenbande.

Kreis Rottweil - Ein Verfahren dieser Größenordnung hat das Landgericht Rottweil noch nie erlebt: Seit dem heutigen Dienstagmorgen stehen neun Angeklagte wegen bandenmäßigen Drogenhandels unter Einsatz von Schusswaffen vor Gericht. Es geht um organisierte Kriminalität, das Gefährdungspotenzial ist hoch, 30 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Im Vorfeld mussten am Landgericht bauliche Maßnahmen erfolgen, um die Angeklagten getrennt voneinander unterbringen zu können. Die Sicherungsmaßnahmen wurden mit dem Landeskriminalamt abgesprochen, erklärte Gerichtssprecher Geiger zum Auftakt.

Die Angeklagten, denen insgesamt 46 Tatvorwürfe zur Last gelegt werden, wurden einzeln hereingeführt.

In der Reihen der Anwälte gibt es übrigens ein recht bekanntes Gesicht: TV-Anwalt Ingo Lenßen verteidigt einen der Angeklagten.

Der Prozess umfasst 41 Verhandlungstage. Erst im April wird das Urteil gesprochen.

In der Anklage gegen die mazedonisch-albanische Band ist die Rede von mehr als 120 Kilogramm Kokain, vier Kilogramm Heroin und rund 2000 Ecstasy-Tabletten. Die Drogen sollen per Lastwagen nach Deutschland transportiert und dann über Verteilzentren in Düsseldorf, Berlin, Stuttgart, Salzburg, Neustadt an der Weinstraße und Tuttlingen in Umlauf gebracht worden sein. Die Angeklagten agierten teilweise auch als Fahrer der Lastwagen, teils als Verteiler. Sie gingen letztlich teilweise verdeckten Ermittlern auf den Leim.

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