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Rottenburg Schlachthof: OB spricht von "Frechheit"

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Das Rottenburger Schlachthof-Gebäude sieht schön aus, ist aber nicht im besten Zustand. Foto: Archiv

Rottenburg - Der Schlachthof erhitzt weiter die Gemüter. Der Sachstandsbericht im Rottenburger Gemeinderat artete in kürzester Zeit in eine hitzige Diskussion aus. Vor allem Stadtrat Emanuel Peter von der Linken stand im Mittelpunkt der aufgeheizten Debatte.

"Billigen Populismus" warf man ihm vor, Stadtrat Hermann Josef Steur von der SPD sprach ihn direkt an: "Sie legen sich Argumente zurecht, wie Sie es gern hätten." Hintergrund war, dass Emanuel Peter in der Sitzung am Dienstagabend zuerst noch erklärt hatte: "Es ist ein großer Schritt, dass die Stadt anerkannt hat, dass es auf Grund der großen Kreisstadt einen Schlachthof geben soll."

Der bestehende Schlachthof im historischen Gebäude ist allerdings sanierungsbedürftig. Momentan gehen die Tendenzen dahin, ein neues Gebäude zu errichten, und dort nach hohen Qualitätsstandards Fleisch zu produzieren. Vorbild ist der Schlachthof Überlingen und die Firma Fairfleisch. Peter stellte jedoch in Frage, wo der neue Schlachthof stehen solle. Ein alternativer Standort werde von der Stadt noch nicht genannt, was die Aussage, der bisherige Standort sei der "schlechteste", hinfällig mache.

Weiter eckte Emanuel Peter mit der Aussage an, das Planungsbüro Falkenstein, das eine Einschätzung zur Höhe der Sanierungskosten für den Altbau abgegeben hatte, sei "überfordert gewesen, da es bisher nur Großschlachtereien geplant hatte". Das Gutachten sei somit unbrauchbar für den Rottenburger Schlachthof.

Ist Sanierung Sache der Stadt?

Finanzbürgermeister Hendrik Bednarz bezeichnete die Aussage als "mittlere Unverschämtheit" und erklärte, das Büro habe auch bereits kleinere Betriebe geplant. Oberbürgermeister Stefan Neher sagte später dazu: "Sie sind auch kein Architekt. Deshalb finde ich es eine Frechheit, so über Fachleute herzuziehen."

Weiter sprach der Linke-Politiker an, die Sanierung des denkmalgeschützten Schlachthofs sei Aufgabe der Stadt. Oberbürgermeister Neher widersprach dem scharf: Die Stadt sei zwar Eigentümerin, könne das Gebäude jedoch abstoßen. "Es ist nicht notwendig, dass die Stadt Eigentümerin ist." Außerdem sei kein Eigentümer verpflichtet, seine Gebäude zu sanieren, das gelte auch für die Stadt Rottenburg. Allein die Sanierung der Fassade des Schlachthofs würde über drei Millionen Euro kosten. Der Austausch der veralteten Schlachtanlagen käme noch dazu.

N eher stellte klar: Wenn die Stadt eines ihrer Gebäude saniert, dann würde sie es nach modernen Maßstäben tun und Gebäude nicht "mit Klebeband aus dem Baumarkt" über die Zeit retten.

Stadträtin Ursula Clauß von den Grünen sprach ebenfalls die Möglichkeit eines neuen Gutachtens an, aber aus anderen Gründen: Sie wolle damit den Verfechtern des alten Standorts den Wind aus den Segeln nehmen. Insgesamt seien viele falsche Behauptungen im Umlauf.

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