Die Rottweiler Straße bleibt vorerst gesperrt. Gutachter werden diese Woche einen genaueren Blick auf den Hang werfen. Foto: Störzer

Erneut ist die Rottweiler Straße gesperrt und erneut ist der Unmut unter Autofahrern groß. Eine Begehung soll nun Aufschluss darüber geben, welche Maßnahmen notwendig sind.

Oberndorf - Für viele Oberndorfer war es ein Déjà-vu: Nachdem ein etwa 20 Zentimeter großer Stein auf die Fahrbahn gefallen war, wurde die Rottweiler Straße wie bereits im Vorjahr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Verkehr wird wieder über den Talplatz umgeleitet.

 

Halbseitige Öffnung?

Ein Leser forderte die halbseitige Öffnung der Straße. Mobile Betonschutzwände, wie man sie von Autobahnbaustellen kennt, könnten innerhalb kürzester Zeit aufgestellt werden, um herabfallendes Geröll abzufangen. Der Verkehr könnte wieder rollen. Doch auf Anfrage erklärt das Regierungspräsidium Freiburg, das für die Straße zuständig ist, dass dies aus Sicherheitsgründen nicht möglich ist. Die Straße bleibt auf absehbare Zeit gesperrt.

Nicht informiert

Auch bei Lennart und Petra Buomann, Pächter der Total-Tankstelle am unteren Ende der Straße, werden Erinnerungen an vergangenes Jahr geweckt. "Wieder wurde die Straße plötzlich gesperrt, ohne dass wir vorher darüber informiert wurden", ärgert sich Lennart Buomann. Auch wenn der kürzeste Weg zur Tankstelle nun wegfällt, Auswirkungen auf das Geschäft habe die Sperrung noch nicht. Und immerhin wurde die Zufahrt von der anderen Seite zu seiner Tankstelle nicht von den Baustellenbaken blockiert. "Das war letztes Mal anders", erinnert er sich. Damals wurde die gesamte Abbiegespur und damit auch die Zufahrt zur Tankstelle für Autofahrer, die aus Altoberndorf kommen, gesperrt – bis er sich beschwerte.

Gutachter rücken diese Woche an

Da es im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums zahlreiche Felsschläge gebe und die Umleitung keine langen Staus verursache, habe die Rottweiler Straße nicht die höchste Priorität, hieß es vergangene Woche.

Dennoch: "Unser Straßenbaureferat in Donaueschingen hat das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau beauftragt, den Hang an dieser Stelle zu begutachten. Der Termin dazu wird diese Woche stattfinden", erklärt nun das Regierungspräsidium.

Pflanzen stabilisieren Hang

Der Bewuchs auf dem Hang müsse dazu nicht entfernt werden, "zumal jeder Baum und jeder Strauch den Hang stabilisiert." Nach der Begutachtung werde das Landesamt eine Einschätzung treffen, ob auch an dieser Stelle eine bauliche Maßnahme zur Sicherung des Hangs notwendig ist oder ob es ausreicht, den Hang zu beräumen. Genaueres zum weiteren Vorgehen lasse sich nach derzeitigem Stand noch nicht sagen.

Nachdem im März des vergangenen Jahres ein Fels auf die Straße gestürzt war, wurde die Rottweiler Straße gesperrt. Die Hangsicherungsmaßnahme wurde erst vor knapp vier Monaten abgeschlossen. Die Kosten lagen bei rund 125 000 Euro. Der jüngste Felssturz ereignete sich an einer ungesicherten Stelle.