Es ist die größte Investition in der Geschichte von Alpirsbacher Klosterbräu. Nach jahrelanger Planung steht die neue Abfüllhalle. Wo beim Richtfest noch Bierzeltatmosphäre herrschte, soll eine Anlage schon bald Getränke in Flaschen abfüllen.
Wildes Gewusel herrschte am Freitagmittag auf dem Werksgelände von Alpirsbacher Klosterbräu. Gut 100 Gäste waren gekommen, um gemeinsam mit dem Familienunternehmen das Richtfest der neuen Abfüllhalle zu feiern. Gerechnet hatten die Verantwortlichen mit 40 Gästen. Dennoch ging das Bier nicht aus.
Zehn Millionen Euro: So viel kostet die neue Abfüllhalle. Die Brauerei möchte damit neue Maßstäbe in ihrer Abfülltechnik setzen. Einen geringeren Verbrauch von Wasser und Reinigungsmittel, schlanke Personalsteuerung, schnellen Sortenwechsel und Quotenoptimierung beim Ausstoß führt das Unternehmen als Beweggründe für die Investition an.
Die Planung habe Jahre gedauert. Im November vergangenen Jahres starteten die Arbeiten schließlich. Als kleinen Rückschlag führte Inhaber Carl Glauner starke Regenfälle an, denen die Abdichtung nicht standgehalten hatte. Die Halle wurde zum Schwimmbad.
Zufrieden zeigte sich Glauner umso mehr, als er seine Gäste beim Richtfest begrüßte. Wo an diesem Tag noch Bierzeltatmosphäre herrschte, soll bald die Abfüllanlage stehen, die dafür sorgt, dass das Bier in die Flaschen kommt. Glauner dankte allen am Bau Beteiligten, vom Architekten über den Ingenieur bis hin zu denjenigen, die für den Brandschutz verantwortlich zeichneten.
Zimmerleute platzieren den Richtbaum in schwindelerregender Höhe
Auch die Mitarbeiter der Brauerei wurden in Glauners Rede nicht vergessen. Das Turmlager, von dem aus die Online-Bestellungen für den Versand fertig gemacht wurden und das vor den Bauarbeiten an dieser Stelle beheimatet war, musste komplett geräumt werden. „Eine große logistische Herausforderung“, so Glauner.
Wenige Minuten zuvor hatten die Zimmerleute in schwindelerregender Höhe auf dem Dach des Gebäudes den Richtbaum platziert. Kurz bevor Ralf Heinzelmann von der Zimmerei Heinzelmann sein leer getrunkenes Bierglas meterweit in die Tiefe warf, bis es auf dem Boden zerschellte, rief er: „Wir wünschen dem Bauherren das beste Bier.“
Dämmeigenschaften des Holzes tragen zur Energieeffizienz bei
Entschieden hat sich die Brauerei für einen Holzbau. Dieser sei besser als ein Stahl- oder Betonbau, führte Glauner aus. Ein Holzbau sei nachhaltig, das Holz binde CO2. Es sei volumenmäßig leichter als Stahl und beinahe so druckfest wie Beton. Dadurch ermögliche es größere Abschnitte im Hallenbau ohne zusätzliche Stütze. Die natürlichen Dämmeigenschaften des Holzes tragen zur Energieeffizienz bei. Auch sei das Raumklima bei einem Holzbau angenehm, was besonders den Mitarbeitern zugute kommen werde.
Architekt Sebastian Kummer betonte in seiner Rede die regionale Verbundenheit seines Auftraggebers. Es seien nur Firmen aus Baden-Württemberg beauftragt worden. Moritz Glauner zapfte mit einem gekonnten Schlag das Bierfass an und eröffnete somit den geselligen Teil des Mittags, der vom Musikverein umrahmt wurde.