Narrengaudi in Oberiflingen: Auentalhexen und Quellwächter entrissen beim Rathaussturm Kapitän und Bürgermeister Thomas Staubitzer den Rathausschlüssel. Foto: Ade

Kapitän und Bürgermeister Thomas Staubitzer steigt beim Rathaussturm in Oberiflingen zwischendurch gewissermaßen auch mal kurz ins Büßergewand.

Nach der Premiere im Vorjahr gab es am „Schmotzigen“ zum zweiten Mal einen Rathaussturm in Oberiflingen. Auentalhexen und Quellwächter holten Bürgermeister Thomas Staubitzer und Ortsvorsteher Andreas Zeller aus dem dortigen Rathaus, entrissen dem Schultes den symbolischen Schlüssel und damit die Macht bis Aschermittwoch. Dann ging es mit einer närrischen Feier auf dem Ochsenplatz weiter.

 

Staubitzer hatte sich als Kapitän verkleidet, seine Frau und das Rathausteam schlossen sich im Matrosenlook thematisch an. Vor seiner Rede rief Staubitzer ein dreifach-kräftiges „Auental-Hexa und Quell-Wächter“ in die Menge.

Bevor er zu schwätzen anfange, wolle er sich „kurz und ehrlich“ dafür entschuldigen, dass der Christbaum am 5. Januar zum Narrenbaum wurde, so Staubitzer. Die Reaktionen seien teilweise heftig gewesen. Weder der Ortsvorsteher noch die Hexen hätten Schuld – er selbst habe es erlaubt, aber nächstes Jahr mache man es anders. Jetzt sei „g’nug und ehrlich Buße getan, jetzt laufe mr so langsam über in den Wahn“, reimte Staubitzer dann.

Spitze gegen „Hochadel“

Eine kleine Spitze konnte er sich dann aber doch nicht verkneifen: „Zum zweiten Mal, man glaubt es kaum, und das alles trotz dem Baum, stürmt ihr unser Rathaus nun, und da gibt es auch kein Vertun, auch wenn i krieg dann wieder Tadel vom Gesamt-Schopflocher Hochadel.“

Staubitzer nutzte die Gelegenheit auch für einen kleinen Rückblick auf sein erstes Jahr. „Vieles wurde gemacht und getan, auch wenn man sich manchmal vorkommt wie auf ’ner Achterbahn“, erinnerte er etwa an den in Oberiflingen angedachten Tante-M-Laden. „So auch bei Tante M, oh je, da wirsch plemplem – erscht kommt se, dann wieder net, dann wieder doch, zurzeit wieder net, wie’s da weitergeht, des schaun mr dann, es isch schwierig, o Mannomann.“

Jeder will den Hüttensommer

Dem Rathausteam bescheinigte er, ihn „super integriert“ zu haben, so dass er sich fühle „fascht immer bescht, do drübe im Schopflocher Rathaus-Nescht“.

„Was ganz toll war, isch dr Hüttensommer, alle hen sich gfreit, das war der Hammer“, fuhr er fort. „Aber jetzt wird’s schwieriger als gedacht, denn wo machen mr’s dieses Jahr, wer hat bedacht, die eine meinet hier, die andere meinet da, ich sag nur eins, ja himmelsakra, es isch doch wurscht, in welchem Ort, Hauptsach’, die Leit kommet von dahoim mol wieder fort!“

Von Haus aus angenehm

„Aber dr Schopflocher freit sich mehr still, laut scho eher, wenn er was will“, wurde Staubitzer kurz grundsätzlicher. „Aber mega muss mr’n halt trotzdem, denn von Haus aus isch er scho agnehm.“

Nach dem vom Bürgermeister angestimmten und gemeinsam gesungenen „An der Nordseeküste“ rief Staubitzer der Narrenschar zu: „So, hier, ihr Hexa, henner dr Oberiflinger Rathausschlüssel, jetzt machet’s besser als dr Andi und i, führet die Geschicke und au die Regie, mir machet jetzt Urlaub und bis Mittwoch Pause – schaffa den jetzt ihr, und mir machet Sause.“