Im Pflegezentrum Schömberg haben Frauen das Sagen (von links): Katrin Pfeiffle und Susanne Haug, beide Mitarbeiterinnen in der Verwaltung, die stellvertretende Pflegedienstleiterin Kathleen Kasper, Tanja Dickmann-Rappel und Daniela Haug, Leiterin Therapie. Im Hintergrund ist die Großbaustelle zu sehen: der neue Anbau Foto: Verena Parage

Die Arbeiten am Pflegezentrum Schömberg schreiten voran. Insgesamt entstehen 16 neue Zimmer. Der Bedarf ist da, sagt Inhaberin Tanja Dickmann-Rappel.

Die begehrtesten Plätze befinden sich direkt am Eingang. Dort sitzen drei Senioren und schauen, was sich tut. An der Pforte des Pflegezentrums Schömberg, aber auch vorm Haus. Dort nämlich tut sich jede Menge: Seit etwa einem Jahr wird gebaut. Das Pflegezentrum wird erweitert, die Bestandsgebäude werden anschließend saniert.

 

Im Sommer oder Frühherbst soll der Neubau fertig sein. „Wir sind in Verzug wegen der Kälte“, berichtet Tanja Dickmann-Rappel, Inhaberin des Pflegezentrums und Geschäftsführerin der Pflegezentrum Schömberg GmbH. Wenn es so weit ist, ziehen Bewohner des Pflegeheims dort ein. In den so frei werdenden Zimmern im bestehenden Gebäude beginnt dann die Sanierung. Nach und nach kommen so alle Bereiche des Pflegezentrums dran. „Da wird das Unterste nach oben gekehrt“, erzählt Dickmann-Rappel.

Nach Renovierung sind alle Zimmer gleichwertig

Nach der Renovierung seien die Zimmer alle gleichwertig – egal ob in den älteren Gebäudeteilen oder im Anbau. Auch von außen. Sie mache sich gerade viele Gedanken über die Gestaltung der Fassade. In jedem Fall soll sie aus einem Guss werden, was Fenster und Farbe betrifft.

Das Pflegezentrum verfügt momentan über 84 stationäre Plätze, 20 davon in Doppelzimmern. Nach Renovierung und Anbau werden es 100 Plätze sein – lauter Einzelzimmer. „Der Bedarf ist da“, sagt die Inhaberin. Nicht nur für mehr Betreuungsplätze, sondern auch für Einzelzimmer. Diese sind nicht nur gefragt, sondern seitens des Landes Baden-Württemberg inzwischen vorgeschrieben. Die Zimmer werden zu Wohngruppen mit maximal 15 Bewohnern und eigener Küche zusammengefasst.

Der Anbau umfasst eine Fläche von 1650 Quadratmetern, 4500 Quadratmeter groß ist die Fläche im Bestand. „Ich bin froh, wenn ich ein Ergebnis sehe. Wenn ich sehe: Da tut sich was“, sagt Tanja Dickmann-Rappel. Sie will etwas bewegen in ihrem Unternehmen, das ist ihr anzumerken, wenn sie erzählt. Dickmann-Rappel leitet den Familienbetrieb in dritter Generation.

„Ich bin froh, wenn ich ein Ergebnis sehe“

Gleichzeitig möchte sie etwas bewegen für ihre Mitarbeiter. Im ältesten Gebäudeteil, das aus dem Jahr 1912 stammt, entstehen deshalb sechs Mitarbeiter-Wohnungen. „Dieses Haus hat es verdient“, meint sie. Und: „Man muss den Leuten etwas bieten.“ Zumal es schwierig ist, Wohnungen zu finden – erst Recht für internationale Mitarbeiter. Für sie bietet die Chefin auch Sprachkurse an. Jeden Donnerstag komme ein Deutschlehrer ins Pflegezentrum.

Im ältesten Gebäude wohnen Mitarbeiter

Was sie macht, das macht sie richtig: Dieser Eindruck entsteht, wenn Tanja Dickmann-Rappel von ihrer Arbeit berichtet. Vielleicht auch, weil die in einem Familienunternehmen mehr ist als „nur“ Arbeit. Die vierfache Mutter leitet den Betrieb in dritter Generation. „Immer, wenn ich etwas mache, dann brenn’ ich dafür.“

Das gilt auch für Veranstaltungen, die sie gerne anbietet. „Am meisten freue ich mich aufs Therapiezentrum im Erdgeschoss“, meint sie denn auch. Denn die Räume, die dort entstehen, lassen sich zusammenlegen. So gibt es künftig einen designierten Platz, an dem etwa Vortragsabende für Angehörige stattfinden können. Es ist also immer was los im Pflegezentrum. Die Senioren auf ihrem Aussichtsplätzchen an der Pforte dürfte das freuen.