Dass die langsam vor sich hin bröselnde Mauer auf dem Haigerlocher Friedhof kein schöner Anblick ist, wird wohl niemand ernsthaft bestreiten. Aber weil zu ihrer Sanierung Spezialisten herangezogen werden müssen, wird’s richtig teuer. Foto: Kost/Kost

Nix wird’s so schnell mit der Friedhofsmauer oder dem Riesenweg. Diese ernüchternde Botschaft brachte der städtische Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck in den Haigerlocher Ortschaftsrat. Dafür geht es mit den Sanierungsarbeiten in der Gruoler Straße wieder voran.

Ortsvorsteher Michael A.C. Ashcroft liegen die Wege Annahalde, von der Oberstadtstraße in Höhe der Annakirche bis hinunter zum Bahnhof, und der Riesenweg hinauf zum Schloss sehr am Herzen. Beide gehören zum Haigerlocher Rundwanderweg und sind daher touristisch wichtig.

 

Beide Wege sind in kritischem Zustand, der Weg zum Schloss, vorbei an der Tanzgalerie Reinecke, ist seit geraumer Zeit gesperrt, weil die Verkehrssicherheit nicht gewährleistet ist Daran wird sic wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern, denn, so Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck, die Instandsetzung sei „finanziell sehr intensiv“: Felsberäumung, Entfernen von Holz, Sicherung der Abhänge, und dass alles in sehr steilem Gelände: Das sei in diesem Jahr finanziell nicht drin.

Der Riesenweg – ein Spazierweg hoch zum Haigerlocher Schloss – ist aus Sicherheitsgründen für Fußgänger gesperrt. Foto: Birgit Fechter/Birgit Fechter

Auch bei der Annahalde seien die Kosten für eine Sanierung ermittelt worden – mit ernüchterndem Ergebnis. Der Asphalt müsste händisch aufgebracht, zudem der Unterbau aufwendig saniert werden, das sei an diesem steilen Weg sehr teuer. Schluck gab außerdem zu bedenken, dass im Falle einer Reaktivierung der Eyachtalbahn womöglich neue Anforderungen an den Weg gestellt würden, man solle also nicht schon vorher Tatsachen schaffen.

Zustand ein Armutszeugnis

Auch in Sachen Friedhofsmauer, ein Projekt, das der Bevölkerung und dem Ortschaftsrat sehr am Herzen liegt, hatte der Bauamtsleiter keine guten Neuigkeiten: Bereits 2019 seien die Kosten für die Sanierung mit 397 000 Euro veranschlagt worden, geplant sei eine Sanierung in vier Abschnitten gewesen. Der hohe Preis kommt laut Schluck daher, dass besonders qualifizierte Steinmetze die denkmalgeschützte Mauer abtragen und neu aufbauen müssten. Sie dürfe nicht mit Zement geflickt werden. Außerdem würden das Wurzelwerk einiger Bäume die Steine nach oben drücken, die Bäume wolle man aber nicht umsägen.

Er wisse, dass der Zustand der Mauer ein Armutszeugnis sei, aber im Moment könne nur für die Verkehrssicherheit gesorgt werden, so Schluck weiter. Absturzgefährdete Steine an den stark geneigten Mauerteilen sollen abgenommen und hinter der Mauer gelagert werden, was natürlich keine Lösung auf Dauer sei, aber die Verkehrssicherheit gewährleiste. Der Ortschaftsrat nahm dies zur Kenntnis.

Sanierte Mauer gefällt dem Ortschaftsrat

Auf Nachfrage von Heike Letmathe informierte Hans-Martin Schluck, dass vor der sanierten Mauer am Schlössle noch ein Pflanzbeet angelegt sowie eine Zierkirsche gepflanzt werde. Die Mauer sei gut geworden, so die einhellige Meinung im Gremium.

In der Gruoler Straße gehen die Straßenbauarbeiten weiter, die Restarbeiten werden vom unteren Bereich her ausgeführt, informierte der Bauamtsleiter. Es werden ein neuer Stromanschluss gelegt, die Gruoler Straße und die Einfahrt zur Desiderius-Lenz-Straße müssten für die Arbeiten gesperrt werden. Es sei noch zugewartet worden, weil eine Notwasserversorgung gelegt werden musste, was bei Minustemperaturen problematisch sei.

Der Sitzung war ein Ortsrundgang mit Vertreterinnen der Industrie- und Handelskammer Reutlingen vorangegangen, an der auch die Gewerbetreibenden im Städtle teilgenommen hatten. Ortsvorsteher Michael Ashcroft sprach von wichtigen Impulsen und guten Gesprächen. Bekanntlich will die Stadt mit Hilfe von Innenstadt-Beratern der IHK für Verbesserungen sorgen.