Die Ergebnisse des Orts-Checks zeigen: Die Grosselfinger leben gerne in ihrem Heimatort. Sie lieben die Sauberkeit, schätzen die Vereinslandschaft und die Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Das sollte sich hingegen ändern.
In der Orts-Check-Umfrage des Schwarzwälder Boten wird die Lebensqualität in der Gemeinde auf einer Skala vom schlechtesten Wert 1 bis zum besten Wert 10 mit 7,6 bewertet. Zum Vergleich: Das benachbarte Bisingen kommt auf 7,8, Jungingen auf 9,0 und Rangendingen auf 8,6. Haigerloch erreicht mit 7,1 dagegen einen niedrigeren Wert als Grosselfingen.
41 Teilnehmer hatten die Heimat des Ehrsamen Narrengerichts mit ihrer Stimme bewertet. Der Orts-Check zeigt auf, wo es Nachbesserungsbedarf gibt, er zeigt darüber hinaus aber auch, dass die Grosselfinger viel Lob für ihren Heimatort übrig haben, sie teilen aber auch mit, was verbessert werden sollte:
Grosselfingen ist sauber
Mit einem Wert von 8 bewerten die Umfrageteilnehmer die Sauberkeit in ihrer Gemeinde. Die Müllentsorgung funktioniert demnach reibungslos und auch an öffentlich zugänglichen Stellen liegt nach Wahrnehmung der Teilnehmer nahezu kein Unrat herum. Das Umfrageergebnis wirkt folgerichtig, ist in Grosselfingen doch der Hauptsitz des Müllentsorgungsbetriebs Bogenschütz.
Ein guter Ort für Familien
Überdurchschnittlich schneidet Grosselfingen in Sachen Familienfreundlichkeit ab. Die Schul- und Ausbildungssituation sowie das Angebot an Kinderbetreuungsmöglichkeiten werden sehr gut bewertet (7,6). Daran zeigt sich: Die millionenschweren Investitionen in die Sanierung der Hainburgschule und den Anbau an den Kindergarten St. Josef zahlen sich aus und machen die Einwohner insgesamt zufrieden.
Vielfältiges Sportangebot
Wie die Teilnehmer die Aktivitäten der örtlichen Sportvereine bewerten, wollten wir in der Umfrage wissen. Die Antworten ergeben zusammengefasst den Wert von 7,9. Dies dürfte auch als Lob für den FC Grosselfingen verstanden werden, weil der Verein mit seinen Abteilungen von Fußball bis Gymnastik zahlreiche Sportarten abdeckt. Auch darüber hinaus ist der Ort reich an Vereinen, vom Tischtennisclub, über den OGV bis hin zu Brieftaubenzüchtern und Kulturverein.
Zu wenig Einzelhandel
Vom Lob zur Kritik: Das Angebot der Lebensmittelgeschäfte in Grosselfingen wird nicht gerade positiv gesehen (3,0), und das ebenso wenig wie das Einzelhandelsangebot (2,8).
Allerdings könnte sich das in Zukunft ändern: In Grosselfingen hat Getränke Oesterle sein Geschäft erweitert und darüber hinaus will der Discounter Netto eine modern gebaute Filiale direkt daneben eröffnen. Zudem gibt es ja noch eine Filiale der Bäckerei Schweizer und die Metzgerei Funk. An Lebensmittelgeschäften wird es dem Ort in Zukunft nicht mangeln. Es gibt manch eine Gemeinde ähnlicher Größe, die bei der Nahversorgung auf eine solche Vielfalt nicht verweisen kann.
Ein Umfrageteilnehmer schrieb dazu: „Einkaufen wäre gut. Aber wird ja bald gebaut“, ein anderer meint: „Dass hier jetzt ein Discounter gebaut wird, ist super; dass es ein Netto wird, eher nicht.“ Ein dritter Teilnehmer dazu: „Hier soll bis Ende des Jahres ein Discounter entstehen, das ist sehr positiv.“
Wenige Gaststätten
Kritisiert wird die „gastronomische Vielfalt“ in Grosselfingen (3,2). Offenbar hätten die Umfrageteilnehmer gerne mehr Auswahl.
Kein Arzt
Starke Kritik erhält das Angebot der ärztlichen Versorgung vor Ort. Nachdem GoMedicus die Praxis von Ullrich Mohr übernommen hatte, findet seine Sprechstunde im ehemaligen Schulhaus nicht mehr statt.
Wunsch nach Zebrastreifen
Nicht allzu gut bewertet wird die Belastung durch den Straßenverkehr (5,6) und die Lärmbelastung durch Verkehr (6,2). „Bitte kein Tempo 30 auf den Durchgangsstraßen“, schreibt ein Umfrageteilnehmer dazu, ein anderer: „Eine Verkehrsberuhigung wäre mehr als notwendig. Es wird auf der Durchgangsstraße zu schnell gefahren.“ Ein Teilnehmer wünscht sich einen Zebrastreifen: „Einen Zebrastreifen für die Kinder gibt es im ganzen Ort nicht. Wenn die Kinder zum Bus müssen, überqueren sie die vielbefahrene Straße.“
Mehr Busverbindungen
Gerne gesehen wären in Grosselfingen eine bessere Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel. Ein Teilnehmer schreibt: „Mehr Verbindungen zum Bahnhof wären gut, um auch mit dem Zug pünktlich zur Arbeit zu kommen“, dazu ein anderer: „Der öffentliche Personennahverkehr sollte vielfältiger sein.“