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Offenburg Tödliche Messerstiche: Guido Wolf warnt vor Politisierung von Bluttat

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"Echtes Mitgefühl statt rechter Hetze", forderten Demonstranten am Samstag in Offenburg. Foto: Braun

Offenburg/Stuttgart - Nach der tödlichen Messerattacke auf einen Arzt in Offenburg, mutmaßlich durch einen 26-jährigen Somalier, ist für Mittwochnachmittag eine Mahnwache in der Stadt geplant.

Daran werden neben Bürgern und Betreuern auch rund 50 Asylbewerber aus Offenburg teilnehmen, kündigt die Flüchtlingshilfe Rebland an, die den Trauerzug organisiert. Die Gruppe betreut rund 200 Asylbewerber in Offenburg. Der stille Trauermarsch soll von einem Flüchtlingsheim quer durch die Innenstadt bis zur Praxis des getöteten Arztes führen. Dort ist geplant, weiße Rosen als Zeichen der Trauer abzulegen, sagte Heribert Schramm von der Flüchtlingshilfe Rebland im Gespräch mit unserer Zeitung. Ansprachen seien nicht vorgesehen. Es gehe um Anteilnahme und ein Zeichen der Solidarität. "Wir grenzen uns von dem Versuch ab, diese schreckliche Tat zur Stimmungsmache gegen Flüchtlingen zu nutzen", erklärt Schramm.

Bei der Demo am Samstag hatte der Kehler AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple gegenüber Reportern erklärt, dass von Afrikanern eine latente Gefahr der Gewaltbereitschaft ausgehe. Er kenne Afrika gut und wisse, dass dort schnell zum Messer gegriffen werde.

Demonstrationen laufen ruhig ab

Rund 300 AfD-Anhänger hatten sich vor dem Offenburger Rathaus versammelt. Ebenso viele Mitglieder verschiedener linker Gruppen hatten sich zu einer Gegendemo getroffen. Beide Seiten verhielten sich vergleichsweise ruhig, es gab wenig gegenseitige Provokationen.

Die Flüchtlinge seien von der brutalen Gewalttat geschockt, der Arzt habe viele von ihnen behandelt. Sie hätten bei ihm "eine mitfühlende Behandlung gefunden", sagt Schramm. Dass ausgerechnet ein Mann aus Somalia der Täter sein solle, bedrücke die Asylbewerber zusätzlich. Ein Flüchtling, der unmittelbar vor der Bluttat zur Behandlung in der Praxis gewesen sei, habe den mutmaßlichen Mörder sogar noch getroffen. Der Somalier habe die Praxis betreten, als der Patient sie gerade verlassen habe.

Unmittelbar darauf soll der Somali zugestochen haben. Für den 51-Jährigen Arzt kam jede Hilfe zu spät, eine Arzthelferin wurde leicht verletzt. Gut eine Stunde nach der Bluttat wurde der Verdächtige auf offener Straße festgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Über die Hintergründe des Verbrechens kann derzeit nur spekuliert werden. Der Tatverdächtige hüllt sich offenbar weiterhin in Schweigen.

Der Mann sei in Offenburg wohl von keiner Flüchtlingseinrichtung betreut worden, erklärt Schramm. Bei Polizei und Staatsanwaltschaft wurde eine kleinere Ermittlungsgruppe eingerichtet, die den Fall unersucht. Da es einen dringend Tatverdächtigen gebe, sei keine große Sonderkommission notwendig, erklärt die Polizei. Die Ermittler hoffen weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Wolf warnt vor Politisierung von Verbrechen

Justizminister Guido Wolf (CDU) warnt unterdessen vor einer Politisierung des Verbrechens. "Wichtig für die Politik in solchen aufgeheizten Stimmungslagen ist, dass solche Verbrechen nicht politisch missbraucht oder instrumentalisiert werden", so Wolf mit Blick auf die AfD-Kundgebung. Zugleich äußerte er Verständnis für die Empörung in der Bevölkerung. "Natürlich ist jeder Mord dazu geeignet, das Sicherheitsempfinden der Menschen wesentlich zu beeinflussen." Es wäre falsch, einer Sorge in der Bevölkerung nicht Rechnung zu tragen. "Wer in unser Land kommt, um Sicherheit und Zuflucht zu suchen und das Asylrecht dazu missbraucht, Verbrechen zu begehen, andere Menschen zu töten, der hat zum einen die gebührende Strafe verdient und muss zum anderen schnellstmöglich in seine Heimat zurückgeschickt werden."

Es müsse aber sichergestellt werden, so Wolf, dass ein verurteilter Asylbewerber seine Strafe in seinem Heimatland auch wirklich verbüße. "Es kann nicht unser Ziel sein, jemanden möglichst schnell abzuschieben und uns der Gefahr auszusetzen, dass er auf anderem Weg wieder in unser Land kommt."

 
 

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