Im Nachbarlandkreis Rottweil herrscht eine hitzige Debatte zum Thema "Oben-ohne"-Baden. Wie sind die Regelungen dazu in Horb, Rottenburg und Empfingen?
Horb/Empfingen/Rottenburg - Die Gruppe "feministisches Dorfgeflüster" im Kreis Rottweil spricht sich klar für das Recht von Frauen aus, ohne Bikini-Oberteil die Abkühlung im Freibad zu genießen. Steven Ulrich, der Abteilungsleiter Bäder Rottweil, sieht das anders. Er verweist auf den Schutz von Frauen vor Gaffern.
Erste Bäder fangen nun an, bestimmte Zeiten festzulegen, in denen Frauen oberkörperfrei baden dürfen. Aus ein repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur geht hervor, das 46 Prozent der männlichen Befragten Frauen das Recht zusprechen wollen, "oben ohne" zu baden, während nur 28 Prozent der Frauen dafür sind.
"Oben ohne" verboten in Horb und Rottenburg
Weder im Neckarbad Horb noch im Freibad in Rottenburg ist es Frauen erlaubt, "oben ohne" zu baden. Allerdings gibt auch keines der Bäder an, schon einmal größere Probleme mit Verstößen gegen die Kleidungsordnung gehabt zu haben. Im Rottenburger Freibad musste laut Philipp Auer (Bereichsleiter Gas/Wasser/Bäder) zwar schon "das ein oder andere Mal" auf passende Kleidung hingewiesen werden, drastische Maßnahmen wie Hausverbote mussten aber nur wegen des Verhaltens mancher Gäste verhängt werden.
Burkinis sind kein Problem
Eine Ganzkörper-Verhüllung durch etwa Burkinis ist in den Schwimmbädern in Horb und Rottenburg sowie auch am Tälesee in Empfingen kein Problem. Wichtig ist in beiden Bädern vor allem, dass keine normale Alltagskleidung getragen wird. Die Badebekleidung sollte außerdem sowohl hygienisch als auch synthetisch sein, wie die Pressestelle der Stadt Horb und Bereichsleiter Auer hinweisen.
Am Tälesee dürfen die Hüllen fallen
Am Tälesee in Empfingen sind die Bekleidungsvorschriften etwas lockerer. Solange niemand belästigt wird, darf "oben ohne" gebadet werden. Auch das Sonnenbaden oberkörperfrei sei kein Problem. Das Wichtigste für Bürgermeister Ferdinand Truffner ist das "rücksichtsvolle Miteinander am See und der Respekt anderen Nutzern gegenüber". Er weist darauf hin, dass der Badesee gleichermaßen von Anglern und Spaziergängern wie von Badegästen genutzt werden darf.
Tübingen hat sichtgeschützten FKK-Bereich
Ein Blick in die Nachbarschaft zeigt, dass es auch andere Wege gibt. Als Kompromiss hat das Freibad in Tübingen einen gesonderten und sichtgeschützten FKK-Bereich.