Nico Schöttle kommt mit der Empfehlung eines U-19-EM-Titels zum Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Der Rückraumspieler spricht über den unerwarteten Erfolg und seine weiteren Ziele.
Stuttgart - Mit einem 34:20-Endspielsieg gegen Gastgeber Kroatien feierten die deutschen U-19-Handballer in Varazdin den EM-Titel. Der Rückraumspieler Nico Schöttle hatte zuvor bis 2025 beim TVB Stuttgart unterschrieben, der 18-Jährige soll über ein Zweifachspielrecht an die Bundesliga herangeführt werden.
Herr Schöttle, wie kräftig haben Sie den EM-Titel gefeiert?
Coronabedingt war das Ganze etwas schwierig. Wir sind abends in Varazdin noch in ein Restaurant zum Essen, danach ging es zurück ins Hotel, wo wir noch eine Weile zusammengesessen sind. Am Montag vormittag ging es dann mit dem Flieger zurück.
Erklären Sie einmal, wie man bei einer Handballnation wie Kroatien ein Endspiel mit 34:20 gewinnt.
Für mich fühlt sich das immer noch surreal an. In der Hauptrunde haben wir gegen Kroatien in einem engen Spiel mit vier Toren gewonnen. Im Finale lief einfach alles optimal.
Was zeichnet Ihr Team aus?
Wir waren ja eine ziemlich neu zusammengewürfelte Mannschaft, zudem warfen uns Verletzungen zurück. Doch irgendwie hat uns das alles zusammengeschweißt, der Zusammenhalt war überragend.
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Für U19-Bundestrainer Martin Heuberger war es der vierte Triumph. Was sind seine Stärken?
Seine Handballfachkompetenz. Man spürt einfach seine extrem lange Erfahrung. Er bereitet uns optimal vor und kommt auch menschlich mit allen sehr gut klar.
Sie machen jetzt erst mal Urlaub?
Mal schauen, was der Körper nach einem solch langen Turnier noch hergibt. Mit der SG Pforzheim/Eutingen steht an diesem Freitag gegen den VfL Gummersbach ein DHB-Pokal-Spiel an, das würde mich natürlich auch reizen.
Sie haben bis 2025 beim Bundesligisten TVB Stuttgart unterschrieben, gepaart mit einem Zweifachspielrecht für den Drittligisten SG Pforzheim/Eutingen. Wie ist die Rollenverteilung geplant?
Im ersten Jahr hat Pforzheim das Erstzugriffsrecht, in den folgenden zwei Spielzeiten bis 2024 dann der TVB. Das allerwichtigsten für einen jungen Spieler wie mich sind einfach Einsatzzeiten. Ich verspüre keinen Druck, möchte ins Bundesligateam reinwachsen und mich zu einem gestandenen Erstligaspieler entwickeln.
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Und irgendwann möchten Sie dann Europameister mit der A-Nationalmannschaft werden?
(lacht) Davon träumt jedes Kind, doch für mich kam schon dieser EM-Titel mit der U19 völlig unerwartet. Ich habe das noch gar nicht realisiert.
Haben Sie eigentlich ein handballerisches Vorbild?
Der Norweger Sander Sagosen vom THW Kiel verkörpert für mich den idealen Rückraumspieler. Er hat einen super Wurf, kooperiert gut mit dem Kreis und den Außen und setzt sich auch im Eins-gegen-eins super durch. Vor allem an dieser Zweikampfstärke kann ich noch arbeiten.