Ein Feldhase. Er und mehr als 10000 seiner Artgenossen leben im Zollernalbkreis. Foto: Marek Tierbild/Erich Marek

Mit bunten Eiern oder mit Jesu Auferstehung haben Feldhasen natürlich nichts tun. Aber die scheuen Tiere leben auch in den Wäldern und Feldern des Zollernalbkreises.

Nein, mit bunten Eiern oder mit Jesu Auferstehung haben wild lebende Feldhasen natürlich nichts tun. Aber die scheuen Tiere leben auch in den Wäldern und Feldern des Zollernalbkreises. Fragen unserer Redaktion dazu beantwortet Susanne Hagg, die Schriftführerin der Kreisjägervereinigung Zollernalb.

 

Wie viele Hasen gibt es im Zollernalbkreis?

Im Schnitt leben in Baden-Württemberg circa 15 Feldhasen auf je einem Quadratkilometer. Es gibt Schwankungen von 10,3 bis 15,6 Individuen. Auf der Schwäbischen Alb wurden 2022 in acht Zählrevieren im Frühjahr 11,5 Tiere, im Herbst 11,1 gezählt. Bei einer durchschnittlichen Hasendichte von 11,5 Individuen und einer Fläche von 917,6 Quadratkilometern gibt es im Zollernalbkreis rund 10500 Feldhasen.

Wie wird diese Zahl ermittelt?

Beim sogenannten Feldhasenmonitoring erfolgt in ausgewählten Revieren zwei Mal jährlich eine Zählung. In Baden-Württemberg waren das im Frühjahr 153 Zählreviere, im Herbst 143. Gezählt wird bei Dämmerung mit Scheinwerfern nach festen Vorgaben.

Nimmt die Population ab oder zu?

2022 gab es statistisch eine geringe Abnahme. Diese Schwankungen entsprechen derzeit aber keinem Abwärtstrend.

Wie viele Tiere müssen die Jäger im Kreis erlegen?

Der Feldhase ist nach dem Jagd- und Wildtier-Management-Gesetz im sogenannten „Entwicklungsmanagement“. Das heißt: Bejagung ist möglich, kein Muss. Monitoring und Konzepte sind sinnvoll. Das bedeutet Lebensraumverbesserung – Pflege von Hecken und Gehölzen – und Prädatorenbejagung, also die Jagd auf Fressfeinde. Im Zollernalbkreis wurden 2022 48 Feldhasen erlegt. Bei dieser Zahl können Sie davon ausgehen, dass mindestens ein Drittel dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen ist.

Wie viele Hasen werden jährlich überfahren?

Ich kann ihnen nur die Statistik von Baden-Württemberg nennen: 2012/2022 wurde 5929 Feldhasen erlegt, davon 1979 „Verkehrsverlust“. Das ist ein Feldhase für jedes zweite baden-württembergische Feldrevier.

Wie alt wird ein Hase in freier Wildbahn?

Er kann bis zu zwölf Jahre alt werden.

Haben wild lebende Hasen gefährliche Parasiten oder Krankheiten?

Es gibt zahlreiche Krankheiten, die Feldhasen befallen können. Viele davon sind sogenannte Zoonosen, das heißt sie sind auch auf den Menschen übertragbar und teilweise nicht ungefährlich, beispielsweise Tularämie („Hasenpest“) oder Brucellose (eine Fiebererkrankung).

Äsen Hasen auch auf landwirtschaftlichen Äckern, in Gärten und Gemüsebeeten?

Zur Äsung und Deckung brauchen Feldhasen eine strukturreiche Agrarlandschaft mit Hecken, Feldgehölzen, Brachen und Blühflächen. Die Schäden, die sie durch Äsen anrichten, sind in unserer Feldflur zu vernachlässigen.