Der Bau der Hoffnungshäuser im Baugebiet Hasenbrunnen geht zügig voran. Foto: Kunert

Es geht voran mit den beiden Nagolder Hoffnungshäusern im Neubaugebiet Hasenbrunnen. Haus 1 hat bereits nach noch nicht einmal zwei Monaten Bauzeit seine volle spätere Höhe erreicht, Haus 2 ist nach nur einer Woche Bauzeit schon beim dritten von später vier Geschossen angekommen.

Nagold - Heute sollten eigentlich für dieses nächste Geschoss weitere, vorproduzierten Wände des vollständig in Holzbauweise zu errichtenden Gebäudes angeliefert werden. Aber auch auf dieser Baustelle "hakt" es beim Nachschub mit Baumaterialien – trotz des bisherigen rasanten Baufortschritts. "In den letzten Monaten wird das wirklich zunehmend schwierig", bestätigt Hubert Kogel, Pressesprecher der Hoffnungsträger Stiftung, dem Bauherren der Hoffnungshäuser. Und zwar nicht nur beim Baustoff Holz, sondern "quer durch alle Gewerke", werde die Beschaffung von Baumaterialien schwieriger.

Lesen Sie auch: Hoffnungshäuser bieten 17 Wohnungen

Trotzdem sei man bei der Stiftung noch guter Dinge, den bisher gesetzten Zeitplan für die Fertigstellung der zwei Nagolder Hoffnungshäuser auch halten zu können. Im Mai nächsten Jahres sollen beide Gebäude fertig und bezugsfähig sein – auch trotz der für heute geplatzten, normalerweise sehr spektakulären Geschoss-Montage. Man habe "großzügig geplant" für alle Eventualitäten – wie eben solche Verzögerungen wie heute. "Und wir werden uns ausreichend Zeit lassen", so Kogel, um vor allem beim Innenausbau der später 17 Einzelwohnungen – plus einer, die als Gemeinschaftsräumlichkeiten später genutzt werden soll – mit allen noch kommenden "Lieferengpässen" im Baubereich umgehen zu können.

Mit an der Baustelle heute: Christoph Hartmann, der mit seiner Frau und den drei Kindern künftig als Standortleitung für die Integrationsarbeit in den Nagolder Hoffnungshäusern zuständig sein wird. Ehepaar Hartmann kommt aus der Entwicklungshilfe, war die letzten Jahre im Auftrag der Bundesregierung in Jordanien tätig – genauer in der dortigen Hauptstadt Ammann. Auch dort kümmerte sich das Paar bereits um die Integration von Flüchtlingen, in diesem Fall aus Syrien und dem Irak. Um auf diese Weise Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. Speziell in der Jugendarbeit seien sie tätig gewesen, um über sportliche Aktivitäten und Arbeitsmöglichkeiten Integrationsarbeit zu leisten.

"Seit gestern sind wir in Nagold", so Hartmann – wobei die Familie im Moment noch in Mötzingen untergekommen sei. Grund für die Rückkehr nach Deutschland und den Umzug nach Nagold: "Unsere Kinder kommen jetzt in ein Alter, wo sie weiterführende Schulen besuchen sollten." Das OHG sei da die perfekte Wahl. Später werde die Familie mit in den fertigen Hoffnungshäusern wohnen, die ein Wohnkonzept mit Flüchtlingen und Einheimischen – gemischt auch durch die verschiedenen Generationen – aktiv umsetzen wollen. Als Standortleitung werden die Hartmanns für diese Integrationsarbeit verantwortlich zeichnen.

Wobei die Hoffnungsträger Stiftung als Betreiber der Hoffnungshäuser für ihren Standort Nagold auch auf die breite Unterstützung der Bevölkerung und vor allem auch der "extrem spannenden Unternehmen in der Stadt" hoffe, wie Stefanie Köppl-Rau erläutert. Die Referentin der Hoffnungsträger Stiftung ist für das "Fundraising" zuständig – also auch für das Organisieren von Spenden, "Wegbegleitern und Paten" für den Betrieb der beiden Nagolder Hoffnungshäuser. Erste Kontaktaufnahmen gerade zu den Unternehmen hätten bereits stattgefunden und seien "sehr erfolgversprechend" verlaufen.

Man brauche die Unternehmen vor Ort, um zum Beispiel später Bewohnern der Hoffnungshäuser Praktikums- und darauf aufbauend möglichst auch Ausbildungsplätze anbieten zu können. Umgekehrt suchten viele Unternehmen ja dringend nach motivierten Fachkräften und freuten sich über die Möglichkeit, durch die begleitete Zusammenarbeit mit den Hoffnungshäusern hier künftig solche Arbeitskräfte finden zu können. Es gehe bei der Zusammenarbeit mit den Betrieben und Unternehmen aber auch darum, etwa Projekte in den Hoffnungshäusern selbst zu initiieren und diese als Förderer zu begleiten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: