Mathias John (von rechts), Ulrike Stein und Gabi Herrmann-Biegert vom Jugendbüro-Team freuen sich über das Engagement von Tim Schneider, Emily Zwick, Paul Wöhrle, Nisa Arslan, Emma Schuffenhauer und Fabio Kirgis. Foto: Jugendbüro

Sechs hochmotivierte Jugendliche und junge Erwachsene sind diese Woche zu einem Termin in den Jugendtreff gekommen: Es geht um einen selbstverwalteten Jugendtreff, der in Schiltach kommen könnte. Ein paar engagierte Mitstreiter aber fehlen noch.

Schiltach - Aufgekommen war die Idee eines von den Jugendlichen selbst verwalteten Treffs bei "Politik und Pizza", einer Veranstaltung im Vorfeld der Kommunalwahlen 2019, erinnert Gabi Herrmann-Biegert. Die Anregung dazu sei von den Jugendlichen selbst gekommen. Vom Gemeinderat bekam das Jugendbüro-Team, zu dem neben Herrmann-Biegert auch Ulrike Stein und Mathias John gehören, dann die Aufgabe, die Sache voranzutreiben.

Sie hätten daher alle Schiltacher Jugendlichen zwischen 16 und 21 per Brief angeschrieben und zu der Infoveranstaltung in den Jugendtreff eingeladen, erklärt Herrmann-Biegert auf Nachfrage. Sechs waren zu dem Treffen gekommen. Der Einladung gefolgt waren außerdem Bürgermeister Thomas Haas sowie die Gemeinderatsmitglieder Ulrich Kohler, Armin Zwick und Martin Schuler.

Selbst verwalteter Jugendtreff

Zunächst sei den sechs Jugendlichen, allesamt "höchstmotiviert", das Konzept eines selbst verwalteten Jugendtreffs vorgestellt worden. "Den Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird ein Platz –­ etwa eine Hütte, ein Bauwagen oder andere Räumlichkeiten – zur Verfügung gestellt", erläutert Herrmann-Biegert. Ein Leitungsteam, in dem mindestens zwei bis drei Volljährige vertreten sein sollten, trägt die Verantwortung – hat den Schlüssel für den Jugendtreff, kümmert sich um die Kasse und organisiert Einkäufe, zählt Herrmann-Biegert auf. Und sie betont: Das Leitungsteam müsse auch dafür Sorge tragen, dass das Jugendschutzgesetz eingehalten werde –­ etwa, was Alkohol und Rauchen betrifft.

Bei der Planung und der Ausarbeitung des Konzepts werde das Jugendbüro-Team gerne "mit Rat und Tat zur Seite stehen" und den Treff gerne auch später noch begleiten. Aber: "Das soll ein Treff von Jugendlichen für Jugendliche werden", stellt sie klar. So sollen sich die Jugendlichen dort ohne Aufsicht treffen. "Wir halten uns raus, so gut es geht", sagt Herrmann-Biegert.

Die Ausstattung und Gestaltung des Jugendtreffs liege daher ebenfalls in den Händen der Jugendlichen selbst. Die Stadt werde eine Anschubfinanzierung leisten, kündigt Herrmann-Biegert an. Dann müssten die Jugendlichen aber selbst danach schauen, dass sich der Jugendtreff trägt. Wenn dort Getränke angeboten werden, müssten die Jugendlichen beispielsweise selbst danach schauen, wie das Geld dafür "reinkommt".

Bisher ist der Jugendtreff noch nicht gesichert: Von den sechs Jugendlichen sei einer 18 Jahre alt, die anderen fünf jeweils 16. "Wir brauchen noch mehr Volljährige, die Lust haben, mitzumachen", erklärt Herrmann-Biegert. Schließlich müsse immer mindestens ein Volljähriger im Jugendtreff vor Ort sein – das werde so schwierig. Drei bis vier Volljährige, die den Treff verantworten, sollten es schon sein, rät sie.

Werbung für Projekt

"Wir hoffen, dass der Jugendtreff starten kann", spricht Herrmann-Biegert für das ganze Team. Sie würden weiter Werbung für das Projekt machen. Die Jugendlichen, von denen einige schon viele Jahre beim Kindertreff-Team mithelfen, wollten sich ebenfalls auf die Suche nach weiteren Mitstreitern machen.

Und noch eine "Aufgabe" haben die engagierten Jugendlichen mit auf den Weg bekommen: "Sie sollen den Sommer über mit offenen Augen durch Schiltach gehen – und schauen, ob sie einen Ort finden, der als Jugendtreff passen könnte", erzählt ­Herrmann-Biegert. Ende September fahre das Jugendbüro-Team mit ihnen nach Oberndorf, wo es bereits etliche solcher Jugendtreffs gebe. "Dort können sie mit deren Leitungsteams sprechen und sich die ein oder andere Idee holen", freut sich Herrmann-Biegert auf den Austausch.

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