Escape-Room-Betreiber Christian Fritz (links) und sein Neffe Sebastian Fritz, der sich um die Social-Media-Accounts des Escape Rooms in Schwenningen kümmert und künftig auch als „Gamemaster“ aushelfen wird. Foto: Merk

Ein neuer Escape Room eröffnet am 9. März in Schwenningen. Was die Besucher dort erwartet und wie der Bau der neuen Freizeit-Attraktion in der Neckarstadt lief, verrät Betreiber Christian Fritz im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es ist Freitagabend, 22 Uhr, eine Verabredung mit Freunden steht in der Dorfdisko „Ultra 2.0“ an. Die Musik ist laut, die Stimmung gut – doch plötzlich kommt alles anders als erwartet. Das ist die Geschichte zu dem neuen Escape Room, den Christian Fritz im Gewerbegebiet Grabenäcker in Schwenningen gebaut hat. „Disco Fever“ lautet das Motto des Raums, in dem mehrere Rätsel versteckt sind, die von den Besuchern innerhalb einer Stunde gelöst werden müssen.

 

Besonders dabei ist, dass man keine fiktive Person wie Sherlock Holmes, einen Tatort-Kommissar oder Indiana Jones spielt. „Wir wollen, dass unsere Besucher die Story im Raum noch intensiver erleben, indem sie sich selbst spielen“, erklärt Fritz den Gedanken dahinter. Es handle sich um eine Situation, die einem selbst an einem Freitag- oder Samstagabend in der Diskothek passieren könne. „Wir glauben, dass das Erlebnis so noch realer ist.“

Die Geschichte hat sich Fritz zusammen mit ein paar Freunden und Familienmitgliedern ausgedacht, die ihm auch beim Bau des Escape Rooms geholfen haben. Insgesamt 22 Helfer haben ihn bei seinem Vorhaben unterstützt. „Unser Raum ist komplett von uns selbst entwickelt worden. Auch alle Rätsel“, erklärt er. Das sei nicht unbedingt eine Besonderheit in der Escape-Room-Szene. Doch man könne auch fertige Räume kaufen und dann in der eigenen Location aufbauen. „Das kam für mich aber nie in Frage.“

Team baut in Eigenleistung große Lagerhalle um

Bevor das endgültige Motto „Disco Fever“ jedoch feststand, habe das Team einige andere Themen-Ideen für den Raum gehabt, jedoch aus verschiedenen Gründen immer verworfen. „Das waren bestimmt zwischen fünf und zehn Stück“, erinnert sich Fritz. Beispielsweise weil andere Escape Rooms in der Region zu ähnlich seien und man den Besuchern etwas Neues bieten wolle. In der umgebauten Lagerhalle einen Party-Raum zu schaffen, habe irgendwann ein Helfer vorgeschlagen, weil Fritz und seine Freunde bereits in ihrer Jugend dort Feste gefeiert haben.

So sieht der Escape Room in Schwenningen aus:

Doch wie kam er überhaupt auf die Idee, einen Escape Room zu bauen? „Ich habe schon in meiner Kindheit Rätsel geliebt. Ich habe oft für meine Cousinen und Cousins eine Schnitzeljagd im Garten veranstaltet“, erinnert sich der Betreiber. 2015 habe er dann zum ersten Mal einen Escape Room in Hamburg besucht. „Seitdem habe ich gesagt, dass ich so einen Raum mal selbst bauen will.“

Konkret angegangen habe er dieses Vorhaben jedoch erst im Jahr 2019. Mitte 2020 habe er die Firma gegründet, Anfang 2021 mit dem Bau des Escape Rooms angefangen. Dass es sich bei dem Gebäude einst um eine große Lagerhalle handelte, sieht man diesem inzwischen nur noch von außen an. Neben dem Rätsel-Raum gibt es nun auch einen Empfangsbereich, Büros und Toiletten. „Allein der Bau der Infrastruktur hat über ein Jahr gedauert“, sagt Fritz.

Ein großes Banner weist auf den neuen Escape Room hin. Von innen ist nicht mehr zu erkennen, dass es sich eigentlich um eine Lagerhalle handelt. Foto: Merk

Insgesamt habe sich die Renovierung über zwei Jahre gezogen. Das liegt vor allem daran, dass Fritz und seine Helfer das alles privat gestemmt haben. Viele Dinge habe er jedoch auch einfach unterschätzt, gibt er zu. In manche Rätsel habe das Team über 50 Stunden Arbeit investiert. „Aber wir hatten einfach den Anspruch, dass es auch wirklich gut wird“, erklärt er.

Zwei weitere Räume haben Platz

Zwei weitere Escape Rooms hätten in der ehemaligen Lagerhalle noch Platz und sollen irgendwann auch gebaut werden. „Dieses Jahr aber nicht mehr. Jetzt sind wir erstmal froh, mit einem Raum an den Start gehen zu können“, sagt der Betreiber. Dieser kann ab dem kommenden Wochenende über die Homepage gebucht werden. „Wichtig zu wissen ist noch, dass man den Escape Room jederzeit verlassen kann und der Raum während der gesamten Spielzeit von einem ’Gamemaster’ überwacht wird, der auch Tipps gibt“, erklärt Fritz. Der Raum sei nicht barrierefrei und aufgrund von Lichteffekten nicht für Menschen geeignet, die an Epilepsie leiden. „Außerdem ist das Motto ja ein Disko-Besuch. Das heißt, dass die ganze Zeit laute Musik läuft.“

Drei bis sechs Personen können im Escape Room gemeinsam die Rätsel lösen. Die Spieler müssen volljährig sein. Ist eine erwachsene Begleitperson dabei, können aber auch Personen ab 16 Jahren mitspielen. Die Preise seien gestaffelt: „Vier Personen zahlen zum Beispiel 104 Euro“, sagt der Betreiber. Damit sollen die laufenden Kosten bezahlt werden. Reich werden wolle Fritz mit dem Escape Room nicht: „Es ging mir immer nur darum, mein Hobby umzusetzen und anderen mit dem Raum eine Freude zu machen.“

Weitere Informationen

Adresse
Der Escape Room befindet sich in der Grabenäckerstraße 42 in 78054 VS-Schwenningen. Buchungen sind ab dem kommenden Wochenende über die Homepage möglich.