Mit vereinten Kräften wurde im Bereich Heuwasen die Grundlage für eine 120 Meter lange Hecke geschaffen. Foto: Stadler

Mehr als 400 Pflanzen bilden künftig eine große Hecke: Die Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler hat im Gebiet Heuwasen die Grundlage für ein neues Biotop für heimische Tiere geschaffen – und bekam dabei Unterstützung von vielen Seiten.

Mit der Neuanlage einer 120 Meter langen Hecke im Gebiet Heuwasenhof/Russenbusch schafft die Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler einen wichtigen Lebensraum für heimische Vögel und Insekten.

 

Die zusammen mit Auszubildenden der forstwirtschaftlichen Ausbildungsstelle in Herzogsweiler angepflanzten Heckensträucher und Bäume sollen künftig für die Tiere Nahrungsquelle und Nistraum sein, aber auch Spaziergänger erfreuen und benachbarten Buchen einen „Schutzwall“ gegen Trockenheit bieten.

Die Gemeinde Pfalzgrafenweiler stellte für die Aktion „Ab durch die Hecke“ der Nabu-Gruppe ein gemeindeeigenes Flurstück zwischen der Landesstraße 404 und dem Heuwasenhof zum Bepflanzen zur Verfügung. Die Hecke wird von Baumpaten betreut und vom Bauhof gepflegt. Im Vorfeld hatte die Nabu-Gruppe zur Finanzierung der rund 420 Heckenpflanzen einen Spendenaufruf gestartet und zahlreiche Sponsoren gewonnen.

In drei Zeilen angelegt

Nachdem der Bauhof der Gemeinde das langgezogene, zungenähnliche Grundstück für die Bepflanzung vorbereitet und die Grasnarbe umgepflügt hatte, legten die drei Forstwirt-Azubis, betreut von Ausbilder Martin Armbruster, los. Unter der Regie von Nabu-Vorsitzendem Arthur Hauck und seinem Stellvertreter Hans-Jürgen Dieterle wurde die dreizeilige Hecke angelegt. Im mittleren Bereich bleibt ein landwirtschaftlicher Zugang frei. Links und rechts davon pflanzten Paul Hettich, Alexander Geisel und Jonas Diehl im mittleren Heckenbereich hochwachsende Pflanzen wie Feldahorn, Wildkirsche und Vogelbeere an. In den Außenzeilen fanden niedrige Sorten wie Schlehe, Kornelkirsche, roter Hartriegel, schwarzer Holunder und Heckenrosen ihren Standort.

Eventuell, so Hauck, soll die Hecke im Frühjahr mit mehrjährigen Wildkräutern um zwei Zeilen verbreitert werden. Dort könnten Wegwarte, wilde Möhre, Bienenfreund und Natternkopf Wildbienen und Insekten zusätzlichen Nahrungsraum bieten. Eine Umzäunung soll die Pflanzen in der Wachstumsphase schützen. Der Nabu wird an der Hecke eine Schautafel anbringen und darauf über deren Bedeutung und die 17 verschiedenen Heckenpflanzen informieren.

Auch Obstbaum-Projekt geht weiter

Die Nabu-Gruppe Pfalzgrafenweiler ist nicht nur den Spendern für die Unterstützung der Aktion „Ab durch die Hecke“ dankbar. Ihr Dank gilt ebenso der Ausbildungsstelle für Forstwirte, die für die Anlage der Hecke Man-Power, Material und Ausrüstung zur Verfügung gestellt hatte.

Bereits eine Woche zuvor hatte der Nabu zusammen mit Baumpaten in einer weiteren Aktion auf der gegenüberliegenden Seite der Landesstraße – am Ende der Christoph-Decker-Straße – 23 Hochstamm-Obstbäume angepflanzt. Ermöglicht wurde auch diese Aktion über eine Spende und die Mithilfe des Bauhofs, der Vorarbeiten wie das Ausheben der Pflanzgruben und das Bereitlegen von Humus geleistet hatte.

Die Baumpaten mit ihren Helfern bei der Obstbaumpflanzaktion der Nabu-Gruppe Foto: Nabu/Hauck

Der Bauhof setzt nun noch Stützpfähle und bindet die rund 2,50 Meter hohen Bäumchen an. Der Nabu bringt danach Sortenschilder an, auf denen die Obstsorten, die Namen der Baumpaten und ein QR-Code, über den man weitere Informationen zu den Sorten erhält, abgedruckt sind.

Baumpaten erwerben auch die Möglichkeit, ihr Bäumchen später abernten zu können. Gepflanzt wurden in der Mehrzahl Apfelsorten, aber auch zwei Birnensorten, zwei Süßkirschen, eine Quitte und vier Hauszwetschgen. Mit den acht im vergangenen Jahr gepflanzten Bäumen wurden nun schon 31 Obstbäume zum Großteil hinter einer an der L 404 gelegenen Hecke angepflanzt. Nächstes Jahr soll diese Aktion weitergehen. Stolz ist man beim Nabu darauf, dass in den vergangenen drei Jahren insgesamt 63 neue Hochstämme gepflanzt werden konnten.