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Pfalzgrafenweiler Breiter Einsatz für die Glücksboten

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Susanne Florenz und zehn weitere Tierfreunde haben die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" erhalten. Foto: Hauck Foto: Schwarzwälder Bote

Dem Aufruf der örtlichen Nabu-Gruppe sind in diesem Jahr weit mehr Personen gefolgt als in der Vergangenheit. Gleich elfmal wurde im Kernort Pfalzgrafenweiler und den Ortsteilen neben einer Urkunde die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" verliehen.

Pfalzgrafenweiler. Zum vierten Mal seit 2017 hatte die Ortsgruppe des Nabu (Naturschutzbund Deutschland) dazu aufgerufen, sich für den Schwalbenschutz, besonders den der Mehlschwalbe, einzusetzen. Wie Vorsitzender Arthur Hauck berichtet, haben sich zum einen mehr Menschen an der Aktion beteiligt, zum anderen sind es vermehrt Jüngere, die sich für die Schwalben einsetzen und ihnen das Nisten an den Häusern gestatten. Sie zu vertreiben steht unter Geldstrafe, da sowohl ihre Nester als auch die Tiere geschützt sind.

Auch am Rathaus in Pfalzgrafenweiler nisten Schwalben. Sie wurden von der "Alten Volksschule", die demnächst saniert wird, vor zwei Jahren an ihr neues Domizil umgesiedelt und fühlen sich dort inzwischen wohl.

Mit landesweiten Aktionen weist der Nabu auf die Bedeutung der "Glücksboten" des Frühjahrs hin, ebenso auf ihre Schwierigkeiten, in der sich veränderten Landschafts- und Ortsgestaltung ausreichend Nistmöglichkeiten zu finden oder zu bauen. Während Rauchschwalben bevorzugt in Ställen – beispielsweise in einem Kuhstall unter der Decke – ihr Nest bauen, bevorzugen Mehlschwalben eine sogenannte offene Ausrichtung an einer Häuserfassade unterhalb des Dachs.

Arthur Hauck rät zu griffigen Fassadenfarben

Früher gab es im Umfeld der Häuser feuchte Bereiche und Pfützen, die als Beschaffungsstelle für den "Mörtel" dienten, mit dem die Schwalben ihre kunstvoll aufgebauten Nester konstruierten, erläutert Arthur Hauck. So seien die Nester an den Putzfassaden oder Holzteilen der Häuser haften geblieben. Heute greife der Lotuseffekt bei Fassadenfarben mit Silikonen, also selbstreinigenden Oberflächen, um sich und verhindere eine Haftung der Lehm-Eigenbauten. Helfen könnte hier eine griffigere Farbe, sagt Hauck.

Die alte Tradition, wonach der Rückkehr der Schwalben aus ihren südlichen Winterquartieren mit großer Freude begegnet wurde, ist inzwischen weitgehend aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Auch wird immer öfter bekannt, dass Schwalbennester durch Abschlagen entfernt werden. Zum einen werden die brütenden Vögel mit ihrem Zwitschern als störend empfunden, zum anderen ihr Kot als unhygienisch angesehen.

Wer einen Beitrag zum Schutz der Schwalben leisten will, bringt ein schützendes Kotbrett etwa 40 Zentimeter unterhalb des Nestes an und kann sich dann über die Orts- und Nesttreue seiner Mitbewohner am Gebäude und deren Flugvorführungen freuen. Von April bis September weilen sie in hiesigen Gefilden, danach brechen sie Richtung Süden ins Winterquartier auf. Ihren Nachwuchs füttern Schwalben mit eiweißreichen Insekten.

An der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" nahmen in Pfalzgrafenweiler Susanne Florenz und Jürgen Bauer teil. In Edelweiler wurden Armin Stoll und Rainer Kalmbach mit Familien ausgezeichnet. In Durrweiler waren es Uwe Leib mit Familie und Familie Bross, in Bösingen Stefan Bratz, in Kälberbronn Familie Langeneck, in Herzogsweiler Bernd Blocher mit Familie und Ayhan Cavdar sowie in Bösingen Familie Rentschler. Alle bekamen von Arthur Hauck eine Urkunde und die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" überreicht.

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