Die Planungen für die Verlegung von Wärmerohren in Bad Rippoldsau-Schapbach schreiten voran. (Archivfoto) Foto: Eveline Kern

Der Planungsstand zum Ausbau des Nahwärmenetzes in Bad Rippoldsau-Schapbach war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Anfang nächsten Jahres soll der Ausbau des Nahwärmenetzes in Bad Rippoldsau-Schapbach beginnen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm der Rat Kenntnis vom aktuellen Planungsstand.

 

Lukas Dannhardt vom Planungsbüro Zelsius erläuterte das mit einer Investitionssumme von rund 4,52 Millionen Euro umfangreiche Projekt. „Geplant ist eine Bündelung von Maßnahmen, die die Verlegung von Wasser, Strom und Breitband mit einschließt,“ erklärte Dannhardt.

Die Planungen müssen aufeinander abgestimmt werden und das nehme eben Zeit in Anspruch. Vorteil sei jedoch, dass damit Geld gespart werden kann und die Bürger sich nicht über ewige Bauzeiten ärgern müssen.

Zwei Bauanträge

Das alte Klärwerk werde genutzt und bedarfsgerecht umgebaut zur Heizzentrale. Das gilt auch für die beiden Nachklärbecken, die laut Dannhardt für Lagerkapazitäten von etwa 100 Kubikmeter Hackschnitzel sorgen sollen. Vorgesehen ist weiterhin eine Überdachung dieses Bereichs.

„Es wird zwei Bauanträge geben,“ ergänzte Bürgermeister Bernhard Waidele. Der erste werde der Technik gelten, damit zügig mit den Arbeiten begonnen werden könnte. Die Lagerstätte werde zeitversetzt später in Angriff genommen. Einige Kunden sind laut Dannhardt noch hinzugekommen und aktuell gehe es um etwa fünfzig Häuser und das Kurhaus.

Zehn Prozent Eigenkapital

Einige der Herausforderungen, wie die Bewältigung der Höhenunterschiede in der Gemeinde, sind gelöst, wie Dannhardt ausführte. Auch die Querungen über die Gewässer seien abgestimmt.

Das langfristig ausgelegte Projekt wird voraussichtlich erst nach etwa zwölf Jahren positive Zahlen für die Gemeinde bringen. Im Moment zeigt die Wirtschaftlichkeitsberechnung etwa 413 000 Euro kalkulierten Wärmeverkauf und zehn Prozent Eigenkapital. „Es gibt da noch verschiedene Stellschrauben, an denen gedreht werden kann – wir müssen gucken,“ so Dannhardt.

Technische Machbarkeit abgeklärt

Bis zu zwei Jahre Bauzeit werden angesetzt, weil noch zusätzliche Gewerke verbaut werden. Dazu gehört die Wasserversorgung. Die technische Machbarkeit ist mit Wassermeister Jürgen Hermann abgeklärt, wie Dietmar Ribar vom Büro Zink in der Sitzung erklärte. „Kurios“ sei, dass in Bad Rippoldsau bergseitig Wasserleitungen verlegt worden seien, die im Zuge der Nahwärmeverlegung stillgelegt werden sollen. Auch beim Kurhaus wird eine komplett neue Leitung gelegt und die vorhandene aufgegeben. Die Planung für den finalen Trassenverlauf sowie die Ausschreibungen übernimmt das Büro „Zelsius“.

Der Planervertrag mit dem Büro „Gall + Gärtner“ wird aufgehoben und neu verhandelt. Das wurde nachfolgend einstimmig vom Rat beschlossen. Grund hierfür sind bisher nicht definierte Aufgabengebiete. Die damit einhergehenden höheren Architektenkosten werden voraussichtlich in der nächsten Sitzung in einem angepassten Vertrag vorgestellt.