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Nagold Neues Seniorenzentrum in Hochdorf geplant

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So soll es mal aussehen, das neue Seniorenzentrum von Martha-Maria in Hochdorf. (Visualisierung) Foto: Diakoniewerk Martha-Maria

Nagold - "Die Tinte ist trocken, wir kommen direkt vom Notar." Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann macht keinen Hehl daraus, wie sehr er sich freut – dass jetzt mit dem neuen Seniorenzentrum im Ortsteil Hochdorf "alles in trocken Tüchern" ist.

Am Mittwoch, 16. September wird der Spatenstich erfolgen – das handeln der OB, sein Planungsamtsleiter Ralf Fuhrländer und die hochkarätig besetzte Delegation des Diakoniewerks Martha-Maria noch mitten in der Pressekonferenz zur Verkündung der gerade vollzogenen Grundstücksgeschäfte aus. Kurze Wege, direkte Kommunikation. Das jetzt "fix eingetütete" Projekt sei "kein Selbstläufer" gewesen, so der OB. Was wohl heißen soll: Marta-Maria-Direktor Andreas Cramer und seine beiden Vorstände Tobias Mähner und Thomas Völker mussten auch ein stückweit davon überzeugt werden, die jetzt fälligen 18 Millionen Euro tatsächlich auch in Nagold-Hochdorf zu investieren.

Mitten in der neuen Dorfmitte

Für die Stadt Nagold – und den OB – der "erste Baustein", um die durch die Schließung des städtischen Gertrud-Teufel-Seniorenzentrums wegfallenden Kapazitäten zu kompensieren; und künftig sogar massiv auszuweiten. Ein weiteres Seniorenzentrum wird bekanntlich im Iselshäuser Tal geplant, ein drittes ist ganz offenbar ebenfalls "in der Pipeline". Aber dazu sagen der OB und Planungsamtsleiter Fuhrländer noch nichts. "Das kommt demnächst."

Jetzt erst einmal "die große Freude" über das künftige Martha-Maria Seniorenzentrum in Hochdorf – mitten in der neuen Dorfmitte, dem Baugebiet "Reesengarten". Tatsächlich sind es sogar zwei Häuser, die Martha-Maria hier ab September bauen wird (die Baugenehmigungen liegen bereits vor): Neben dem reinen Pflegeheim wird auch dort – komplett analog zu den bestehenden Marta-Maria-Häusern im Zentrum von Nagolds Kernstadt, an der Uferstraße – ein Gebäude für betreutes Wohnen errichtet. In Zahlen: Auf jeweils rund 2000 Quadratmeter Grundstücksfläche, die die Stadt jetzt an das Diakoniewerk veräußert hat, entstehen die beiden Gebäude mit insgesamt 45 Pflegeplätzen, 30 Wohnungen für Betreutes Wohnen, zwölf Tagespflege-Plätzen und einer Diakoniestation.

Tatsächlich sei das zwar etwas kleiner als "Martha-Maria in der Kernstadt", wo im 2007 erstellten Neubau des Seniorenzentrums 84 Pflegeplätze, im 2014 ergänzten Gebäude für Betreutes Wohnen 34 Wohnungen vorgehalten werden. Aber die Investition in Hochdorf entspreche "zu 100 Prozent der Grundstrategie" von Martha-Maria, die eigenen, bestehenden Standorte "stets konsequent weiterzuentwickeln", so Direktor Cramer. Das sei hier in Nagold auch deshalb möglich, weil man "mit Elena Schweizer eine großartige Leitung der eigenen Häuser" habe, die künftig auch für die neuen Häuser in Hochdorf verantwortlich sein werde. "Viele Synergien." Wobei es auch um die Herausforderung gehen werde, die in Hochdorf neu entstehenden rund 60 Arbeitsplätze überwiegend für Pflegekräfte (sowie mehrere Ausbildungsplätze) nun auch zu besetzen und auf den Betriebsbeginn vorzubereiten.

Hausarztpraxis im Gebäude geplant

Denn der jetzt in Kraft gesetzte Zeitplan ist ehrgeizig: Bis Ende 2021 soll der erste Bau, das eigentliche Seniorenzentrum, in Betrieb gehen – was "sehr sportlich" sei, wie es Vorstand Völker ausdrückt. Das Gebäude für das Betreute Wohnen, mit dessen Bau aus organisatorischen Gründen "zeitversetzt" gestartet werde, soll dann mit seiner Indienststellung "zwei bis drei Monate später" folgen. Was man in Hochdorf selbst offenbar sehr wohlwollend zur Kenntnis nimmt, wie Ortsvorsteher Bruno Schmid bestätigt: "Es gibt da eine gewisse Ungeduld", gerade bei den älteren Hochdorfern, wann das neue Seniorenzentrum endlich zur Verfügung steht. "Wenn ich als Ortsvorsteher auf Geburtstage gehe, ist das sehr häufig die Frage an mich", so Schmid. Was sicher damit zu tun habe, dass Martha-Maria in Hochdorf "nicht am Rand, sondern mitten im Zentrum des Ortes" angesiedelt werde, wie OB Großmann ergänzt.

Tatsächlich werde parallel zum Seniorenzentrum auch die Freifläche davor als "Neue Mitte" für Hochdorf gestaltet – als zentraler Platz für alle Hochdorfer mit möglichst viel Aufenthaltsqualität. Und weiteren Infrastrukturangeboten: So werde es eine Hausarztpraxis (für alle Bürger) im künftigen Martha-Maria-Gebäude geben – "die konkreten Gespräche laufen", so die Sprachregelung, die die Martha-Maria-Chefs, per Augenkontakt mit Ortsvorsteher Schmid und OB Großmann abgestimmt, dazu rausgeben. Auf der Wunschliste ganz oben stünde dann auch noch eine eigene, für alle zugängliche Apotheke für Hochdorf – so Schmid. Aber dazu gebe es im Gegensatz zur Hausarztfrage noch keine wirklich tragfähigen Ideen.

Auch Martha-Maria hat noch ein weiteres Angebot für Hochdorf auf seiner eigenen Agenda: "Wir möchten auch den ambulanten Pflegedienst für Hochdorf mit den Neubauten hier neu aufstellen", erklärt Andreas Cramer. Aber dafür seien noch "eine Reihe von Gesprächen" mit den Beteiligten nötig. Wobei das gesamte Projekt Hochdorf für Cramer selbst auch so etwas "wie ein Abschied" sei: der langjährige Direktor, den der OB nach eigener Aussage "seit meinem Amtsantritt hier in Nagold" kenne und als Gesprächs- und Verhandlungspartner schätzen gelernt habe, geht demnächst in den Ruhestand. Weshalb wahrscheinlich sein Mitvorstand Tobias Mähner es übernimmt, auf die "vorbildliche Zusammenarbeit mit der Stadt Nagold" ausdrücklich hinzuweisen. Das sei "nicht überall" so, wo man als Diakoniewerk auf die Zusammenarbeit mit einer Kommune angewiesen sei. Wobei der OB darauf hinweist, dass der zeitliche Ablauf für das Doppel-Projekt in Hochdorf – erst Baugenehmigung, dann die Grundstücksverkäufe – dokumentiere, dass Martha-Maria bisher die Planung hier komplett auf "eigenes Kostenrisiko" vorangetrieben habe. Im Vertrauen darauf, dass die Stadt Nagold zu ihrem einmal gegebenen Wort auch immer unbedingt stehe. Auch das sei nicht selbstverständlich für einen solchen Investor.

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