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Nagold "Double Stage": Mehr Besucher als in Vorjahren

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Vor allem Pink-Floyd-Songs coverte die Band "Ecl.Y.pse", die das Festival beendete. Foto: Hofmann

Nagold - Dritter und letzter Tag von Double Stage in Nagold. Heute ist der Eintritt frei – Familientag. Trotzdem füllt sich das Areal um die Seminarturnhalle – und die Halle selber – nur zögerlich. Vielleicht traut das Publikum dem Wetter nicht. Dabei tut die Abkühlung gut. Der Tag selber – Nagoldwetter.

Zum Start gibt’s das Weißwurstfrühstück. Starken Kaffee dazu – der Konzertabend vorher mit "Dr. Gonzo" wurde nach den "Anlaufschwierigkeiten" mit der Technik noch spät. Und ein toller Erfolg. "Die Original Enztäler" greifen zu ihren Blechblasinstrumenten. Volksmusik-Pop nennen sie, was zu dieser Brunch-Matinee unter freiem Himmel heute morgen bestens passt. Die tollen "Vibes" dieses Festivals kommen in Gang. Das Lächeln und Grinsen der Gäste breitet sich aus.

Da macht es auch nichts, dass zwei Live-Acts auf der Freilichtbühne im Hof der Semi kurzfristig (wegen Krankheit) abgesagt haben. Die Blas-Combo aus Enzklösterle spielt einfach noch ein bisserl länger – das passt. Die herrlich erträgliche Leichtigkeit des Seins an einem tollen Sommertag. Drin in der Halle legt "Soulpunk" schon mal ein bisschen heftiger los. "Double Stage" kann verdammt gut "Rock’n’Roll" in jeder Schattierung. Und Soulpunk punktet mit der tollen Stimme ihrer Sängerin.

Ganz andere Töne derweil draußen: die Suzuki-Flötenklasse der städtischen Musikschule Nagold unter der Leitung von Christoph Kieser. Wer an Motorräder denkt – oder Autos: falsch. Die Kinder lernen das Spiel auf den unterschiedlichsten Flöten dieser Welt rein nach dem Gehör und dem Gefühl für Musik – noch ohne Noten. Die Ergebnisse sind immer verblüffend, auch hier auf dem Festival-Hof.

Wie ein musikalischer Weg weitergehen kann – zeigen anschließend die Ghostnotes, eine der Formationen von Alissia Przybysz, Aileen und Mira Hofmann – junge, bereits reife und immer wieder preisgekrönte Stimmen aus Nagold. Heute in einem irgendwie Club-Sound. Schnarrende Drums (Hansi Breitling), Bass (Konrad Sautter) und Piano (Stephan Sautter) als Begleitung. Dazu sensible Texte, mal selbst getextet und komponiert von den Hofmann-Schwestern. Gerade bei Aileen – man fühlt sich in Downtown New York oder Chicago. Rauchige Location, altes Radiostar-Mikro. Bei Schwester Mira wird’s noch melancholischer. Ihre deutschen Texte sind Singersongwriter-Style. Das Publikum wird still. Lauscht aufmerksam. Vor allem, wenn die drei jungen Damen in wechselnder Kombination Leitstimme und Background arrangieren. Perfektes Easy Listening.

Zeitgleich innen noch so eine Entdeckung bei Double Stage: "Cosmic Mints" aus Freiburg – was ganz anderes. "Psychedelic Fuzz & Roll" nennen sie ihren selbst kreierten Stil. Auch der hat was. Die sechs Musiker um Sänger Alexander Emmert liefern wuchtige Rocksounds von bis zu drei Gitarren samt Keyboard. Man sieht, hört und merkt – die Jungs haben schon richtig was durch im Leben. Ihre Musik ist das, wo es sie hingeführt hat. Ohne Kompromisse. Mit ganz viel Klasse. Und einer guten Portion Irrsinn, ohne die man das Leben manchmal nicht aushält. Beispiel? "Wir kommen von einer anderen Galaxie", sagt die Band über sich. Die Herrscherin habe sie wegen eines Missverständnisses vertrieben. Was meint: Frauen herrschen nun mal über Männer. Können sie in Wahnsinn und Glück treiben. Die Musik – ist nur dazu da, in jenes Paradies irgendwann zurückkehren zu können. Nicht zu früh – hoffentlich. Damit man die "kosmischen Minz-Dragees" noch möglichst oft hören kann.

Doch zurück zu Double Stage. Draußen haben inzwischen die Animateusen das Programm übernommen – Zauberer Arnd Röhm und Jongleur Willi mit seiner Show. Danach wird es mit "The Sonic Spy" und "LEIF" auch draußen noch mal richtig laut zum lauen Sommerabend hin. Auch drinnen läuft der "Rock" noch mal im Finale des Festivals zur Höchstform auf – "Something To Remind You" (Alternative Rock), "Die Zahnfee" (Deutsch Rock), "Nick Shave & the Blackbeats" (Cover Rock) und "Ecl.Y.pse" (ebenfalls Cover Rock). Gegen 20.30 ist Schicht im Schacht. Weil – alle müssen am nächsten Tag arbeiten – weshalb man den ganzen Spaß mit Double Stage ja mit den Start in den Freitag hinein verschoben hatte.

Hat sich das neue Konzept bewährt? "Auf jeden Fall – ja!", sagt Chef-Organisator Wolfgang Schäfer; der ist jetzt zwar ziemlich müde, aber auch glücklich. Mehr Besucher und Gäste kamen als in den Vorjahren – was für das neue Konzept mit drei Festival-Tagen spricht. Aber es hätten natürlich immer mal auch noch mehr sein dürfen. Ganz genaue Zahlen liegen noch nicht vor. "Wir werden jetzt schauen, was wir noch weiter verbessern können", erklärt Schäfer weiter. Weil – im nächsten Jahr wird es auf jeden Fall noch ein Double Stage geben, dann die fünfte Auflage. Soviele "Versuche" und Experimente mit diesem Festival wollte man sich ja ursprünglich geben, um es zu etablieren. Und in die Kostendeckung zu bringen.

Was danach kommt? "Wenn’s nach mir geht, wird es auch dann mit Double Stage weitergehen", plädiert Schäfer. Aber das sei die Entscheidung der Gesamt-Mitgliederversammlung des Fördervereins Alte Seminarturnhalle. "Da müssen alle dafür sein." Hoffen wir mal, dass auch sie es sein werden. "Double Stage" ist ein Juwel, das sich gut zurecht geschliffen hat. Und immer wieder atemberaubende Gruppen und Entdeckungen auf seine Bühne holt. Wäre schade, wenn diese einmaligen "Vibes" irgendwann wieder verloren gingen.

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