Vor mehr als zehn Monaten war Gernot Schultheiß, langjähriger Leiter des Schulamts Albstadt, in den Ruhestand gegangen. Die Nachfolgeregelung erwies sich als nicht dauerhaft; erst jetzt ist der Posten wieder besetzt worden.
Seit Jahresbeginn ist Claudia Ostertag offiziell Direktorin des für den Zolleralbkreis und den Landkreis Sigmaringen zuständigen Staatlichen Schulamts Albstadt; ihre Bestallungsurkunde hat sie aus den Händen von Daniel Hager-Mann, dem Ministerialdirektor im Stuttgarter Kultusministerium, entgegen genommen. Ostertag ist 56 Jahre alt und gelernte Arzthelferin; sie hat auf dem zweiten Bildungsweg die Hochschulreife erworben und anschließend an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg studiert. Ihre Laufbahn als Lehrerin begann sie nach dem Staatsexamen 1994 an der Sternbergschule in Gomadingen, wo sie im September 2002 Konrektorin wurde. 2004 wechselte sie an die Lautertalschule in Münsingen, die sie bis 2012 leitete.
Ostertag war zuletzt beim Kultusministerium tätig
Von 2012 bis 2017 war Ostertag Schulrätin am Staatlichen Schulamt Böblingen und leitete dort den Fachbereich Grundschule – sie zeichnete unter anderem für Aufbau und Steuerung der Inklusion im Kontext der Schulgesetzentwicklung verantwortlich – und von 2017 bis 2020 Referentin am Regierungspräsidium Tübingen, wo sie unter anderem das Wissensmanagement „Expert Debriefing“ moderierte. Von 2020 bis 2023 war sie ans Kultusministerium abgeordnet und dort unter anderem im Referat Grundschule/Frühkindliche Bildung tätig, ehe sie 2022 die Leitung der Geschäftsstelle „Lernen mit Rückenwind“ übernahm.
Hipp kehrte nach drei Monaten zurück an die Realschule
In der Kultusbürokratie hat sie Claudia Ostertag – die sich neben dem Beruf politisch engagiert und sowohl dem geschäftsführenden Vorstand der Reutlinger Grünen als auch dem Gomadinger Gemeinderat angehört – mithin bewährt. Damit dürfte ausgeschlossen sein, dass ihr das Gleiche widerfährt wie Stefan Hipp, der im März 2023 die Nachfolge von Gernot Schultheiß angetreten hatte, aber nur drei Monate später, vor Ablauf seiner Probezeit, von der neuen Führungsaufgabe zurückgetreten war. Im Lauf dieses Vierteljahres war ihm, wie als Begründung dieses Schrittes angab, klar geworden, dass er „mit Leib und Seele“ Pädagoge und sein Platz an der Schule war, die er je länger je mehr vermisst habe. Im Juni kehrte an seine „Herzensschule“, die Realschule Hechingen, zurück und übernahm den Posten des Schulleiters, den er schon zuvor innegehabt hatte.
Stellvertreterin starb unerwartet
Bei diesem einen Wechselfall blieb es nicht. Nach Hipps Demission hatte die stellvertretende Schulamtsleiterin Liane Schneider die kommissarische Amtsleitung übernommen, war aber nur zweieinhalb Monate später unerwartet im Alter von nur 59 Jahren gestorben. Im Anschluss daran übernahm ihr Stellvertreter Bernhard Eisele den verwaisten Posten er hat ihn bis zum Jahresende innegehabt.