Ritter hatte auch Kritik an den bundesweiten Demos gegen rechts geführt – hier die Kundgebung in Lahr am 3. Februar. Foto: Baublies

Nach dem Eklat durch Tino Ritter im Interkulturellen Beirat der Stadt Lahr sah sich der Zentralrat der Jenischen in Deutschland zu einer Stellungnahme gezwungen.

Ritter, dessen Vater und Großvater seinen Aussagen zufolge als Jenische unter Ausgrenzungen gelitten hatten, fiel in der Sitzung mit Aussagen auf, die das „Potsdamer Treffen“ von Rechtsextremen relativierten.

 

Von solchen Aussagen distanziere man sich „als Zentralrat der Jenischen ausdrücklich“, schreibt die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite. Allein durch das Bekanntwerden des Treffens sei ein „immenser Schaden entstanden, wie uns Herr Ritter bewiesen hat“. Die Zugehörigkeit zur Volksgruppe der Jenischen dürfe nicht dazu missbraucht werden, „Werte wie Toleranz, Respekt und Vielfalt sowie das Recht für Demokratie und Meinungsfreiheit zu diskreditieren“, ist dem Statement zu entnehmen.

Es sei wichtig, die Demokratie zu schützen und die Minderheiten unter dem Schutz der Demokratie zu wissen.

Ritter selbst trat zwei Tage nach der Sitzung aus seiner Partei, der FDP, aus. Auch der Stadtverband distanzierte sich deutlich von den Aussagen des Bauphysikers, der 2021 Bundestagskandidat der FDP im Wahlkreis Emmendingen-Lahr war.