Fast zwei Jahre ist es her, dass ein Großbrand drei Wohnhäuser in der Schwenninger Lessingstraße unbewohnbar gemacht hat. Wie sieht es mit dem Wiederaufbau und vor allem mit der Verkehrsführung mittlerweile aus?
Große Absperrgitter säumen die Lessingstraße rund um die Häuser 16 bis 20 – ein Anblick, der sich den Passanten bereits seit dem Brand vom 8. Juni 2022 bietet.
Ein verheerendes Feuer hatte damals in den drei aneinander liegenden Wohnhäusern gewütet und sie ausbrennen lassen, 43 Bewohner verloren von jetzt auf gleich ihr Zuhause.
Doppelhaus ist im Wiederaufbau
Mehr als ein Jahr lang hatte sich rund um die Brandruinen nichts getan, im August vergangenen Jahres wurde schließlich mit dem Abriss des Doppelhauses Nummer 16 und 18 gestartet. Mittlerweile hat das Unternehmen Steuer Bau aus Blumberg mit dem Wiederaufbau begonnen – am Baucontainer sticht sofort die Baufreigabe durch die Stadt heraus.
Das Grundgerüst und Mauerwerk des Neubaus stehen, derzeit baut die Zimmerei Schöndienst aus Tengen den Dachstuhl aus.
Verfahren um Haus Nummer 16
Und was ist mit dem Gebäude Nummer 16, über dessen Zukunft im vergangenen Sommer noch nichts bekannt war? „Es wurden im Rahmen des Kenntnisvergabeverfahrens Unterlagen für den Abbruch vorgelegt“, berichtet Stadtpressesprecher Christian Thiel auf Anfrage unserer Redaktion. Parallel liege ein Bauantrag für einen „Umbau/Neubau“ vor. Dieses Verfahren habe aufgrund von unvollständigen Verfahren allerdings noch nicht entschieden werden können, so Thiel weiter. Vor dem Eckhaus, das zwischen Lessing- und Mutzenbühlstraße liegt, stehen seit geraumer Zeit große Müllcontainer, mehr hatte sich bisher nicht getan.
Straße noch immer gesperrt
Seit dem Brandtag hat sich auch an der Verkehrssituation nichts geändert. Ab der Baustelle am Doppelhaus Nummer 16 und 18 ist die Lessingstraße bis zur Kreuzung gesperrt. Die Einfahrt in die Mutzenbühlstraße von der Römerstraße kommend ist wiederum nur bis zum Eckhaus Nummer 16 möglich. „Die Dauer dieser Sperrung ist von der Mitarbeit und Umsetzung der Vorgaben durch die Eigentümer der Brandgebäude abhängig“, sagt Christian Thiel derweil.
So sei es Aufgabe der Eigentümer, die notwendigen Vorgaben so umzusetzen, dass die Sicherheit der Bürger nicht gefährdet wird. Man sei aktuell in der Situation, so der Pressesprecher, dass man die Umsetzung dieser Vorgaben in einigen Fällen juristisch klären lassen muss. „Somit ist aktuell noch nicht absehbar, wann der Verkehr in der Lessingstraße wieder normal fließen kann.“ Das Baurechtsamt nutze alle Möglichkeiten, die im Baurecht vorgesehen sind, um Einfluss auf die Eigentümer zu nehmen.
Parallelen zum Brandhaus in der Mutzenbühlstraße
Die Situation erinnert stark an das Prozedere rund um das große Eckhaus zwischen Mutzenbühl- und Bert-Brecht-Straße schräg gegenüber, dessen Tragödie sich nun zum dritten Mal gejährt hat: Das Mehrfamilienhaus – ebenfalls ein Doppelhaus – wurde am 9. April 2021 durch einen Großbrand zerstört.
Die Kreuzung zwischen Mutzenbühl-, Lessing- und Bert-Brecht-Straße war rund ein Jahr lang gesperrt. Auch hier hatte sich das Bewillungsverfahren für den Hausabriss aufgrund fehlender Unterlagen hingezogen.
Nach dem Abriss, der fünf Wochen angedauert hat, und der entsprechenden Sicherung der Wege konnte die Kreuzung im März 2022 für den öffentlichen Verkehr wieder freigegeben werden. Die Pläne des Eigentümers, der das Doppelhaus ebenso wieder neubauen wollte, sind bisher übrigens noch nicht realisiert: Das einstige Loch wurde ebenerdig gemacht, das Gelände liegt aber komplett brach.