Mit Liedern und Klaviermusik begeisterten Giomar Stehl (Flügel) und Guido Weber ( Gesang) die vielen Besucher. Foto: Vögele

Beim Kammerkonzert im Oberen Höfle fühlen die Zuhörer mit, wie zahlreiche Komponisten das starke Gefühl vertonen. Neben Mozart und Beethoven gibt es auch „Die drei von der Tankstelle“.

Im Oberen Höfle 7, dem heimeligen Konzertsaal für Kammermusik, servierten Pianist Giomar Stehl und Bariton Guido Weber jeweils an zwei Abenden feine musikalische Köstlichkeiten.

 

Dazu wurden alle Gäste vom Hausherrn, Giomar Stehl, persönlich willkommen geheißen. Und das Interesse war groß, die geplanten Sitzplätze reichten bei weitem nicht aus.

Ein vertiefter Hörgenuss

„Bin nur für Liebe da“, mit dem themengebenden Song aus dem Musical „Chicago“, begeisterten die beiden Künstler ihre Zuhörer. Liebe hat viele Facetten und jeder Musiker drückt sie anders aus. Zwölf Komponisten kamen „zu Wort“ mit jeweils charakteristischen Stücken.

Nahezu alle Seiten der Liebe verstand Weber mit seinem warmen Bariton so zu interpretieren, dass man Mitfühlender bei bekannten Musical-, Operetten und Filmmelodien war. Kurze Einführungen in Leben und Werk sicherten das Verständnis und vertieften den Hörgenuss.

„Mein Herz lässt dich grüßen“

„Ich küsse ihre Hand Madame“, anschaulich zelebriert von Weber an einer Besucherin, stand nicht nur als Titel für den ersten Welthit 1928 im Raum, sondern zeigte auch die Nähe des Sängers zum Publikum. Natürlich fehlte auch der Klassiker nicht „Liebling, mein Herz lässt dich grüßen“ aus der Tonfilm Operette „Die Drei von der Tankstelle“.

Witzige Geschichten erzählten die Lieder von Hugo Wolf, dessen Texte auf Mörike und Goethe zurückgingen, die Stimmung der Gedichte musikalisch wiedergebend. Man erfuhr etwa von den Gedanken eines Standesbeamten bei der Trauung oder das Mausfallen-Sprüchlein.

Bach und die „Forelle“

Mit Mozart wurde eine „Kostbarkeit“ serviert. Der Liebeserklärung „An Chloe“ folgte die „Warnung“ vor den naschenden Männern: „Sperrt die Zuckerplätzchen ein“. Beethoven lernte man von seiner humorvollen Seite kennen. Amüsiert wurde „Der Kuss“ erlebt, erst recht „Der Floh“, so dass man diesen fast selbst spürte.

Die Tiefe und Schönheit des Volksliedes „Der Lindenbaum“ wurde mit Schubert deutlich, ebenso die launige Forelle. Capriziös bewegten sich die Finger von Stehl über die Tasten des Flügels bei den Liedbegleitungen und den Instrumentalpassagen. Anrührend vernahm man von Bach „Die Seele rührt in Jesu Hände“.

Die Krone des Konzerts

Voller Dramatik beeindruckte das „Impromptu Opus 90 Nr.4“ von Schubert. Das Charakterstück zählt zu seinen bekanntesten Klavierwerken.

Temperamentvoll setzte ein Odeon-Tango von P. Nazareth das Programm fort, bis „Toujours L´Amour“ von Paul Abraham als Zusammenfassung aller Aussagen dem Konzert die Krone aufsetzte.