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Modellbahnbauer aus Göppingen Märklin stellt geraubte Züge aus

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Florian Sieber, der Geschäftsführer des Modelleisenbahnherstellers Märklin mit der Modellbahn „Storchenbein“ aus dem Jahr 1891. Foto: dpa

Göppingen - Der Modellbahnbauer Märklin will seine teuersten Modellbau-Schätze in einem neuen Museum im Stammwerk in Göppingen präsentieren. Die dauerhafte Ausstellung solle nicht nur für Sammler interessant sein, kündigte Geschäftsführer Florian Sieber am Mittwoch an. „Wir wollen Kinder anziehen.“ Der Bau soll nächstes Jahr beginnen. Die Modellbau-Welt werde frühestens 2018 fertiggestellt. Sieber erwartet dann jährlich mehr als 150.000 Besucher.

Derzeit schlummert die Sammlung aus der über 150-jährigen Firmengeschichte zum größten Teil verschlossen im sogenannten Turmzimmer in der Firma. Der Wert der Turmzimmersammlung liege laut Gutachten bei fünf bis sieben Millionen Euro, sagte Sieber. Für das Museum will die Kreissparkasse Göppingen die Sammlung erwerben und eine Stiftung gründen. „Damit sind wir sicher, dass uns die Sammlung am Stammsitz erhalten bleibt und uns zur Verfügung steht“, sagte der Märklin-Chef.

Täter wurden später geschnappt

Die älteste Märklin-Lok „Storchenbein“ von 1891, der Budweiser-Bierwagen von 1930, das Pferderennspiel von 1928 - insgesamt 7000 Modellbauschätze sollen in der neuen Ausstellung gezeigt werden. Darunter auch einige Züge, die Märklin vor zehn Jahren geraubt wurden. Bei dem spektakulären Millionen-Coup hatten zwei Diebe im Januar 2005 rund 180 teils wertvolle Exponate aus dem damaligen Firmenmuseum eingesackt. Die Täter wurden später geschnappt, ihre Beute beschlagnahmt. Im neuen Museum sollen die Schätze teils hinter Panzerglas zu sehen sein.

Das bisherige Märklin-Museum, ein angemietetes ehemaliges Möbelhaus mehrere Kilometer entfernt vom Firmensitz, entspreche nicht dem „Glanz der Marke Märklin“, sagte Sieber. Das Traditionsunternehmen plant für die Modellwelt unter anderem interaktive Elemente und eine Erlebniswelt. Märklin versucht schon seit längerem, Nachwuchs an die Lok zu locken und junge Kunden zu gewinnen. Die Firma will 3000 Quadratmeter Fläche in ehemaligen Fabrikhallen nutzen und zusätzlich ein Nachbargrundstück neben der Firma ankaufen.

Firma sitze auf Investitionsstau

„Wir mussten die Sammlung unbedingt behalten, weil sie Teil unserer Industriegeschichte ist“, sagte Göppingens Oberbürgermeister Guido Till. Der 1859 gegründete Traditionshersteller Märklin kam erst 2013 aus einem Insolvenzverfahren und hat seitdem kräftig investiert. Allein hätte Märklin das Museum nicht in dem Umfang stemmen können, sagte Sieber. Die Firma sitze auf einem Investitionsstau. Erlöse aus dem Verkauf der Sammlung an die Sparkasse würden komplett in den Bau des Museums gesteckt. Die Bank werde ihre finale Entscheidung über die Gründung der Stiftung im Dezember treffen. Sieber sieht seinen Schatz in guten Händen: „Selbst wenn es Märklin mal schlechter gehen sollte, kann die Sammlung nicht veräußert werden.“

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