Die Idee: Am Friedrichsplatz könnte eine Einbahnstraßenregelung für eine Verkehrsberuhigung sorgen.Archiv- Foto: Otto

In einer kleinen Serie sollen im Vorfeld der Einwohnerversammlung wichtige Eckpunkte des Mobilitätskonzepts der Stadt vorgestellt werden. Zum Auftakt liegt der Schwerpunkt auf dem Friedrichsplatz.

Rottweil - Bislang ist der Friedrichsplatz durch die Nutzung als Rendezvousplatz für Busse geprägt. Künftig soll hier ein attraktiver Stadtplatz entstehen. Die Bushaltestellen werden dafür in den Nägelesgraben verlagert und es wird über einen Einbahnverkehr nachgedacht, wie er bereits bis in die 90er-Jahre gegolten hatte.

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Der Friedrichsplatz, bisher eine Asphaltfläche für Busse sowie Privatwagen und seit Jahren immer wieder im Gespräch wegen der "roten Wand", soll künftig zu einer lebenswerten Stadt-Plaza aufgewertet werden und Raum zum Verweilen und Bummeln sowie attraktive Flächen für Außengastronomie und Einzelhandel bieten. "Die gegenwärtige Nutzung als zentraler Busumsteige-Platz verhindert jede städtebauliche Möglichkeit, hier einen attraktiven Stadtraum zu entwickeln", erklärt Oberbürgermeister Ralf Broß in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. "Die eindrucksvolle Wirkung der Predigerkirche und der historischen Häuserfassaden sind so geradezu verschenktes Potenzial." Nicht ohne Grund werde seit vielen Jahren aus der Bürgerschaft der Wunsch geäußert, den Friedrichsplatz durch eine Verkehrsberuhigung städtebaulich aufzuwerten.

Gemeinderat und Stadtverwaltung unterstützen dieses Ansinnen. "Durch die geplante Hängebrücke wird der Friedrichsplatz zu einem wichtigen Entrée in unsere Stadt. Rottweil sollte hier künftig seine Gäste auf einem freundlichen Stadtplatz mit Wohlfühlcharakter empfangen", findet Broß.

Für ÖPNV und Radverkehr befahrbar

Die Stadtverwaltung schlägt nun mit dem Mobilitätskonzept erstmals konkrete Schritte vor, wie eine Aufwertung des Friedrichsplatzes gelingen könnte: Zum einen soll der Zentrale Busumsteige-Platz (ZUP) vom Friedrichs­platz an den Nägelesgraben verlagert werden. Das hat Gründe: "Der Friedrichsplatz ist aktuell der letzte Arm des historischen Straßenkreuzes, der gestalterisch mit fünf Fahrbahnen komplett dem motorisierten Verkehr untergeordnet ist", so Bürgermeister Christian Ruf. Die bestehenden Bushaltestellen auf dem Friedrichsplatz seien nicht barrierefrei und entsprächen nicht den Anforderungen an fahrgastfreundliche Haltestellen: Es gebe keinen Wetterschutz, keine Toiletten, keine moderne digitale Fahrgastinformationssysteme. Die Fahrgäste müssten durch teilweise dichten Verkehr die Haltestellenseiten wechseln. "Eine zeitgemäße Ertüchtigung sowie eine barrierefreie Anordnung der Haltestellen sind technisch unter den räumlichen Gegebenheiten nicht möglich", betont der Bürgermeister.

Eine weitere Maßnahme, um den Friedrichsplatz zu einer urbanen Stadt-Plaza mit mehr Grün umgestalten zu können, könnte eine Einbahnregelung sein: "Wir schlagen vor, den Friedrichs­platz für Autoverkehr aus Richtung Norden zu sperren", kündigt Broß an. Für den ÖPNV und den Radverkehr bliebe der Friedrichsplatz aber in beide Richtungen befahrbar.

Zwar sei eine Vollsperrung angesichts der heutigen Verkehrszahlen noch nicht darstellbar. Aber bereits eine Einbahnregelung würde sehr viel Spielraum für mehr Lebensqualität auf dem Friedrichs­platz und in der gesamten historischen Innenstadt bieten, sind sich Broß und Ruf sicher.

Vorbild könnte etwa die untere Hauptstraße sein, wo sich nach der Neugestaltung des Straßenzuges 2011 neue Restaurants ansiedelten und auch das benachbarte Eiscafé seine Außengastronomie erweitern konnte. Der Oberbürgermeister betont: "Das Land unterstützt im Vorfeld von Landesgartenschauen gezielt städtebauliche und verkehrliche Projekte mit Fördergeldern. Wir sollten diese einmalige Chance nutzen, um Rottweils Innenstadt bis 2028 fit für die Zukunft zu machen."

Die Einwohnerversammlung zum Mobilitätskonzept beginnt am Montag, 25. Oktober, um 19 Uhr. Zuvor können ab 18 Uhr Pläne angeschaut werden. Die Besucherzahl in der Stadthalle ist wegen Corona eingeschränkt, es findet daher eine Übertragung in die benachbarte Stallhalle und über die Internetseite zur Landesgartenschau (www.rw2028.de) statt. Es gibt eine kostenlose Corona-Testmöglichkeit vor Ort. In den Hallen gilt Maskenpflicht.