Seit April 2023 rollen sie durch Donaueschingen und werden von den Bürgern rege genutzt: E-Scooter. Doch können die Roller auch im Winter genutzt werden? Die Firma Zeus gibt grünes Licht, betont aber auch, dass dabei besondere Vorsicht geboten ist.
E-Scooter, also Elektro-Roller, sind praktisch. Sie stehen in der ganzen Stadt verteilt, die Anmeldung ist kinderleicht und bei ordentlichem Gebrauch sind sie sicher – im Sommer zumindest. Für Radfahrer oder Fußgänger stellen Schnee und Glätte eine Gefahr da. Insbesondere Blitzeis ist nicht zu unterschätzen. Doch wie ist das bei E-Scootern?
„Generell lässt sich sagen, dass die Nutzung von E-Scootern im Winter mit bestimmten Herausforderungen verbunden ist“, sagt Niko Reitemeier. Er ist Pressesprecher der E-Scooter-Firma Zeus. In vielen Städten würden die Nutzerzahlen aufgrund der Witterungsbedingungen abnehmen, so auch in Donaueschingen, berichtet er. Dennoch registriere das Unternehmen über 200 Fahrten pro Woche.
Verschneite E-Scooter schwerer erkennbar
Zudem habe die Firma die Scooter bis März in Etappen in der Wartung, um gut vorbereitet zu sein. Trotzdem gebe es Risiken: Bei Eis und Schnee bestehe die Gefahr, dass die Straßen rutschig werden. „E-Scooter haben im Vergleich zu Autos eine geringere Stabilität und können leichter ins Schleudern geraten“, erklärt Reitemeier. Und verschneite oder vereiste E-Scooter könnten für andere Verkehrsteilnehmer schwerer erkennbar sein. „Dies stellt ein erhöhtes Risiko für Kollisionen dar, weshalb unser Team dazu angehalten ist, regelmäßig alle Scooter zu prüfen.“ Winterbedingt habe es aber noch keine Unfälle gegeben. „Für ältere oder behinderte Menschen können verschneite E-Scooter in der Tat zu einem Verkehrshindernis werden, da sie möglicherweise nicht oder nur schwer zu erkennen sind.“ Dies unterstreiche nochmals die Wichtigkeit der korrekten Abstellung der Fahrzeuge. „Wir haben hierfür nochmals alle Nutzer auf das korrekte Parken hingewiesen“, betont er.
Besondere Vorsicht geboten
„Generell gilt für Zweiradfahrer hier besondere Vorsicht, da das Wegrutschen eines Rades, anders als etwa bei mehrspurigen Fahrzeugen, immer die Gefahr eines Sturzes beinhaltet“, erklärt Jörg Kluge, Pressesprecher der Polizei. Vorausschauendes, verantwortungsvolles und den Wetterverhältnissen angepasstes Fahren gelte im Übrigen für alle Verkehrsteilnehmer.
Ob er bei Glätte gänzlich von der E-Scooter-Nutzung abraten würde? Dies müsse jeder Fahrer selbst abwägen. Dennoch könne man durch vorsichtiges Fahren Gefahren minimieren. In den Wintermonaten vergangenen Jahres habe es zwei Unfälle mit Scootern gegeben, einer in Donaueschingen, der andere in Villingen-Schwenningen. „Keiner der beiden Unfälle war wegen Schnee oder Eis“, bestätigt er die Aussage Reitemeiers. Auch diesen Winter gebe es im Landkreis bislang keinen E-Scooter-Unfall. Im Jahr 2023 hätten sich acht Unfälle ereignet. Dabei wurden sieben Menschen leicht und eine Person schwer verletzt. Über die Verletzungen selbst würden keine Statistiken geführt, so Kluge. Subjektiv könne man sagen, dass Prellungen und Brüche an den Extremitäten sowie Kopfverletzungen überwiegen würden.
Wintertaugliche Schuhe tragen
Bei Glätte sei generell Vorsicht geboten: „Das Fahrrad sollte bei Glatteis am besten stehen gelassen werden, da dieses beim Bremsen schnell zur Seite wegrutschen kann“, sagt Beatrix Grüninger, Pressesprecherin der Stadt Donaueschingen. Wichtig seien im Winter auch Schuhe mit Profil. Je glatter die Sohle ist, desto größer ist die Rutschgefahr. Zur Not würden auch Schuhspikes helfen, mit denen sich Schuhe wintertauglich machen lassen.
Tipps für kaltes Wetter
Risiko minimieren
Die E-Scooter-Verleihfirma Zeus empfiehlt für Fahrten bei Kälte besonders warme Kleidung um eine Unterkühlung zu vermeiden. Außerdem sollte das Tempo den rutschigen oder glatten Straßenverhältnissen angepasst, also reduziert werden. Es sei zudem ratsam, für E-Scooter-Fahrten gut gepflegte und gestreute Straßen zu wählen, um das Risiko von Unfällen zu minimieren.