Die Gemeinde Schuttertal muss für die Sanierung der Rohre in Dörlinbach mehr als eine Million Euro hinblättern.
Das mussten die Gemeinderäte erst einmal verdauen: Die neue Wasserleitung in Dörlinbach wird wohl mit mehr als 1,1 Millionen Euro – statt wie bisher angedacht 850 000 Euro – zu Buche schlagen. Bei Grunduntersuchungen fiel auf, dass die Maßnahme schwieriger wird als erwartet.
Wie Michael Siggelkow vom gleichnamigen Ingenieubüro vorstellte, ragen die Fundamente im Bereich Oberrain unterirdisch in weiten Teilen in den Straßenkörper hinein. Bei einer geplanten kompletten Erneuerung des Straßenunterbaus müssten die Fundamente auf gesamter Breite freigelegt werden. Es entstünden „erhebliche nicht kalkulierbare Risiken hinsichtlich der Standsicherheit der Stützmauern“, hieß es. Darauf verzichtet man nun.
Die reinen Straßenbaukosten sinken dadurch, doch bei der Verlegung der Wasserleitung gebe es nach dem Bericht neue Herausforderungen, die die Kosten steigen lassen, so Siggelkow. Unter anderem müssen die Leitungsgräben mit einem aufwendigen und teuren Kammerdielenverbau gesichert werden.
Rohr wird dicker als ursprünglich geplant
Um auch bei sehr großem Wasserbedarf, zum Beispiel im Brandfall, genug Wasserdruck zu haben, empfiehlt das Büro ein Rohr mit Nennweite 200, also 20 Zentimetern (zuvor 15). Zudem seien Sicherungsmaßnahmen für die Leitung in Hanglage vorzunehmen. „Die blödesten Rahmenbedingungen treffen aufeinander. Es wird eine fiese Geschichte“, fasste es Siggelkow zusammen.
Angesichts der „Zahlen, bei denen es einem schwindelig werden kann“ (Bürgermeister Matthias Litterst) mussten die Gemeinderäte erst einmal schlucken, zeigten aber durchweg Verständnis. Es müsse schließlich gemacht werden. Litterst relativierte, dass es schließlich um eine „sehr, sehr große Maßnahme“ handele.
Aufgrund der erschwerten Bedingungen sollen die Arbeiten nicht mehr in diesem Jahr, sondern im Frühjahr oder Sommer 2025 starten. Ausgeschrieben werden sie im Oktober – auf Bitte des Gemeinderats über einen möglichst langen Zeitraum. Dadurch erhofft man sich in Schuttertal, ein möglichst günstiges Angebot zu erhalten.
Dass die Sanierung teurer wird, werden auch die Schuttertäler zu spüren bekommen: Bei der nächsten Berechnung der Wassergebühr werden die zusätzlichen Kosten eingerechnet, so Litterst.