Unser Foto entstand im Oktober 2018 und zeigt ein kleines Mauerblümchen am inzwischen abgerissenen Kessel- und Maschinenhaus auf dem Maute-Areal. Foto: Engelhardt

Die künftigen Wohnungen auf dem Maute-Areal sollen mit Geothermie beheizt werden. Ob dies eine Gefahr für die Bausubstanz angrenzender Häuser birgt?

Abbruch, Neugestaltung, Geothermie, Vermarktung von Baugrundstücken – wir fassen den aktuellen Stand zusammen und blicken auf das, was im Herzen Bisingens geplant ist:

 

Geothermie für Anwohner Ob Anrainer ans künftige Nahwärmenetz anschließen können, wollte ein Anwohner der Schillerstraße bei der Bürgerfragestunde wissen. Bürgermeister Roman Waizenegger: „Sie sind nicht der Erste, der auf die Verwaltung zukommt.“ Das Interesse bei Anwohnern scheint durchaus verbreitet, insbesondere vor dem Hintergrund politischer Vorgaben zum Heizungswechsel. Das Thema ist offenbar noch offen, aber: Wenn es möglich ist, wolle man den Anschluss privater Haushalte möglich machen.

Bohrungen für Geothermie Bereits in der ersten, spätestens in der zweiten Dezemberwoche dieses Jahres sollen an drei über das Maute-Areal verteilten Stellen Probebohrungen für Geothermie stattfinden. Beauftragt damit ist der Energiedienstleister EnBW. Wie ein Vertreter des Unternehmens im Gemeinderat erklärte, hätten die Bohrlöcher lediglich einen Durchmesser von 15 Zentimetern, die Bohrlöcher reichen nach Angaben der EnBW vom August dieses Jahres in eine Tiefe von 100 bis 200 Metern. Insgesamt sollen laut Angaben aus der Gemeinderatssitzung etwa 50 Sonden eingelassen werden.

Bei Anwohnern und im Gemeinderat sorgte das Thema bereits im Frühjahr für Nachfragen, weil man bei Tiefenbohrungen Verhältnisse wie in Staufen befürchtete. Wie damals angekündigt, findet deshalb eine Informationsveranstaltung mit Vertretern der EnBW noch diesen Monat statt (siehe Info).

Gestaltung mit Pflanzen Das Maute-Areal soll bepflanzt und begrünt werden – und das nicht zu knapp. Einen Eindruck davon vermittelten die Beispielbilder eines Vertreters von „Sigmund Landschaftsarchitekten“ aus Grafenau. Er sprach gar davon, Flächen „geordnet der Sukzession“ zu überlassen. Ausgearbeitet ist derzeit nur ein erster Entwurf. Inwieweit dieser in der Praxis realisiert werden kann, muss sich zeigen.

Abbruch der Gebäude Eine „artenschutzbedingte Abrisspause“, so nennt es Bauamtsleiter Holger Maier, musste bei den Abbrucharbeiten eingelegt werden. Ab Oktober dieses Jahres wurden drei Messungen vorgenommen, auch auf Taubenaktivitäten wurden die Gebäude untersucht. Ergebnis: Der Abriss kann weitergehen. Maier: „Wir sind im Zeitplan.“

Angrenzende Sanierungen Wer die Raichbergstraße auf Höhe des Maute-Areals kennt, weiß es schon: Der Belag ist dort mehr Schotterpiste als ordentliche Straße. Wie Holger Maier, Leiter des Bauamts bei der Gemeinderatssitzung rekapitulierte, habe man sich die Sanierung der Straße aufgehoben, weil man ja wusste, dass auf dem Maute-Areal größere Bauarbeiten anstehen. Auch in Bahnhofstraße, Zoller-, Schiller- und Goethestraße stehen Erneuerungen mit Blick auf Belag, Kanäle, Leitungen und Beleuchtung an. Einen konkreten Zeitplan für diese Baumaßnahmen gibt es noch nicht.

Vergabe und Info-Abend

Vergabeverfahren
 Wer ein Grundstück auf dem künftigen Maute-Areal kaufen will, kann sich dafür noch bis zum 15. Januar 2024 bewerben. Vergeben werden Flächen des ersten Abschnitts. Den Zuschlag erhalten die besten Konzepte. Die Betreuung der Vergabeverfahren erfolgt durch der Steg Stadtentwicklung aus Stuttgart; Kontakt unter weitere Infos: Anna Heizmann, E-Mail anna.heizmann@steg.de, 0711 / 21 06 82 33.

Geothermie
 Bei einem Info-Abend informieren Vertreter der EnBW über die Geothermie und die dazugehörigen Tiefenbohrungen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 30. November, von 18 Uhr an in der Hohenzollernhalle statt. Besucher haben dabei die Möglichkeit, Fragen zu stellen.