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Loßburg Arburg stellt Medizinprodukte her

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Das Maschinenbauunternehmen Arburg will die Fertigung von Medizinprodukten starten. Foto: Arburg

Loßburg - Die heiße Phase der Corona-Pandemie steht unmittelbar bevor: Laut Johns-Hopkins-Universität ist die Zahl der Corona-Patienten in Deutschland mit 3963 Patienten schon fast so hoch wie in Italien. Die Wirtschaft im Kreis tut alles, um das Schlimmste abzuwenden.

"Wir erhalten derzeit viele wichtige Anfragen und Aufträge mit unmittelbarem Bezug zur Corona-Krise", sagt Gerhard Böhm, Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg. "Unser Unternehmen wurde daher offiziell als ›systemrelevant‹ eingestuft."

Kein Wunder: Denn das Maschinenbauunternehmen will die Fertigung von Medizinprodukten starten. Eine Unternehmenssprecherin meint: "Der Maschinenbauer arbeitet mit Hochdruck daran, den Landkreis Freudenstadt in der Coronakrise zu unterstützen. In Kürze wird Arburg nach heutigem Stand damit beginnen, auf seinen Spritzgießmaschinen in Loßburg medizintechnisch relevante Produkte wie Atemmasken und Schutzbrillen zu produzieren."

Doch wie kann ein Maschinenbauer das machen?

"Im Moment steht Arburg in Kontakt mit mehreren Herstellern von Werkzeugen und Filtersystemen", erklärt eine Sprecherin. "Ein mögliches Produkt sind beispielsweise High-End-Atemmasken aus Weichmaterial, die zum einen die Atemluft nach unten leiten und damit das Ansteckungsrisiko auch bei kurzen Distanzen deutlich minimieren."

Zum anderen lassen sich diese Atemmasken zusätzlich mit Filtern ausstatten. Die Schnittstelle der Maske sei darüber hinaus geeignet, um diese an Beatmungs­maschinen anschließen zu können.

Für die Schutzbrillen, die die Ärzte während der Behandlung davor schützen, durch das Corona-Virus über die Augen infiziert zu werden, gibt es sogar schon eine "bewährte Blaupause."

Ein 3-D-Drucker stellt die "Backformen" für die Produkte her

"Weitere Anfragen hat Arburg direkt von Krankenhäusern erhalten", sagt die Unternehmenssprecherin. "So steigt beispielsweise der Bedarf an schutzbrillenähnlichen Sonnenbrillen." Solche Brillen habe Arburg auf Messen schon vollautomatisch in großen Stückzahlen produziert und werde es auch voraussichtlich in den nächsten Tagen in Loßburg tun.

Auch wichtig: Arburg ist als Maschinenbauer eine wichtige Schnittstelle für Firmen wie beispielsweise Unitex aus Empfingen, die in die Produktion von medizinischen Schutzmasken einsteigen wollen.

Dabei kommen die sogenannten "Freeformer" von Arburg zum Einsatz. Das sind 3-D-Drucker, die aber nicht – wie die für alle käuflichen Geräte – mit Kunststoff arbeiten, sondern mit den Original-Materialien wie Metall. Damit können in Kleinserie die sogenannten Werkzeuge hergestellt werden. Das sind die "Backformen", mit denen dann die einzelnen Teile der Atemschutzmasken gepresst werden.

Die Sprecherin des Unternehmens erklärt: "Zahlreiche Kunden, die derzeit im Zusammenhang mit der Coronakrise verstärkt medizintechnische Produkte anfertigen, haben Arburg um die Unterstützung bei der Herstellung von Prototypen und Kleinserien gebeten." Damit lasse sich die Designphase verkürzen und gegebenenfalls eine Überbrückung schaffen, bis ein entsprechendes Werkzeug für ein Großserienprodukt zur Verfügung stehe.

Besonders groß sei das Interesse an Atemmasken in Hart-Weich-Verbindung. "Arburg hat hier schon erste Prototypen geliefert. In Großserie gefertigt werden diese Produkte dann vom Kunden mit seinem Spritzgießwerkzeug."

Mediziner, Patienten und Unternehmen profitieren gleichermaßen

Heißt: Die Prototypen und vor allem die Werkzeuge aus dem Freeformer von Arburg sind wichtig, damit die zusätzliche Produktion der so dringend benötigten Atemschutzmasken schnellstmöglich anlaufen kann.

Arburg liefert die notwendigen Werkzeuge an die Atemschutz-Produzenten, damit sie dann in die Großserie gehen können. Und auch Arburg selbst will bei der Produktion der Atemschutzmasken mit einsteigen.

"Wir beschäftigen uns gerade damit, welche Produkte der Kunststoffmaschinenbauer wir schnellstmöglich mit den eigenen Spritzgießmaschinen in Loßburg produzieren können", meint die Sprecherin des Unternehmens.

Mit der Eigenproduktion von Atemschutz und Schutzbrillen sowie dem Herstellen der Werkzeuge für andere Hersteller werden Unternehmen wie Arburg zum Vorreiter beim Atemschutz. Das hilft Medizinern und Patienten. Und den Firmen selbst auch in der momentan wirtschaftlich unsicheren Lage.

Gerhard Böhm, Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg: "Wir sind gut vorbereitet und tun alles, damit auch unsere Mitarbeiter gesund bleiben. Hier arbeiten die Geschäftsführung, der Betriebsrat und die gesamte Belegschaft gut zusammen."

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