Den Dialog mit dem „Normalbürger“ suchen – so lautete das Ansinnen der Landwirte der Raumschaft Triberg beim Leuchtfeuer. Viele Sorgen und Nöte kamen dabei zur Sprache. Denn es geht den Bauern längst nicht nur um finanzielle Forderungen.
Verstopfte Bundesstraßen, weithin sichtbare Mahnfeuer, teils bei klirrender Kälte: In den ersten Wochen des Jahres war der Protest der Bauern für viele Arbeitnehmer eher nervig, dennoch war – zumindest im Schwarzwald-Baar-Kreis – das Verständnis der Menschen für die Anliegen der Landwirte groß.
Und da die Bauern der Region zumeist „vernünftige“ Aktionen durchführten, steht wohl die Mehrzahl noch hinter ihren Anliegen. Wobei die Landwirte der Raumschaft nach eigenem Bekunden noch immer nicht wissen, wer hinter der bösartigen Aktion am Druckzentrum Südwest, in dem auch der Schwarzwälder Bote gedruckt wird, steckt. Noch einmal distanzierten sich die beim Leuchtfeuer in der Nähe des Geutsche-Parkplatzes anwesenden Landwirte von dieser Blockade. Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV), machte „Trolle“ dafür verantwortlich, die diese völlig ausgeartete und auch von ultrarechten Strömungen unterwanderte Aktion vor allem in den sozialen Medien verabredet hätten.
Mit dem Leuchtfeuer über Triberg stellten die Verantwortlichen ihre Strategie nun um. Dialog statt störendem Protest lautete die Devise. Initiiert durch den BLHV-Kreisvorsitzenden Clemens Hug, der dabei die Unterstützung von BLHV-Präsident Bolkart fand, und durchgeführt vom BLHV-Ortsverband Nußbach mit Bernhard Kienzler startete nun der Protest mit neuer Ausrichtung. Dabei wurden die Landwirte durch die Landfrauen der Raumschaft Triberg und die Landjugenden, vertreten durch deren Kreisvorsitzenden Felix Wentz, unterstützt.
Leuchtfeuer mahnt für die Anliegen
Kurz vor 19 Uhr begann der riesige Holzstapel am unteren Teil des Parkplatzes zu brennen; ein gigantisches Leuchtfeuer mahnte für die Anliegen der Bauern. Dabei schaute sich zunächst auch eine Streife des Polizeireviers St. Georgen das Spektakel genauer an, da die Sorge bestand, dass das Feuer einen Strommast in unmittelbarer Nähe beschädigen könne. „Die Feuerwehr ist über das Feuer informiert“, beruhigte der BLHV-Ortsvorsitzende Kienzler.
Gespräch über die unterschiedlichsten Themen
So mancher Landwirt erzählte von Verwandtschaft, die in den sogenannten „Gunstlagen“ lebt und die nicht verstehen könne, dass der Schwarzwaldbauer die Mühen der kleinteiligen Landwirtschaft auf sich nimmt. Am Leuchtfeuer kamen schließlich Gespräche über die unterschiedlichsten bäuerlichen Themen auf – so sind nicht allein finanzielle Forderungen Teil der Probleme. Vor allem sei auch völlig überbordende Bürokratie nach dem Motto „Antrag auf den Antrag eines Antragsformulars“ eine riesige Herausforderung.
„Wir wollen vor allem eines: Den Menschen der Region hochwertige Nahrungsmittel aus der Region bieten zu können – zu einem bezahlbaren Preis“, betonen die Verantwortlichen. Sie hoffen daher auf ein gutes Miteinander.