In der Oberstadt baut die Lebenshilfe Rottweil ein neues Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Wann können die ersten Bewohner einziehen?
Am Wasserfallbach, neben der Turnhalle, entsteht derzeit ein neues Wohnheim. Noch ist es eine Baustelle, doch schon bald sollen dort die ersten Bewohner aus dem Landkreis Rottweil einziehen können.
Für 24 volljährige Menschen mit Handicap wird es ab dem 1. Januar 2024 in dem Haus Platz geben, eingeteilt in vier Wohngruppen mit je sechs Bewohnern. Jeder hat sein eigenes Zimmer, das nach Belieben eingerichtet werden kann.
Individuelle Entfaltung
Der Alltag der Menschen soll dabei vor allem erleichtert und unterstützt werden, nicht verändert. Das Haus versteht sich als Ort der Zusammenkunft, der Hilfe und freien Entfaltung in einer fürsorglichen Umgebung.
Die Bewohner gehen tagsüber ihrer Arbeit oder Weiterbildungen in den Werkstätten der Lebenshilfe oder unterstützenden Firmen nach, abends können sie ihre Freizeit im Haus frei gestalten oder die Stadt erkunden. So gibt es gemeinschaftliche Tätigkeiten wie Spieleabende, gemeinsames Kochen, aber auch Verpflichtungen wie die Mitarbeit im Haushalt der eigenen Wohngruppe. „Wir haben auch auch Wlan“, sagt Tobias Dalkowski – Bereichsleiter Wohnen bei der Lebenshilfe – während der Führung durch den Rohbau scherzhaft.
Für alle Bedürfnisse der Bewohner und gegebenenfalls deren Eltern oder Partner gibt es eine Rundumbetreuung mit medizinischen und pädagogischen Fachkräften und einem Nachtdienst. Die Leitung des Hauses übernimmt Karin Riegraf.
Teilhabegesetz wird ernst genommen
Tobias Dalkowski ist es wichtig hervorzuheben, dass das Haus ein „Zuhause und kein geschlossenes Heim“ ist. Ein wichtiger Aspekt der Lebenshilfe ist es, im Sinne des Bundes-Teilhabe-Gesetztes den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, Integration zu fördern und da zu helfen, wo es nötig ist, die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zu steigern, indem man ihnen den Alltag zugesteht, den sie sich wünschen. Aktuell ist geplant, zum 1. Januar 2024 wenigstens die Hälfte der Wohnungen zu besetzen. Die Plätze sind aber noch nicht konkret vergeben.