Die AfD hatte am Freitagabend zum Bürgerdialog eingeladen, rund 40 Interessierte waren gekommen. Es kam auch rund ein Dutzend zur Gegendemonstration vor dem Haus des Bürgers. Beamte des Polizeipräsidiums Konstanz waren auch im Einsatz.
Die Polizei war nur für den Außenbereich zuständig, Innen war es die AfD, diese hatte selbst sechs Ordnungskräfte im Einsatz. Die Polizei war mit drei Einsatzfahrzeugen vor Ort. Doch blieb es vor der Veranstaltung ruhig.
Die etwa 40 Interessierten waren jedoch keineswegs nur Sympathisanten der AfD vielmehr wollten sich einige auch informieren, wie dieses politische Lager agiert und argumentiert.
Vier Landtagsabgeordnete
Auf der AfD-Rednerliste befand sich der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Anton Baron, sowie die Landtagsabgeordneten Daniel Lindenschmid, Hans Peter Hörner und Rüdiger Klos. Es ging unter anderem um die Themen Sicherheit und Finanzen, Bildung und Energie.
Rund zwölf Gegendemonstranten „linksextremistischen Mob“
Im Gespräch führte Anton Baron den geringen Andrang auf die Wetterverhältnisse zurück, in Münsingen sei es dieser Tage ähnlich gewesen, ansonsten hätten sie gut 150 bis 170 Zuhörer. Auch sei der Bürgerdialog keine Antwort auf die Bürgerinformation zur Gemeinschaftsunterkunft, die in Bad Dürrheim gebaut werden soll, vielmehr habe man bereits vor sechs Monaten aufgrund der Saalgröße den Ort ausgewählt. Baron und die drei anderen Redner registrieren Angst bei den etablierten Parteien vor der AfD. Er sieht aktuell die „schlechteste und gefährlichste Bundesregierung“ jemals im Amt. Er mokierte sich, dass man die Sitze in Gremien verweigere und nannte die etwa zwölf Gegendemonstranten vor dem Haus des Gastes einen „linksextremistischen Mob“.
AfD will Staat zurückerkämpfen
Daniel Lindenschmid war mit dem Thema Sicherheit angetreten. Er wollte aufzeigen, wie unsicher man als Deutscher in Baden-Württemberg lebe und wie sicher sich Asylanten fühlen dürften. Dazu spielte er mit Zahlen und versuchte in der Wortwahl – vor allem aber im Tonfall – ganz unterschwellig eine gewisse Hetze zu betreiben. Er warf der Regierung beispielsweise vor, die Deutsche Staatsbürgerschaft zu schnell zu vergeben. „Der deutsche Staat muss unbedingt von uns zurückerkämpft werden“, erklärte er mit Blick auf die Wahlen, als gelte es einen Krieg auf der Straße zu gewinnen.
Hörner gibt den Trump
Hans Peter Hörner führte den Facharbeitermangel ausschließlich auf mangelnde Bildung zurück, er ging mit keinem Wort auf einen demografischen Wandel ein. Auch gab der den Donald Trump – dieser zweifelte in Anbetracht der New Yorker Schneemassen in einem seiner Winter im Amt als amerikanischer Präsident den Klimawandel an. Genau das gleiche vollführte auch Hörner in seinen Ausführungen angesichts des Schneefalls am Freitagabend. In seinen Augen sei der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. „Wir brauchen keinen Klimaschutz, sondern eine Anpassung an den Klimawandel“, erklärte er voller Überzeugung.
Er zitierte eine Forsa-Umfrage, bei der Lehrer der Bildungspolitik die Note 4,5 gaben, er brachte weitere Zahlen in den Umlauf – allerdings blieb er die Angaben schuldig, woher diese schlechten Zahlen in Sachen Bildung kommen.