Lukas Ehrle hat nicht wirklich damit gerechnet, dass er zum "Wiederholungstäter" wird. "Nein", sagt der 18-jährige Villinger mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Kein Wunder, dass er so gut drauf ist. Ehrle ist erneut zum "Nachwuchsläufer des Jahres" gekürt worden.
"Es ist ja nicht gerade selbstverständlich, dass man einen solchen Erfolg wiederholen kann", verweist der Zwölftklässler auf die große nationale Konkurrenz. Bei den Aktiven wurden bei einer Gala in Trier übrigens die Europameister Konstanze Klosterhalfen und Richard Ringer (Überlingen) als "Läuferin und Läufer des Jahres" ausgezeichnet, bei den weiblichen Talenten freute sich die 16 Jahre alte Jolanda Kallabis (FT 1844 Freiburg, U18-Europameisterin über 2000 Meter Hindernis) über den Titel. "Es ist natürlich extra schön, dass auch Richard Ringer geehrt wurde. Er ist mein großes Vorbild", betont der junge Villinger.
Die Gala
Selbst konnte der Schüler des Gymnasiums am Romäusring die Feierlichkeiten in Trier nur virtuell miterleben. "Ich war daheim, habe die Gala zusammen mit der Familie vom Sofa aus per Livestream verfolgt", kannte der U20-Berglauf-Europameister aber da das Endergebnis noch nicht. "Ich wusste nur, dass ich in meiner Kategorie unter den Top 3 war", stieg die Spannung vor dem Bildschirm immer mehr. Nach einem Videointerview war die Freude riesig: Lukas Ehrle war erneut der "Nachwuchsläufer des Jahres". "Danach haben wir natürlich noch etwas gefeiert", blickt der Villinger, der für die LG Brandenkopf startet, zurück.
Der Höhepunkt: EM-Gold
Klar, der EM-Titel auf der Kanareninsel La Palma ("Das war ja mein erster Start im DLV-Trikot. Es war ein unglaubliches Erlebnis, bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne zu hören") war der Höhepunkt seines (bisherigen) Sportjahres. Doch Lukas Ehrle überzeugte nicht nur am Berg, sondern auch auf der Straße und auf der Tartanbahn. "Auf der Bahn laufe ich am liebsten die 5000 Meter (Bestzeit: 14:43,81 Minuten, Anm. d. Red.), auf der Straße die 10 000 Meter (30:34 Minuten)", will der Schwarzwälder auch im kommenden Jahr mehrgleisig fahren. "Ich will mich echt nicht festlegen. Die Vielseitigkeit wirkt sich gut auf die jeweils anderen Belage und Strecken aus", passt es da umso besser, dass es da ja noch eine weitere "Laufdisziplin" gibt.
Cross-EM in Turin
Natürlich den Crosslauf. Und mit einem solchen "Geländelauf" wird das bisher so erfolgreiche Jahr 2022 von Lukas Ehrle auch enden. Und dies im italienischen Turin. "Dort bin ich am Sonntag bei der Europameisterschaft für Deutschland im Einsatz", freut sich der Villinger riesig, dass er dann das zweite Mal das DLV-Trikot tragen darf. Wer weiß? Vielleicht hört Lukas Ehrle nach schweren und anspruchsvollen 6,30 Kilometern in der viertgrößten Stadt Italiens erneut die deutsche Hymne.
Die Wahl
Erstmals wurden die Läuferinnen und Läufer des Jahres von der laufen.de-Community und den fast 100 unter dem Dach von German Road Races (GRR) zusammengeschlossenen Organisatoren großer Laufveranstaltungen gemeinsam gewählt. Unterstützt wurde die Wahl auch vom Deutschen Leichtathletik-Verband.
Insgesamt wurden bei den Wahlen in den verschiedenen Kategorien über 10 000 Stimmen abgegeben.