Der Künstler Otto Sali stellt ab Samstag, 23. März, in der Alten Schule Burgfelden aus. Das erwartet die Kunstfreunde.
Seit er denken kann malt Otto Sali – und ist in 67 Lebensjahren so produktiv gewesen, dass er aus dem Vollen schöpfen kann für seine Ausstellung „Landschaft – Mundus vult decipi“, zu deutsch: „Die Welt will betrogen werden“.
Dass ein besonders schöner Ausschnitt seiner Landschaftsmalereien – Öl auf Leinwand – ab Samstag, 23. März, in der Alten Schule Burgfelden, der Galerie von Stefanie Doldinger, zu sehen sein wird, hat einen einfachen Grund: Bis er vor zwei Jahren als Kunstlehrer in den Ruhestand ging, war Sali am Hohenzollerngymnasium Sigmaringen ein Kollege der Studiendirektorin, die von seiner Malerei ebenso begeistert ist wie viele andere Kollegen, die immer wieder nach ihm fragten, wie Doldinger erzählt.
Zumal der Bad Saulgauer überdies ein ziemlich netter Zeitgenosse ist: witzig, ironisch – und die Ruhe selbst. „Jetzt im Ruhestand bin ich ruhiger“, sagt Sali. „Früher musste ich alles in einen engen Zeitrahmen rein pressen.“ Von seinem riesigen Atelier ist er inzwischen auch wieder in sein früheres, kleineres umgezogen. Dabei braucht er Platz, arbeitet manchmal an mehreren Bildern parallel, wie er berichtet. „Bin ich weniger zufrieden, male ich an einem anderen Bild weiter, und kehre dann wieder zurück.“ So schaukelten sich die Werke aneinander hoch, beschreibt er schmunzelnd und fügt hinzu: „Manche Bilder quälen einen maßlos.“
„Manche Bilder müssen einfach raus – sie brauchen Publikum und Licht“
Doch Salis Drang, die Welt – noch ein bisschen schöner als sie ist – festzuhalten, ist stärker. 1957 im sibirischen Kijai geboren, war er nach dem Studium an der Kunstfachschule in Frunse in der damaligen UdSSR 1975 an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste nach Stuttgart gekommen, hatte ein Jahr bei Hugo Peters und Moritz Baumgartl und dann fünf Jahre bei Professor Paul Uwe Dreyer studiert, parallel zu seinem Studium der Slavistik an der Universität Tübingen. Seit 1985 lebt und arbeitet er in Bad Saulgau und liebt nicht nur die oberschwäbische Landschaft, sondern den Südwesten überhaupt.
Entsprechend opulent fallen seine Liebeserklärungen an dessen „kolossale Landschaften“ aus. Sie lassen das feine Auge des Künstlers für Farbkomposition und für die Schönheit der Natur, den Charakter von Bäumen, Seen, aber auch Dörfern erkennen. Das Zusammenspiel von Licht und Farbe ist es, was Otto Sali interessiert.
„Manche Bilder müssen einfach raus“
Für das Hängen in der Alten Schule hat er sich entsprechend viel Zeit genommen, um „meine Kinder“ schön zu präsentieren, und scheut dabei auch die Diskussion mit seiner Frau Michaela Fischer und mit Stefanie Doldinger nicht. Zudem freut er sich immer wieder, wenn er Bilder, „die ich länger nicht gesehen habe“, an der Wand sieht: den „Federsee“ zum Beispiel, einst ein Auftragswerk für einen Kunstkalender. „Manche Bilder müssen einfach raus – sie brauchen Publikum und Licht.“ Der Reiz, die Motive auf die Leinwand zu bringen, ist eine Aufgabe, der sich Otto Sali seit zwei Jahren voll widmen kann, um Ausstellungen wie in Burgfelden, die zu seinen kleineren gehört – die größeren führten ihn bis nach Moskau – zu bestücken. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 23. März, um 15 Uhr. Zur Einführung spricht Robert Anhegger, ein Sigmaringer Lehrerkollege, der mit seinem Akkordeon und zusammen mit der Sängerin und Percussionistin Anne Schmitz auch den musikalischen Rahmen setzt.
Die Ausstellung
Öffnungszeiten
Geöffnet ist die Ausstellung danach samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr am 30. und 31. März, am 1. April, am 6. und 7. sowie am 13. und 14. April – oder nach Vereinbarung unter E-Mail AlteSchuleBurgfelden@gmx.de.