Hat inzwischen Übung im Kürzen: Oberbürgermeister Roland Tralmer macht seinem Kulturamtsleiter Martin Roscher die Haare schön. Foto: Karina Eyrich

Die Stadtverwaltung hortet Scheren – und die sind zu vielem zu gebrauchen, wie sich bei der Eröffnung des KulTurms gezeigt hat. Die Kolumnistin hat den Oberbürgermeister dabei erwischt, wie er sie einsetzt, und fragt sich: Was kommt da noch?

Ein Dutzend Scheren hatte Martin Roscher, Leiter des Amtes für Kultur, Tourismus und bürgerschaftliches Engagement, in den „KulTurm“ zum kulturellen Neujahrsempfang mitgebracht. Will er nun auch noch anfangen, die Kultur zu beschneiden, wie es manchen Stadträten zuweilen einfällt, wenn das Geld knapp wird? Mitnichten!

 

Die Stadtverwaltung, der Gemeinderat und das Kulturamt natürlich auch wollen Kultur selbst in Zeiten knapper Kassen nach Kräften fördern, weil sie wissen, dass nicht Geld dafür am wichtigsten ist, sondern gute Ideen. Aber warum dann die vielen Scheren?

Dem Stadtoberhaupt sitzt der Schalk im Nacken

Oberbürgermeister Roland Tralmer, dem bekanntlich in allen Lebenslagen der Schalk im Nacken sitzt, hat schnell eine Verwendung für die Scheren gefunden und seinem Kulturamtsleiter die Haare gekürzt. Die trägt Roscher freilich eh schon kurz – ein schönes Gesicht braucht bekanntlich Platz! Aber so weit ist es gekommen in Albstadt mit seiner prekären Haushaltslage, dass sogar dort gekürzt wird, wo es nur noch wenig zu bescheiden gibt. Die Scheren sollte die Stadtverwaltung jedenfalls gut aufheben – vermutlich werden sie noch gebraucht.