Anlässlich des internationalen Tags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober möchte die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg für das Thema sensibilisieren und auf die Einhaltung der Vorsorgeuntersuchungen auch im Jugendalter hinweisen. Foto: AOK

Viele Kinder und Jugendliche in Behandlung. AOK rät zu Vorsorgeuntersuchungen. 

Kreis Rottweil - Anlässlich des internationalen Tags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober möchte die AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg für das Thema sensibilisieren und auf die Einhaltung der Vorsorgeuntersuchungen auch im Jugendalter hinweisen.

Die Statistik ist besorgniserregend: Etwa jeder fünfte Junge beziehungsweise jedes siebte Mädchen war laut der jüngsten Auswertung der AOK Baden-Württemberg wegen einer psychischen Erkrankung in ambulanter oder stationärer Behandlung.

Landesweit sind Kinder zwischen fünf und neun Jahren am häufigsten betroffen. Mit zunehmendem Alter geht die Anzahl der ärztlichen Behandlung wegen psychischer Erkrankungen zurück. Laut einer Auswertung der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg waren im Kreis Rottweil 2014 1709 junge Versicherte betroffen, während es im Jahr 2018 bereits 2087 Kinder und Jugendliche betraf.

"Das Risiko, dass psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter chronisch werden und die betroffenen Kinder und Jugendlichen Begleiterkrankungen entwickeln, ist hoch", sagt Sabine Knapstein, Ärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg.

Unterstützung im Umfeld

Zum Entstehen und zum Verlauf von seelischen Erkrankungen tragen viele Umstände bei, unter anderem auch individuelle lerngeschichtliche sowie psychosoziale Faktoren. Je besser die persönliche Unterstützung im Umfeld ist, umso besser kann sich die seelische Gesundheit eines Kindes entwickeln.

Zu den häufigsten Diagnosen zählen ADHS, soziale Verhaltensstörungen und Ess-Störungen. "Weil bei Kindern und Jugendlichen die Grenzen nicht leicht zu erkennen sind, wann ein ärztlicher Beratungs- und Behandlungsbedarf entsteht, ist es wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt wahrzunehmen", rät die AOK-Ärztin.

Durch die Einschränkung ihrer psychischen Gesundheit werden betroffene Kinder und Jugendliche stark in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Doch längst nicht alle benötigen eine Behandlung. Eine behandlungsbedürftige psychische Störung haben ungefähr sechs von 100 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Zu den psychischen Erkrankungen zählen auch Entwicklungsstörungen, die häufige Erkrankungen mit geringem Krankheitswert wie Lese- oder Rechtschreibschwäche enthalten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen: www.aok.de/familie

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